Nach seiner Reise in die ukrainische Partnerstadt Dnipro Ende Mai hat Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester seinen Amtskollegen Borys Filatov nach Köln eingeladen.
Ukrainische PartnerstadtOB Burmester lädt Bürgermeister von Dnipro nach Köln ein

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (r.) beim Besuch in Dnipro mit Bürgermeister Borys Filatov (linke Reihe, Mitte).
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In der letzten Sitzung des Kölner Stadtrats vor der Sommerpause hat Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) über seine Reise in die Ukraine Ende Mai berichtet. Köln ist seit 2024 durch eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Dnipro verbunden. „Es war mir wichtig, auch persönlich zu dieser starken Verbindung beizutragen“, sagte der OB. Den Bürgermeister von Dnipro, Borys Filatov, habe er nach Köln eingeladen. 2027 solle in Zusammenarbeit mit Kölnmetall und den Kölner Arbeitgeberverbänden ein deutsch-ukrainisches Wirtschaftsforum stattfinden, kündigte Burmester an. „Denn die Partnerschaft mit Dnipro darf und soll keine Einbahnstraße sein.“
Was er in der Ukraine vorgefunden habe, „war eine erschütternde Lage und gleichzeitig eine zutiefst beeindruckende Haltung der Menschen vor Ort“, betonte der OB. Die Ukraine kämpfe „für das eigene Überleben – und für Werte, die auch unsere sind: Freiheit und Selbstbestimmungsrecht“. Das habe er in Kiew, vor allem aber in Dnipro mit eigenen Augen gesehen, so Burmester. Dnipro liege derzeit 80 Kilometer von der Front entfernt. „Täglich ertönt mehrfach Luftalarm. Jede Nacht mindestens einmal. Drohnen, Raketen, Marschflugkörper.“ Einen Tag nach seiner Abreise hätten russische Geschosse Wohngebäude getroffen. „16 Menschen starben, darunter zwei Kinder und mehrere Rettungskräfte.“ In der Stadt gebe es keine Soldaten, kein Kriegsgerät. Was Russland dort treffe, seien Wohnhäuser, Familien und Menschen auf dem Weg zur Arbeit.
Nachts in den Luftschutzkeller
In Dnipro habe er erlebt, so der OB, dass Russland seine Kriegsbemühungen längst bewusst und gezielt gegen die Zivilbevölkerung ukrainischer Städte richte. Die Menschen seien erschöpft. Trotzdem sei er keinem einzigen begegnet, der aufgeben wollte. „Niemand in Dnipro. Das hat mich bewegt.“ Sein eindrücklichstes Erlebnis sei ein Abend im jüdischen Gemeindezentrum Menora gewesen. Wegen der Angriffslage sei man länger geblieben als geplant. „Die Mitglieder der Gemeinde haben uns aufgenommen. Nachts mussten wir gemeinsam in den Luftschutzkeller.“ Abends habe man versucht, Normalität einkehren zu lassen, und zusammen ein Bier getrunken. „Die Menschen lassen sich ihren Lebensmut, ihre Lebensfreude nicht nehmen. Für mich eine wirklich beeindruckende Haltung“, sagte Burmester.
Begleitet habe ihn auf der Reise Dirk Wasmuth, Geschäftsführer von Kölnmetall und den Kölner Arbeitgeberverbänden – als Zeichen, „dass auch die Kölner Wirtschaftsunternehmen die Verbindung tatkräftig unterstützen" – auch mit Blick auf die Zeit nach dem Krieg. Wie berichtet, hatte der OB im Namen der Stadt Köln bei seinem Besuch weitere elf gebrauchte Rettungswagen an die Stadt Dnipro übergeben, zudem wurden medizinische Geräte und Stromgeneratoren gespendet. „Die Städtepartnerschaft mit Dnipro ist ein Bekenntnis dazu, dass wir nicht wegschauen, wenn Demokratie in Europa auf den Haufen geworfen wird und ein anderes Land um sein Überleben kämpft“, sagte Burmester.