Wie jedes Jahr im Winter nimmt die Zahl der Schlaglöcher in Köln zu. Was die Stadt dagegen tut.
Nach dem FrostKölner Straßen haben wieder unzählige Schlaglöcher – Bürger beschweren sich

Schlagloch auf der Merowingerstraße in der Kölner Südstadt
Copyright: Alexander Schwaiger
Die länger anhaltenden frostigen Temperaturen, Eis und Schnee im Januar haben den Kölner Straßen, Geh- und Radwegen zugesetzt. Überall tun sich vermehrt Schlaglöcher auf, sehr zum Verdruss vieler Verkehrsteilnehmer. Autofahrer befürchten Schäden an ihrem Fahrzeug, für Radfahrer kann es sogar gefährlich werden. Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist oder einen Kinderwagen schiebt, hat ebenfalls Probleme.
Auch bei der Stadt macht sich dies bemerkbar. Unter der Hotline 0221 / 221-38141 können Bürgerinnen und Bürger Schlaglöcher melden, ebenso online über das „Sag's uns“-Formular. Hier ist derzeit ein erhöhtes Aufkommen zu verzeichnen, so ein Sprecher. Die Schlaglöcher träten oft dort auf, wo es bereits Vorschädigungen oder „Substanzverzehr“ in der Straßendecke gebe.

Für Radfahrer können Schlaglöcher gefährlich werden (Archivbild).
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Wieviele Schlaglöcher es derzeit in Köln gibt, darüber wird keine Statistik geführt. Tendenziell seien es eher mehr als im Vorjahr, so der Sprecher. Dies hatte die Stadt bereits 2025 so mitgeteilt.
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Der städtische Straßenkontrolldienst überprüfe kontinuierlich die Straßen und Wege – auch die Radwege – sowie Plätze. Somit werde das Stadtgebiet gleichmäßig im Auge behalten, die Schäden priorisiert und dann entspechend behoben. Darüber hinaus gebe es auch „immer mal wieder“ Schlaglochaktionen, bei denen eine Vielzahl von Schäden „auf einen Schlag abgearbeitet werden“.
Schlaglöcher: Kölner Bauhof-Mitarbeitende „mit voller Personalstärke unterwegs“
„Die Beseitigung von Schlaglöchern ist für die Stadt Köln eine Hauptaufgabe“, heißt es. Derzeit seien die Mitarbeitenden des Bauhofs „mit voller Personalstärke unterwegs, um der städtischen Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“. Dies bedeutet, dass täglich 35 Personen Straßenschäden ausbessern. Hinzu kommen externe Firmen im Auftrag der Stadt Köln. Diese sind „aufgrund der Schadensfülle“ mittlerweile ganzjährig mit im Einsatz.
Als erstes werden Schäden behoben oder zumindest abgesichert, die eine akute Unfallgefahr darstellen. Weniger gravierende „Schwachstellen“ werden verstärkt beobachtet und mittelfristig beseitigt. Schönheitsreparaturen werden dann umgesetzt, „wenn die personellen Kapazitäten dies ermöglichen“. Allerdings weist der Sprecher darauf hin, das einige Straßen und Radwege auch in den Zuständigkeitsbereich von Straßen NRW fallen.
Vor allem Frost setzt Straßen zu
Besonders Oberflächen, die bereits abgenutzt sind, weisen kleine Risse auf, in die Wasser eindringt. Bei Minustemperaturen gefriert dieses und dehnt sich aus. Dadurch platzt der Boden unter der obersten Asphaltschicht auf. Die entstehenden Hohlräume brechen dann unter dem Druck von Autos und vor allem von Lastwagen ein. Da der Zustand vieler Straßen in Köln ohnehin nicht gut ist und sie oft einen Flickenteppich aus Ausbesserungsstellen bilden, verschärft sich das Problem im Winter immer weiter.
Teilweise wird in den Schlaglöchern noch das darunterliegende alte Kopfsteinpflaster freigelegt. Für Autos können tiefe Schlaglöcher kaputte Reifen, verbogene Spurstangen oder Risse in der Ölwanne zur Folge haben. Für Radfahrer ist die Gefahr ungleich größer, es drohen Stürze. Besonders wenn Wasser in den Löchern steht oder bei Dunkelheit ist deren Tiefe oft nicht erkennbar.
Haftbar gemacht werden kann die Stadt Köln allerdings nicht ohne weiteres. Es muss nachgewiesen werden, dass die Kommune ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Dies greift nicht, wenn die Schlaglöcher durch eine aufmerksame Fahrweise hätten erkannt und umfahren werden können. Diese Regelung gilt bundesweit.
Als „Tag des Schlaglochs“ gilt passend zur Jahrezeit der 15. Januar. Ausgedacht haben sich diesen skurrilen Gedenktag die Briten. Der „National Pothole Day“ wurde 2015 von Aktivisten ins Leben gerufen, die auf die teil katastrophalen Zustände der Verkehrswege aufmerksam machen wollten. In Großbritannien übertreffen sich Social-Media-User am 15. Januar darin, Bilder und Videos der schlimmsten Schlaglöcher zu posten.

