Streit in der Kölner SPDFraktion stellt Geschäftsführer Homann frei

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Das Bild zeigt Mike Homann.

Freigestellt: Der bisherige SPD-Fraktionsgeschäftsführer Mike Homann.

Was sich seit zwei Wochen andeutete, ist nun fix: Die SPD-Ratsfraktion stellt ihren Geschäftsführer Mike Homann frei.

Die Kölner SPD-Fraktion im Stadtrat stellt ihren bisherigen hauptamtlichen Geschäftsführer Mike Homann frei. Das hat sie am Freitagabend mitgeteilt. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte am 4. März darüber berichtet, dass die Fraktionsspitze um den Vorsitzenden Christian Joisten Homann loswerden will, weil sie mit seiner Arbeit unzufrieden ist.

Ein Fraktionsmitglied sprach damals von Streit zwischen Joisten und Homann und sagte: „Es war uns immer bewusst, dass das nicht lange gut geht.“

Die Freistellung erfolgt dem Vernehmen nach nicht im beiderseitigen Einvernehmen. Homanns Vertrag gilt bis zum Ende der Ratsperiode 2025, es könnte um viel Geld gehen. Er war 2020 gewählt worden. Der gelernte Anwalt hatte vor zwei Wochen gesagt: „Ich kommentiere das nicht.“ Am Freitagabend war er für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

Kölner SPD-Fraktion: Homann ist gewähltes Ratsmitglied

Allerdings ist der frühere Rodenkirchener Bezirksbürgermeister gewähltes Ratsmitglied und bleibt trotz seiner Freistellung Teil der Fraktion. Das dürfte atmosphärisch eine Herausforderung für die SPD werden.

Für Homann übernimmt ab sofort der stellvertretende Geschäftsführer Hubertus Tempski. Joisten sagte: „Ich schätze Mike Homann als Mensch und Parteigenosse sehr und wünsche ihm alles Gute für seine berufliche und private Zukunft. Ich bin sicher, wir werden als Ratsmitglieder in Zukunft weiter gut in der SPD-Fraktion zusammenarbeiten. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Geschäftsführer Hubertus Tempski werde ich dafür Sorge tragen, die Geschäftsführung der SPD-Ratsfraktion effizient und gut aufzustellen.“

Tempski leitete bis Oktober 2021 das Bürgeramt Rodenkirchen, wechselte dann zur Fraktion und ist kein Mitglied im Rat. Joisten ist seit Herbst als Berufspolitiker auch bei der Fraktion angestellt – was durchaus unüblich ist als Fraktionschef. Er hatte bei der Landtagswahl im vorigen Mai kein Mandat in Düsseldorf geholt und konnte die Arbeit als Fraktionschef nicht über das Landtagsmandat finanzieren. Das ist der übliche Weg.

Als Fraktionschef arbeitete Joisten zuvor ehrenamtlich, seine Aufwandsentschädigung lag bei rund 2000 Euro monatlich, sie hängt von mehreren Faktoren ab. Doch mit seinem Beruf als Leiter der Kundenbeziehungen bei einem Unternehmen für Betriebssicherheit war der Aufwand laut seiner Aussage nicht mehr zu koordinieren. Er arbeitet seit Herbst nun 25 Stunden die Woche als Berufspolitiker für die Fraktion.

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