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Streit über alte HäuserGBO-Chef widerspricht Darstellung der Stadt Leverkusen

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Bagger arbeiten auf einem Neubaugrundstück.

An der Manforter Straße in Wiesdorf, kurz vor der Einmündung Leipziger Straße, will der Bauverein 14 öffentlich geförderte Wohnungen bauen.

Über die Kommunikation in Sachen Schillerstraße gibt es unterschiedliche Meinungen. Klar ist dagegen der Jahresbericht des GBO.

Alexander Dederichs, technischer Leiter des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO), widerspricht im Streit über die alten Villen an der Schillerstraße in Opladen der Darstellung der Stadt. „Das, was da kommuniziert wurde, entspricht nicht ganz der Wahrheit“, so Dederichs im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“. Es habe „von der Stadt Leverkusen im März und April überhaupt keine Kontaktaufnahme“ mit ihm bezüglich der beiden leerstehenden Gründerzeitvillen gegeben.

Ein Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde habe ihn lediglich am 7. Mai informiert, dass die Häuser vorläufig unter Denkmalschutz gestellt werden. Er selbst habe daraufhin Kontakt mit dem Chef der Bauaufsicht, Dirk Baumeister, aufgenommen. Die Stadtverwaltung hatte auf Fragen dieser Zeitung den Ablauf der Kommunikation anders dargestellt: „Herr Dederichs wurde im März, April und im Mai 2026 über das anhaltende (2021) und in 2026 zunehmende öffentlich bekundete Interesse am Erhalt der Objekte informiert.“ Dederichs weist das zurück: „Die Kommunikation war weit weniger umfangreich als dargestellt.“

Gründerzeitvillen an der Schillerstraße in Opladen

Diese beiden Gründerzeitvillen an der Schillerstraße will der Gemeinnützige Bauverein Opladen abreißen.

Der Co-Chef der GBO sagte weiter, was ihn besonders irritiere, sei, dass man die Frage des Denkmalschutzes für die beiden Objekte schon vor langer Zeit hätte klären können: „Warum macht man das jetzt?“ Dederichs weist auch darauf hin, dass die Fachleute des Landschaftsverbands Rheinland die Frage erst vor fünf Jahren abschlägig beantwortet hätten. „Wo ist die signifikante Veränderung, die eine neuerliche Prüfung rechtfertigt? Mir fehlt die Schlüssigkeit in der Begründung der Stadt für ihr Vorgehen.“

Ob der Bauverein das Neubauprojekt für 70 Wohnungen auf dem Areal an der Ecke Im Hederichsfeld/Schillerstraße überhaupt noch durchführt, wenn die beiden Häuser Schillerstraße 4 und 6 zu Baudenkmälern werden, ließ Dederichs offen. „Wenn da Denkmalschutz kommt, ist das Gesamtprojekt wirtschaftlich nur noch sehr schwer durchzuführen.“ Durch das Engagement des GBO, „weil wir ins Risiko gegangen sind“, werde eine Bebauung auf dem Areal überhaupt erst möglich. „Das wird nicht erkannt. Das finde ich traurig.“


Jahresbericht: Durchschnittsmiete 7,26 Euro

Der GBO vermietet seine mehr als 2000 Wohnungen im Bestand zu einem Durchschnittspreis von 7,26 Euro pro Quadratmeter. Diese Zahl nannte die kaufmännische Bauvereins-Leiterin Meral Tosun auf der Mitgliederversammlung der Genossenschaft. Ziel des GBO sei es weiterhin, bezahlbaren Wohnraum für die Menschen in der Stadt zu schaffen, so Tosun.

Dederichs fügte im Zusammenhang mit dem vom Bauverein im vergangenen Jahr fertiggestellten Projekt des generationsübergreifenden Wohnens an der Birkenbergstraße an, dort werde der Wohnraum für 11,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. Dederichs: „Ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich sage, dass das nicht kostendeckend ist. Um es auf den Punkt zu bringen, wir brauchen 16 Euro Miete.“

Die einzige Alternative, um Wohnraum für günstigere Mieten von 7,25 bis 8,40 Euro zu errichten, sei öffentlich geförderter Wohnraum. Der GBO habe zum Beispiel für sein Neubauprojekt in Wiesdorf an der Manforter Straße öffentliche Zuschüsse beantragt. Seit wenigen Tagen sind dort, kurz vor der Einmündung der Leipziger Straße, Bagger mit Erdarbeiten beschäftigt. Der Bauverein will dort für 4,3 Millionen Euro 14 Wohnungen bauen, alle öffentlich gefördert. Dederichs rechnet mit 14 Monaten Bauzeit, die ersten Mieter sollen im Sommer 2027 einziehen können.

Für das Projekt an der Fritz-Henseler- und Ewald-Flamme-Straße liegt dem GBO für den 1. Bauabschnitt mittlerweile eine Baugenehmigung vor. Dort will die Genossenschaft 75 neue Wohnungen bauen, auch dort zum großen Teil öffentlich gefördert, und dafür Altbauten abreißen. Man habe im März die betroffenen Mieter, die aus ihren Wohnungen ausziehen müssen, informiert, so Dederichs. Von den Mietern sei dem GBO Verständnis und Akzeptanz entgegengebracht worden. Dederichs: „Wir finden gemeinsam Lösungen für eine alternative Unterbringung. Manchmal ist das dauerhaft, manchmal auch nur vorübergehend. Dann geht es später zurück in den fertigen Neubau.“ Die Neubauarbeiten sollen 2027 begonnen, der 1. Bauabschnitt 2029 fertig werden.

Wohnhäuser an der Fritz-Henseler-Straße in Opladen

Müssen Neubauten weichen: Die niedrigen Gebäuderiegel an der Fritz-Henseler-Straße rechts und links der Durchfahrt zum Torhaus.

Teil des Bauvorhabens soll auch eine Kindertagesstätte werden. Da sei man sich mit der Stadt einig geworden und habe dem technischen GBO-Chef zufolge auch schon einen potenziellen Betreiber gefunden.

Nur ein paar Hundert Meter weiter östlich, an der Kanalstraße, soll das nächste große GBO-Projekt Wirklichkeit werden. Auf Flächen, die bisher vor allem als Garagenhöfe genutzt wurden, sollen 50 neue Wohnungen entstehen, Bauvolumen dort: etwa 17 Millionen Euro. Ende des Jahres soll der Bauantrag an die Stadt gehen.

Überschuss von 2,6 Millionen Euro

Im Jubiläumsjahr 2025 erwirtschaftete der Bauverein einen Überschuss von 2,6 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn betrug 600.000 Euro. Damit bewegen sich die Zahlen auf dem Niveau des Vorjahres (Überschuss: 2,24 Millionen Euro, Gewinn: 605.000 Euro). Die Mitglieder der Genossenschaft erhielten eine Dividende von drei Prozent. Etwa 265.000 Euro – zehn Prozent des Überschusses – flossen in die gesetzliche Rücklage, knapp 1,8 Millionen Euro bleiben dem GBO als freie Rücklage. Die kaufmännische Leiterin Meral Tosun ordnete das Ergebnis ein: „Diese Zahlen sind kein Zeichen von Gewinnmaximierung. Sie schaffen den nötigen Spielraum für Investitionen und zukünftige Projekte.“

Der Bauverein investierte 2025 etwa 1,6 Millionen Euro in seinen Gebäudebestand, um Dächer, Fassaden oder Heizungen zu modernisieren und zu erneuern sowie für weitere Maßnahmen, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern.

Der GBO hat 2076 Wohnungen im Bestand. Dazu kommen 57 Gewerbeeinheiten und 1429 Garagen und Stellplätze.