Die Kraniche ziehen seit einigen Wochen wieder trompetend über Köln. Routen, Rastplätze, Klimawandel: Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Vogelzug im FrühjahrDarum sind Kraniche über Köln oft in besonderer Formation zu sehen
Bereits an den kalten Tagen konnte man sie an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen sehen: Kraniche, die in keilförmigen Gruppen Richtung Norden ziehen. Auch über Köln sind die großen Vögel seit einigen Wochen wieder unterwegs. Wenn es kalt ist, kündigen ihre lauten Trompetenrufe bereits den Frühling an und lassen den Blick zum Himmel wandern. Über Köln zeigen sich die Kraniche manchmal in besonderer Formation. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Auf welchen Routen fliegen die Kraniche?
Die meisten Kraniche aus Skandinavien und Nordosteuropa überwintern in Südfrankreich und Spanien und kehren zur Brut wieder nach Norden zurück. Einige Kraniche brüten auch in Nordostdeutschland. Die Tiere orientieren sich auf ihren Wanderungen auch an markanten Punkten in der Landschaft und an Flüssen wie dem Rhein.
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Über Deutschland gibt es unterschiedliche Routen. Mal wird eher Hessen überflogen, mal eher NRW, mal fliegen die Kraniche via Saarland und Rheinland-Pfalz, mal fliegen sie über Luxemburg und Belgien ein.
Wann beginnt der Zug der Kraniche in NRW?
Der Zug der Kraniche richtet sich nach den Wetterbedingungen und Tageslängen. Je nach Wetterlage kann der Frühlingszug aus den Überwinterungsgebieten schon im Februar in Deutschland beginnen.
Gab es Besonderheiten in diesem Jahr durch die Wetterlage in Südeuropa?
Die Rückkehrer aus Frankreich flogen nach dem üblichen Zeitplan. Die Spanien-Überwinterer haben sich aber etwas länger Zeit gelassen. Erst am 18. Februar wurden die ersten Kraniche beim Flug über die Pyrenäenpässe beziehungsweise beim Umfliegen des Gebirges nordöstlich von Barcelona registriert. Grund für die Verzögerung waren die schweren Stürme, die in den ersten Wochen des Jahres über der iberischen Halbinsel tobten.
Manche Kraniche überwintern inzwischen sogar in Deutschland
Macht sich der Klimawandel bei den Vögeln bemerkbar?
Man nimmt an, dass sich die Zugrouten vieler Kraniche durch den Klimawandel schon verkürzt haben. Früher flogen viele bis nach Afrika, heute bleiben die meisten aufgrund der milden Bedingungen aber in Südeuropa. Vereinzelt überwintern Kraniche sogar in Deutschland, das ist ein neues Phänomen.
Wie groß sind die Kranichgruppen, die man über NRW beobachten kann?
Die Gruppengrößen der Kraniche variieren stark. In der Regel sind aber mehrere Dutzend Vögel gemeinsam unterwegs. Große Gruppen können mehrere hundert Vögel umfassen.
Wo sind die Routen und Rastplätze der Kraniche in NRW?
Über Deutschland ergibt sich ein von Tag zu Tag wechselndes Bild mit unterschiedlicher Zugstärke und unterschiedlichen Routen. Über NRW ziehen die Kraniche in breiter Front mit Flugrichtung Nord/Nordost. Man kann sie also an fast allen Orten beobachten, von Aachen bis Bielefeld, von Köln bis Münster.
NRW hat keine großen, regelmäßigen Massenrastplätze wie Norddeutschland mit dem Diepholzer Moor in Niedersachsen oder Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Großteil überfliegt das Bundesland ohne Stopp. Das Oppenweher Moor im Kreis Minden-Lübbecke ist das bedeutendste Kranichrastgebiet in NRW. Auch im Münsterland sind sie gelegentlich zu sehen.
Kraniche kommen über Köln weit nach unten
Was bedeutet das für Kranich-Sichtungen in Köln?
Rastplätze in Köln oder der näheren Umgebung sind laut Nabu nicht bekannt. Kraniche meiden menschliche Siedlungen und bevorzugen dünn besiedelte ländliche Gebiete mit Seen und Wäldern.
Warum sind Kraniche über dem Kölner Süden manchmal tief und in ungeordneter Formation zu sehen?
Typischerweise fliegen die Kraniche in einer Höhe von 200 bis 1000 Metern. Es kommt immer mal wieder vor, dass Gruppen von Kranichen aufgrund von besonderen Wetter- und Windbedingungen zwischenlanden müssen, sicherlich auch im Kölner Umland. Generell wird die Flughöhe während der Reise durch Thermik, Luftdruck und Winde beeinflusst.
Was der Nabu Köln beobachtet: Über Köln kommen die Kraniche oft recht weit herunter, steigen dann aber meist wieder auf. So kann es kommen, dass man sie tief in kreisenden Bewegungen sehen kann und sich die Vögel erst in einer gewissen Höhe wieder zur Keilform zusammenfinden.

