„Damit hat er unsere Herzen erobert“Kölner Promi feiert Premiere auf der Musicalbühne von „Himmel und Kölle“

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Guido Catz sitzt in einem Taxi.

„Himmel und Kölle“ ist zurück! Musical-Debüt für Guido Cantz als Taxifahrer in der Volksbühne.

Die Bühne ist für ihn gewohntes Terrain, aber doch nicht beim Musical. Da war die Aufregung vorprogrammiert.

Eigentlich sollte Kölns Musical-Liebling „Himmel und Kölle“ nach 270 Vorstellungen, die seit Herbst 2020 stattgefunden hatten, von der Bühne verschwinden. Doch die Nachfrage nach dem Comedy-Stück war so groß, dass eine Verlängerung schnell beschlossen war.

Am Samstagabend feierte das Stück daher in der Volksbühne am Rudolfplatz seine zweite Premiere. Die Story ist unverändert: Der naive Provinzpfarrer Elmar, der vom Job auf dem sauberen, ruhigen Dorf träumt, wird nach Köln versetzt. Dort stolpert er von einem Kulturschock in den nächsten.

Schon vor der Wiederaufnahme wurden erneut über 10.000 Tickets verkauft. Vorerst ist das Stück bis Ende April 2024 geplant. Auch wenn Handlung und Gags wie „Gott ist wie der ADAC. Der kommt auch raus, wenn man nicht Mitglied ist“ einigen bekannt sein könnten, lohnt der Gang ins Theater dennoch.

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Guido Cantz spielt im Kölner Musical „Himmel und Kölle“ mit

Das Foyer wurde mit viel Liebe zum Detail umgebaut. Ob Liebesschlösser, Luftballons, Szenenbilder oder die Willy-Millowitsch-Bank – schon beim Gang in den Saal tauchen alle in die „Himmel und Kölle“-Welt ein. Zudem ist vorerst bis November in 20 Vorstellungen ein echter TV-Star zu erleben. Guido Cantz hat die Rolle des sächselnden Taxifahrers übernommen und spielt somit erstmals in seinem Leben in einem Musical.

Als der Comedian hinter dem Steuer los schimpfte – „Nirgendwo kann man in Köln links abbiegen. Da müssen sie nach Koblenz fahren und durch den Kreisverkehr. Immer diese Straßensperrungen: mal Filmdreharbeiten, ein Marathonlauf oder Poldi macht einen Laden auf. Und dann wird man bei Tempo 30 auf den Ringen auch noch von den Fahrradfahrern überholt. So etwas Demütigendes.“ – jubelte das Publikum.

Seit Anfang August wurde vier Wochen geprobt, Cantz kam immer mal wieder dazu. „Die Tanzschritte waren für mich ungewohnt. Ich habe auch viel im Garten geübt, zur Freude meiner Frau und Nachbarn“, sagte er nach der Premiere zu EXPRESS.de. „Vorher hatte ich echt einen Puls von 300. Zwei Kleinigkeiten liefen nicht optimal, aber das fiel kaum auf. Das ist eine andere Disziplin. In meinem Soloprogramm mache ich, was ich will. Das hier ist ein Ensemble, in dem alles sehr schnell getaktet ist. Aber ich bin Mannschaftssportler und merke, dass mir die Arbeit mit so einer Truppe viel mehr Spaß macht“, so der 52-Jährige

Haushälterin Moni (Vera Bolten) gab ein Lob an den TV-Star zurück: „Es hat vom ersten Tag an super viel Spaß mit ihm gemacht. Das Sächsische hatte er sofort gut drauf, damit hat er unsere Herzen erobert.“ Und Pfarrer Elmar (Markus Schneider) hofft auf eine weiterhin lange Erfolgsstory: „Das Stück musste weitergehen. Je länger es läuft, desto besser.“

Guido Cantz hat einen Wunsch an seinen nächsten Auftritt in „Himmel und Kölle“

Das sieht auch Cantz so. „Köln steht so ein Musical gut zu Gesicht.“ Nur einen Wunsch hat er für die kommenden Auftritte. „Gerne drei Grad weniger im Theater, die Klamotten sind durch“, merkte er angesichts seines Outfits mit Pullunder und Jacke an.

Unter den Premierengästen war auch der 70-jährige Theatermacher Corny Littmann. Dessen Stück „Heiße Ecke“ wurde in Schmidts Tivoli in Hamburg schon 5200 Mal aufgeführt. „Auch als Nicht-Kölner konnte ich sehr viel damit anfangen. Ein sehr schönes Stück“, sagte er.

Auch Ex-Handball-Nationaltrainer Heiner Brand war begeistert: „Ich habe das Musical zum ersten Mal gesehen. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Wirklich toll.“

Als Wiederholungstäter war Politiker Wolfgang Bosbach dabei. „Ich bin zum vierten Mal hier und mit jeder Aufführung wird das Stück besser. Durch Guido Cantz wurde die Rolle des Taxifahrers grandios aufgewertet. Natürlich lebt das Musical vom Lokalkolorit, aber es ist nicht nur etwas für Kölnerinnen und Kölner. Es gibt nicht wenig Kritik an Köln, aber gleichzeitig wird das wichtigste Pfund der Stadt gut beschrieben: die Menschen, die die Seele der Stadt ausmachen.“ (msw)

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