Kommentar zum Karneval2022 gibt es die kölsche Lösung

Jeck vor voller Kölner Kneipe - am 11.11.2021.
Copyright: Max Grönert
Es gibt Klarheit und das ist gut: Karneval in Köln ist eine 2G+-Veranstaltung – draußen mit obligatorischem Test für Doppeltgeimpfte, drinnen mit Test auch für Geboosterte. Doch der Kniff, der herhalten musste, um diese Regeln festzulegen, kann noch Nachwehen auslösen.
Denn der Definition nach ist Karneval in Kneipen in diesem Jahr keine Tanzveranstaltung. Diese Interpretation hat es in die Corona-Schutzverordnung des Landes geschafft. Sie ist damit die kölscheste aller Corona-Schutzverordnungen.
Die Auslegung, dass die Festivitäten in Kölner Kneipen ab Weiberfastnacht keine Tanzveranstaltungen sind, macht juristisch eben jene Corona-Schutzverordnung notwendig. Denn weiterhin verboten sind darin der „Betrieb von Clubs, Diskotheken und vergleichbaren Einrichtungen sowie vergleichbare Veranstaltungen“.
Also wird das Ordnungsamt angewiesen, nicht gegen Karnevalsveranstaltungen vorzugehen. Bis zu 750 Personen drinnen sind erlaubt, ein tagesaktueller Test ist nötig für alle Gäste, und dann steht dem Rambazamba nichts mehr im Weg. Eine der kultreichsten Karnevalskneipen, das Unkelbach, jubiliert bereits: „Kneipenkarneval 2022: Wir sind dabei!“
Kneipenkarneval ohne Tanz? Dem Infektionsgeschehen wird angemessen Rechnung getragen, doch dass sich Bilder jubilierender Jecken verhindern lassen, ist kaum zu erwarten. Das wahrscheinlichere Szenario sieht indes so aus:
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