Das 4700 Quadratmeter große Gelände in guter Lage ist für 1.420.000 Euro zu haben - samt Gebäude. Das wird als abbruchreif beschrieben.
Areal steht zum VerkaufBöhm-Bau Haus Sonnenberg in Voiswinkel droht der Abriss

Haus Sonnenberg in Voiswinkel steht leer. Ein Käufer für das große Areal wird gesucht. Dem Haus droht der Abriss.
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Haus Sonnenberg geht einer ungewissen Zukunft entgegen. Seit Ende 2025 steht das Gebäude in Voiswinkel leer. Die Katholische Jugendagentur Köln (KJA) ist Eigentümerin der Immobilie und will sich nach eigenen Angaben wegen des großen Sanierungsbedarfs des Gebäudes – die Rede ist von 650.000 Euro – von Haus Sonnenberg trennen. Doch die Suche nach einem neuen Eigentümer gestaltet sich schwierig.
Wie berichtet, hatte die KJA im Jahr 2024 den Pachtvertrag der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) gekündigt, die hier eine Jugendtagungsstätte betrieb – mietfrei gegen Instandhaltung, so KJA-Geschäftsführer Bernd Rustemeyer. Damals war auch von einem privaten Kaufinteressenten für das Haus und das große Grundstück die Rede. Das habe sich aber zerschlagen, bedauert Rustemeyer. Auch die Suche nach einem Käufer, der am Sonnenberg eine soziale Einrichtung verwirklichen wolle, sei bisher erfolglos geblieben, berichtet der Geschäftsführer.
Die Vermarktung der Immobilie hat man nun einem Makler übertragen
Nun hat man die Vermarktung der Immobilie an einen Makler übertragen. Hier zählt in erster Linie der Grundstückswert. Gut möglich, dass am Ende der Geschichte von Haus Sonnenberg die Abrissbirne steht.
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Auf einem bekannten, digitalen Immobilienportal wird das 4.700 Quadratmeter große Areal derzeit als „traumhaftes Baugrundstück mit unverbaubarem Blick“ für 1.420.000 Euro zum Kauf angeboten. Einschließlich des darauf stehenden Gebäudes, dessen Zustand im Inserat kurz und knapp als „abbruchreif“ bezeichnet wird.
Der bekannte Kirchenbaumeister Dominikus Böhm entwarf das Haus
Dabei hatte Haus Sonnenberg, das in den 1930er Jahren als Land-, beziehungsweise Jugendheim erbaut wurde, mit Dominikus Böhm einen Architekten von herausragender Bedeutung. Böhm senior, Vater des nicht minder prominenten Gottfried Böhm (dieser schuf unter anderem das Rathaus Bensberg, das Kinderdorf Bethanien und die Herz-Jesu-Kirche in Schildgen), gilt gemeinhin als Kirchenbaumeister und wagte sich in Voiswinkel einmal auf anderes Terrain.

Haus Sonnenberg, wie es in den Anfangsjahren aussah. Danach wurde es mehrfach umgebaut.
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Dr. Alexander Kierdorf vom Bergischen Geschichtsverein Rhein-Berg hat die Geschichte des Hauses recherchiert und dokumentiert und wird sie in der nächsten Ausgabe der Vereinszeitschrift „Heimat zwischen Sülz und Dhünn“ veröffentlichen. An eine Rettung des Hauses glaubt er kaum noch. „Aber wir können wenigstens einen anständigen Nachruf schreiben“, sagt er bedauernd. Zu dieser Würdigung gehört, dass das Gebäude „aufgrund seiner Geschichte und Gestalt von großem historischen Interesse“ ist.
Geschichtsverein kürt das Böhm-Haus zum „Denkmal des Monats“
Daher soll Haus Sonnenberg im Frühjahr auch „Denkmal des Monats“ werden, eine Auszeichnung, mit der vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie vom Bergischen Geschichtsverein regelmäßig auf bedrohte Objekte hingewiesen wird, um sie ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und nach Möglichkeit zu retten.
Obwohl das Gebäude von Böhm ein Baudenkmal im klassischen Sinne gar nicht ist. „Es gibt keine Möglichkeit, das Haus als Denkmal eintragen zu lassen, weil es immer wieder gravierend baulich verändert wurde“, erklärt Kierdorf das Dilemma. Folge der immer wieder geänderten Nutzung, die der Historiker nachgezeichnet hat. „Man erkennt noch die Böhm'sche Handschrift, aber sie ist stark verändert“, konstatiert der Bergisch Gladbacher. Hier in der Kreisstadt sei man ja für Bauten aus dem Hause Böhm sehr sensibilisiert.
„Wir haben unsere Verkaufsabsichten bei sozialen und bei katholischen Trägern breit gestreut“, berichtet Rustemeyer, sei aber leider nicht erfolgreich gewesen. Auch Pläne unter Beteiligung der Bethe-Stiftung für ein Kinderhospiz seien nicht konkret geworden. Im Zweifel würde man bei ähnlichem Angebot eine sozialen Träger bevorzugen, sei aber auch gezwungen „betriebswirtschaftlich zu denken“. Weil man die Gefahr sehe, dass das leerstehende Haus zunehmend verfalle, habe der Aufsichtsrat nun beschlossen, das Immobilienangebot „am Markt zu platzieren “.

