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Bei FlugzeugabsturzKölner Zoologin Lydia Möcklinghoff tödlich verunglückt

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Lydia Möcklinghoff war 2016 auch Gast in der ZDF-Talkshow Markus Lanz.

Lydia Möcklinghoff war 2016 auch Gast in der ZDF-Talkshow Markus Lanz. (Archivfoto)

Tragödie in Brasilien: Die Kölner Zoologin und Ameisenbären-Expertin Lydia Möcklinghoff ist bei einem Absturz gestorben.

Ihr Forschungsgebiet waren die Riesenameisenbären, wofür Lydia Theresia als weltweit einzige Expertin galt und regelmäßig zwischen der Domstadt und Brasilien reiste. Ein Flugzeugunglück beendete nun ihr Leben.

Am Freitagmorgen (3. Juli 2026) ist die deutsche Zoologin Lydia Theresia Möcklinghoff bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Brasilien gestorben. Die 45-jährige Kölnerin war eine international anerkannte Pionierin in der Erforschung von Ameisenbären. Mit ihr verstarb der 42 Jahre alte Pilot Henrique Martin de Carvalho nahe der Ortschaft Campo Grande. Die Todesnachricht wurde über ihr Profil auf Instagram verbreitet.

Lydia Theresia tödlich verunglückt

Wie brasilianische Medien melden, hob die zweimotorige Maschine des Typs Embraer/Neiva EMB-810D „Seneca“ kurz nach 6.00 Uhr Ortszeit vom Airport Santa Maria in Campo Grande ab. Möcklinghoffs Reiseziel war die Gegend um Aquidauana im Pantanal, um dort ihre Feldstudien fortzuführen. Das Fluggerät zerschellte nur Augenblicke nach dem Abheben in einem Forst unweit des Startflughafens.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten offenbar dichter Nebel und ungünstige Sichtverhältnisse. Die exakten Gründe für den Absturz werden gegenwärtig von der brasilianischen Luftfahrtbehörde Cenipa (Centro de Investigação e Prevenção de Acidentes Aeronáuticos) geprüft; ein abschließender Bericht liegt noch nicht vor.

Ermittlungen zur Absturzursache durch Behörden eingeleitet

Die Forscherin war am Donnerstag von Rio de Janeiro nach Campo Grande gereist. Ihre Weiterreise ins Pantanal war für den folgenden Freitag geplant. In dieser Region, einem der weltweit größten Feuchtgebiete, war sie seit 2009 tätig und wohnhaft, mitunter auf einer Rinderfarm, die weit von der nächsten Ortschaft entfernt lag.

Forschung zwischen dem Rheinland und Brasilien

Die aus Wilhelmshaven stammende Forscherin gilt als erste Person in der Wissenschaft, die das Benehmen des Großen Ameisenbären über eine Periode von mehr als zwölf Monaten systematisch studierte. In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Jahr 2016 erklärte sie, dass sie neun Monate des Jahres in ihrem Appartement im Mediapark in Köln verbrachte und die übrigen drei Monate im Pantanal.

Ihrer Skatrunde aus der Kölner Gaststätte „Weißer Holunder“ gab sie das Versprechen, die von ihr untersuchten Tiere nach den Mitgliedern zu benennen. So erhielten die Ameisenbären Namen wie Alfons, Günther oder Matthes. Laut Möcklinghoff ist der tierische Namensvetter von Matthes durch einen dunklen Fleck am Vorderbein sowie eine helle Kralle einfach zu identifizieren. Zur Dokumentation des Verhaltens der zurückhaltenden Tiere nutzte sie Kamerafallen und fand dabei heraus, dass die Tiere Geruchsspuren an Bäumen hinterlassen.

Anerkannte Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin

Zusätzlich zu ihrer Forschungstätigkeit etablierte sich Möcklinghoff als angesehene Wissenschaftsjournalistin. Sie war Autorin der Bücher „Ich glaube, mein Puma pfeift“ und „Die Supernasen“, führte durch Podcasts für das GEO-Magazin und die Sendung „Weltwach“ und war als freie Mitarbeiterin für den WDR tätig. In dieser Funktion berichtete sie wiederholt aus dem Pantanal für die „Sendung mit der Maus“. Ihre journalistische Tätigkeit wurde mit dem Columbus Radiopreis gewürdigt.

Weder die Familie der Verstorbenen noch das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, wo Möcklinghoff ihre Doktorarbeit verfasste, haben sich bisher zu den genauen Umständen des Vorfalls geäußert. Informationen brasilianischer Medien zufolge wird der Leichnam von Möcklinghoff aktuell für den Transport nach Deutschland vorbereitet. (red)