- Das Land will das sanierungsbedürftige Justizzentrum an der Luxemburger Straße abreißen und auf einem angrenzenden Grundstück bauen.
- Das wurde auch Zeit. Auf dem alten Gelände könnte dringend benötigter Wohnraum entstehen.
- Doch für Stadt und Land scheint das Thema nicht zu drängen. Ein Kommentar
Köln – Endlich haben das Land und die Stadt einen Kompromiss gefunden, damit im Kölner Süden ein neues Justizzentrum entstehen kann. Wer das bisherige Gebäude aus dem Jahr 1981 kennt, der weiß, dass die tägliche Arbeit dort eine Zumutung sein muss. Die in regelmäßigen Abständen defekten Aufzüge bilden in der Immobilie mit 23 Bürogeschossen einen Engpass, der nicht akzeptabel ist, und für die 1800 Mitarbeiter steht nicht genug Raum zur Verfügung.
Es drängt sich allerdings die Frage auf, warum vom Ratsbeschluss bis zur Ankündigung eines Neubaus fünf Jahre vergehen mussten. Denn der Neubau bringt noch einen wichtigen Nebeneffekt mit sich. Auf dem Grundstück des bisherigen Justizzentrums wäre es möglich, in Köln dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Das müsste in den Reihen der Stadtverwaltung eigentlich die höchste Priorität genießen. Doch stattdessen haben Land und Stadt ganze zwei Jahre überhaupt nicht miteinander über die Zukunft des Justizzentrum geredet. Das spricht nicht gerade dafür, dass das Thema aus Sicht der Verantwortlichen wirklich drängte.
Entstehung von Wohnraum ist nicht gesichert
Enttäuschend ist auch, dass die Stadt dem Land keine Zusicherung abringen konnte, dass das Areal des bisherigen Justizzentrums in städtisches Eigentum übergehen wird. So wäre sichergestellt gewesen, dass dort Wohnraum und vor allem auch Sozialwohnungen entstehen könnten. Das Land steht jetzt in der Verantwortung, das Grundstück in bester Lage nicht an einen spekulativ tätigen Investor zu verkaufen.

