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Köln früher und heuteWie der Rosengarten des St. Elisabeth-Krankenhauses gerettet wurde

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Rosengarten des St. Elisabeth-Krankenhauses Hohenlind

Der Rosengarten spiegelt den Grundriss der Krankenhauskirche wider.

Zu dem einst größten Krankenhaus Westdeutschlands gehört auch ein großer Park. Lange Zeit war dieser jedoch in einem schlechten Zustand.

Die Zeiten sind hart im Jahr 1932. Millionen Menschen haben keine Arbeit, die Nationalsozialisten schwingen sich zur zweitstärksten Partei Kölns auf. Gleichzeitig gibt es wegweisende Neuigkeiten. Die Siedlung „Weiße Stadt“ von Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod, die in Buchforst fertig wird, ist ein Paradebeispiel des „Neuen Bauens“. Die Kraftwagenstraße zwischen Köln und Bonn läutet die Ära der Autobahnen ein, man kann jetzt ganz ohne Kreuzungen durch die Landschaft rasen. So sieht die Zukunft aus.

Krankenzimmer liegen in Richtung Süden

Im Westen der Stadt wiederum ist das St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind betriebsbereit, das zur Zeit seiner Entstehung als größtes Krankenhaus Westdeutschlands gilt. Der Deutsche Caritasverband als Bauherr beweist auch hier Innovationskraft und Ideenreichtum. „Sämtliche Krankenzimmer liegen nach Süden in der Richtung zu dem hundertfünfzigjährigen Park“, schreibt die Zeitung „Der Mittag“.

Eine Kirche mitten im Gebäude trennt das allgemeine Krankenhaus vom katholischen Fortbildungsinstitut für Gesundheitsvorsorge. Sie ist ein Meisterwerk von Architekt Dominikus Böhm – schlicht, funktionalistisch, anders. Anstatt der üblichen Naturmaterialien kommt Beton zum Einsatz. Emporen und die erhöhten Seitenschiffe ermöglichen es Patienten aus den oberen Etagen, am Gottesdienst teilzunehmen. „Das ist einmalig“, sagt Ulrich Markert.

Grünfläche war in einem verwahrlosten Zustand

Der 83-Jährige hat die Geschichte des Krankenhauses recherchiert und sich vor allem für den Rosengarten hinter dem Westflügel eingesetzt. „Das Besondere ist, dass die Form des Rosengartens den Grundriss der Kirche mit ihrer abgerundeten Apsis widerspiegelt“, sagt Markert: „Von daher ist der Park ohne das Krankenhaus nicht denkbar und umgekehrt. Das gehört zusammen.“ Dennoch befand sich die gestaltete Grünfläche noch vor einigen Jahren in einem verwahrlosten Zustand. Selbst Überlegungen für eine Bebauung hätten im Raum gestanden, so Markert. Auch der Laubengang mit Kreuzweg, der 1932 für die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu errichtet worden war, existierte nicht mehr.

historisches Bild von Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu im Laubengang hinter dem St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind

Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu im Laubengang hinter dem St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind, ca. 1952.

Ulrich Markert prangerte den Missstand öffentlichkeitswirksam an, indem er ihn 2009 zum „Denkmal des Monats“ des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschafts­schutz erklärte, und machte sich an eine mühevolle Kleinarbeit: Er nahm Kontakt zu Mitstreitern des Stadt- und Landeskonservators auf und überzeugte den Aufsichtsrat der Caritas-Gesellschaft für Anstaltskredit, das gärtnerische Kleinod wiederherzustellen. Nur der Laubengang mit dem Kreuzweg feierte keine Wiederauferstehung – er war speziell für die Schwestern angelegt worden, die aber nicht mehr im Krankenhaus arbeiten.

Park mit Rosengarten und waldartigem Gelände

Der Rosengarten ist nur ein kleiner Teil des Krankenhaus-Parks. Östlich davon erstreckt sich ein waldartiges Gelände, das auf ein mittelalterliches Gut des Antoniterordens zurückgeht. Im Zuge der Säkularisation erwarb die Familie Herstatt die Anlage. Als Katharina Adelaide Herstatt den Bankier Johann Heinrich von Stein heiratete, bekam sie das Grundstück als Mitgift geschenkt. „Es war der Grundstock des ‚landtagsfähigen Rittergutes‘ Hohenlind, für das um 1850 ein klassizistisches Landhaus nahe der Decksteiner Straße errichtet wurde“, so Ulrich Markert.

Garten hinter dem Krankenhaus in Hohenlind

Der Garten hinter dem Krankenhaus in Hohenlind zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite – allerdings ohne den früheren Laubengang.

Der Park mit seinen verschlungenen Wegen und den uralten Bäumen trägt noch heute die Handschrift des Kölner Gartendirektors Jakob Greiß. 1927 kauften der Deutsche Caritasverband und die Stadt Köln den Erben von Stein eine 70.000 Quadratmeter große Fläche ab und machten sie zum öffentlichen Krankenhaus-Park.

Parkanlagen als Teil der Behandlung

„Parkanlagen und Gärten zu haben, war Teil der Behandlung, für die Erholung also sehr wichtig“, sagt Petra Engelen, die beim Landeskonservator als Referentin für die Gartendenkmalpflege tätig war. Mittlerweile seien viele Kölner Krankenhausgärten verschwunden – obwohl ihr Wert für die Heilung der Patienten unverändert groß sei. Für die Garten- und Landschaftsarchitektin sind Gartendenkmäler gleichbedeutend mit Baudenkmälern: „Allerdings sind es Kunstwerke, die immer wieder erneuert werden müssen.“

Ulrich Markert hofft, dass der Rosengarten die ihm gebührende Pflege erhält. Hier sei auch ehrenamtliches Engagement möglich. Auf seinen Beitrag für die neue Blumenpracht hinter dem Krankenhaus sei er durchaus ein wenig stolz.