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Kölner KarnevalsgrößeRolf Dietmar Schuster ist tot – er brachte das ZDF nach Köln

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Der bekannte Kölner Karnevalist Rolf Dietmar Schuster (Mitte) ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das Foto wurde im Januar 1992 aufgenommen.

Der bekannte Kölner Karnevalist Rolf Dietmar Schuster (Mitte) ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das Foto wurde im Januar 1992 aufgenommen.

25 Jahre führte Rolf Dietmar Schuster die Große Mülheimer. Nun ist der prägende Karnevalist mit 81 Jahren gestorben.

Er war 25 Jahre lang die prägende Figur der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft (G.M.K.G.) – jetzt ist Rolf Dietmar Schuster nach langer Krankheit gestorben.

Wie jetzt aus einer Traueranzeige der Familie und seiner Ehefrau hervorgeht, starb er am 30. Juni 2026 im Alter von 81 Jahren. „Nicht unerwartet – und doch plötzlich“, heißt es in der Anzeige. Auch die Große Mülheimer trauert und spricht von einer „außergewöhnlichen Persönlichkeit“.

Rolf Dietmar Schuster organisierte auch die „Lachende Sporthalle“

Hauptberuflich war Schuster Konzert- und Gastspiel-Direktor. Seine eigentliche Leidenschaft aber galt dem Kölner Karneval: Seit 1966 war er im Stammtisch Kölner Karnevalisten aktiv, organisierte die Karnevalsveranstaltung „Lachende Sporthalle“, die Kölner Sechstagerennen sowie mehrere TV-Karnevalsformate und machte sich als Kopf dieser Produktionen einen Namen.

Auch als Sänger stand Schuster auf der Bühne: Unter anderem mit dem Karnevalslied wie „Loß mer jet no Neppes jon“ wurde er bei Sitzungen und Veranstaltungen bekannt.

„Loß mer jet no Neppes jon“ wurde von Rolf Dietmar Schuster gesungen.

„Loß mer jet no Neppes jon“ wurde von Rolf Dietmar Schuster gesungen.

Schuster übernahm 1974 die Präsidentschaft der G.M.K.G. und führte die Gesellschaft bis 1999, als er das Amt an Albert Böcking übergab. Parallel dazu stand er auch der Karnevalsgesellschaft Neppeser Ahr-Schwärmer als Präsident vor.

Er war damit einer der am längsten amtierenden und vielseitigsten Präsidenten im Kölner Karneval und ließ die G.M.K.G., wie es in der Vereinschronik heißt, zu „überregionalem Glanz“ erblühen: Die Gesellschaft verdankt ihm die bis heute starke Position unter den Kölner Karnevalsgesellschaften. Auch die Auszeichnung der „Goldenen Feder“ führte Schuster ein.

Dank Rolf Dietmar Schuster: ZDF-Mädchensitzung in Köln

In dieser Zeit fiel sein wohl größter Coup: 1993 holte Schuster die ZDF-Mädchensitzung nach Köln. 1997 durfte die G.M.K.G. die Sendung erneut ausrichten. Erst 16 Jahre später, 2013, kehrte die ZDF-Mädchensitzung ein drittes Mal unter dem Dach der G.M.K.G. zurück – im selben Jahr startete der Verein ins Jubiläumsjahr 2014, sein 111-jähriges Bestehen.

Schuster war aber nicht nur in seiner eigenen Gesellschaft eine treibende Kraft, sondern auch als Vorsitzender des Medienausschusses beim Festkomitee Kölner Karneval.

Rolf Dietmar Schuster war Präsident der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft (G.M.K.G.), Foto von 1993.

Rolf Dietmar Schuster war Präsident der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft (G.M.K.G.), Foto von 1993.

In dieser Funktion hatte er Anteil an mehreren ungewöhnlichen ZDF-Karnevalsformaten, darunter „Karneval hoch drei“ und „Karnevalissimo“. Letztere Sendung verzichtete erstmals auf Dreigestirn und klassische Sitzungsrituale, ließ dafür TV-Gesichter wie Cordula Stratmann und Guido Cantz durch die Show führen und Kölner Karnevalsgrößen „vom Botterblömche bis zu den Höhnern“ auftreten.

Familie schreibt: „Loß mer jetzt op Heim jon!“

Auch abseits der großen ZDF-Bühne setzte Schuster Akzente: 1993 startete unter seiner Führung das Vereinsmagazin „Kölle à la G.M.K.G.“, 1998 hob er gemeinsam mit Rheinmatrosen-Kommandant Rolf Bürgel die Kindertanzgruppe „Minis“ aus der Taufe.

Die G.M.K.G. selbst geht auf das Jahr 1894 zurück, als sich Mülheimer Bürger zum Karnevalsverein „Ulk“ zusammenschlossen. 1903 erfolgte die Umbenennung in Große Mülheimer Karnevals-Gesellschaft.

In der Traueranzeige verabschiedet sich die Familie mit einer kölschen Liedzeile: „Loß mer jetzt op Heim jon!“ Dazu heißt es: „Wenn das Lachen verstummt, die Lieder verklingen, kommt die Stille!“