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Sport als WerbungTSV Bayer 04 versucht, Kinder für Olympia zu begeistern

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Heute Gratis: TSV Bayer 04 Kids Sonntag.  Kinder können Olympische Sportarten ausprobieren.

Fechten, gut geschützt vor Verletzungen, konnten Kinder beim Gratis-Olympia-Schnuppertag beim TSV Bayer 04. 

2036, 2040 oder 2044 könnte es olympische Spiele in NRW geben. 

Das Trommeln für eine Olympiabewerbung der Städte an Rhein und Ruhr, darunter auch Leverkusen, hat begonnen. Die Spiele könnten 2036, 2040 oder 2044 nach Nordrhein-Westfalen kommen, vorausgesetzt, die Bevölkerung stimmt zu und ist bereit, die Kosten für die Bewerbung und die Austragung zu tragen. Im April können die Leverkusener darüber abstimmen. 

Auch der TSV Bayer 04 beteiligt sich am Werben für eine Bewerbung. Am Wochenende bot der Verein seinen „Kids-Sonntag“ ausnahmsweise kostenlos an: Die Schleusen für Fördergeld vom Landessportbund und aus der Landesregierung zugunsten der Olympiabewerbung sind geöffnet.

Den „Kids-Sonntag“ bietet der TSV im ganzen Winter an. Kinder können in einem Parcours die Sportarten aller 13 Abteilungen des größten Leverkusener Sportvereins ausprobieren – eine schöne Werbung für den Verein, denn auf diese Weise lässt sich vermutlich manches Neumitglied rekrutieren.

Heute Gratis: TSV Bayer 04 Kids Sonntag.  Kinder können Olympische Sportarten ausprobieren.  Bild: Ralf Krieger

Schaukeln an den Ringen

Natalia Narbutowecz macht Bilder mit dem Handy, als ihre Tochter und eine Freundin in fast voller Montour mit Maske und Schutzschild das Degenfechten ausprobieren. Die kleinere hält die Waffe zuerst noch mit zwei Händen, aber das gibt sich von allein: Wer mit einer Hand fechtet, hat eine höhere Reichweite, das lernt man ganz schnell. Ob die Mädchen Blut geleckt haben und mal zum richtigen Training kommen wollen, zeigt sich erst später.

Die Leverkusener Jugend spielt Faustball

Überraschenderweise gehört auch eine Station mit einer Faustball-Übung zum Parcours. Olympisch ist Faustball nicht, allerdings sei die Sportart gar nicht mal so unbedeutend im Verein, sagt Niklas Hodel, der die Station betreut. Über 80 Kinder und Jugendliche widmen sich dem Rasen-Mannschaftssport, sagt er. Dem Volleyball nicht unähnlich, galt Faustball zwischenzeitlich als Altherrensport, allerdings ist das ja eher eine Auszeichnung, denn man kann die Sportart im Gegensatz zu vielen anderen eben auch als alter Mensch ausüben. Niklas Hodel ist beim TSV mit Mitgliederverwaltung befasst. Der Verein habe zurzeit knapp 9000 Mitglieder. 5000 davon sollen unter 18 Jahre alt sein. Neben Fechten und Faustball konnten die Kinder am Sonntag Judo, Fußball, Handball, Kinder und Jugendsport ausprobieren.

Danica und Denis Kessel sind mit ihren beiden Töchtern gekommen, die mit viel Spaß an den Ringen schaukeln und danach die anderen Stationen absolvieren. Für die Eltern ist es vermutlich ein Leichtes, die Kleinen zum Sport zu bewegen. Danica Kessel sagt, dass sie und ihr Mann schon immer sportlich gewesen seien. Die Mutter hat mehr im Kunstturnen und in der Sportgymnastik trainiert, der Vater ist Handballer, er trainiert sogar eine Kindermannschaft bei der Konkurrenz in seinem Opladener Verein, wo auch die große Tochter schon mitspielt.

Das durchschnittliche Alter aller bisherigen Olympiasieger soll 25 Jahre sein. Angenommen, das Rheinland bekäme die Olympischen Spiele für 2044, dann hätten heutige Kinder ab jetzt 18 Jahre Zeit, zu trainieren, das ist eine lange Zeit. Damit die Kinder das Gefühl, Erster zu sein, mal ausprobieren können, steht in der Halle ein Siegertreppchen.

Gebrauchen kann der TSV olympische Medaillen immer: Noch immer speist sich der Ruf des TSV aus den Erfolgen Willi Holdorfs, dann Heide Rosendahls und Ulrike Meyfarths, also aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Zuletzt waren die Behindertensportler in der Medaillenstatistik erfolgreicher als die nicht behinderten Kolleginnen und Kollegen. Die bislang jüngste Medaille holte der Judoka Karl Richard Frey 2020 in Tokyo.