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Kölner OBBurmester zieht erste Bilanz und nimmt zweite Amtszeit ins Visier

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Interview mit Oberbürgermeister Torsten Burmester im Historischen Rathaus. Das Interview führt Gerald SelchFoto: Martina Goyert

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD)

Nach neun Monaten im Amt spricht der Kölner OB Torsten Burmester über erste Erfolge, ernüchternde Erfahrungen und über die Aussicht auf eine zweite Amtszeit.

Herr Burmester, nach den ersten neun Monaten im Amt - was macht Ihnen besondere Freude?

Dass es uns gelingt, gute Politik zu machen. Wir haben es in kürzester Zeit geschafft, ein Suchthilfezentrum auf den Weg zu bringen. Wir haben zwei Projekte zum Wohnungsbau angestoßen. Bei der Sauberkeit geht es voran, die Wirtschaftsförderung hat Priorität. Und wir haben mit dem Ausbau des Geißbockheims einen Konflikt aufgelöst, der seit zehn Jahren besteht. Wir gestalten und setzen um. Es gibt eine Aufbruchstimmung. Das macht mir sehr viel Freude.

Was hätten Sie sich leichter vorgestellt?

Schwierig sind die Rahmenbedingungen. Dass sich die kommunale Finanzlage so sehr auf unseren Handlungsspielraum auswirkt, ist ernüchternd. Wir streiten mit Bund und Ländern um jeden Euro. Ich würde mir wünschen, dass die Sanierung der Brücken schneller geht und nicht bis 2045 dauert. Das hätte ich mir einfacher gewünscht.

Wenn Städte wie Düsseldorf, München oder Wien nach Köln schauen – was können sie lernen?

Ich habe jedenfalls einen ausgeprägten Ehrgeiz, diese Stadt weiterzuentwickeln – gegebenenfalls auch in einer zweiten Legislatur.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD)

Was Köln ausmacht und was andere sich abschauen können, ist gesellschaftliches Engagement auf allen Ebenen. Das hält Köln zusammen und macht es so attraktiv. Mein Motto ist: Eins nach dem andern. Ich bin jetzt bei neun Monaten von fünf Jahren, manche sagen: von zehn Jahren. Da ist es wichtig, sich nicht zu verzetteln.

Denken Sie schon an Ihre nächste Kandidatur?

Dafür ist es noch zu früh. In den kommenden viereinhalb Jahren gibt es noch genug zu tun. Dass ich es will – davon können Sie ausgehen. Das wird ein Abwägungsprozess mit Familie, Partei und vielen anderen sein. Ich habe jedenfalls einen ausgeprägten Ehrgeiz, diese Stadt weiterzuentwickeln – gegebenenfalls auch in einer zweiten Legislatur.