In Bergisch Gladbach ist das Verlegen von Stolpersteinen künftig ohne bürokratischen Akt möglich
ErinnerungBergisch Gladbach erleichtert das Verlegen von Stolpersteinen

Künstler Gunter Demnig arbeitet in seiner Werkstatt an 'Stolpersteinen'.
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Das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus ist Kern der Stolpersteine. Gunter Demnig, Künstler und Ideengeber, hat in den vergangenen Jahrzehnten Tausende Stolpersteine in Gehwege und Plätze eingelassen. Alles Erinnerungen an Menschen, die während der Hitler-Diktatur zwischen 1933 und 1945 in den deutschen Konzentrationslagern ermordet wurden oder die Jahre der Entrechtung und Inhaftierung nur mit Glück überlebt hatten. Bislang war für die Verlegung in Bergisch Gladbach ein Verwaltungsakt erforderlich.
Einstimmiger Beschluss
Im Rathaus prüften Beamte den Vorgang, stempelten die Dokumente und gaben ihre Zustimmung zur Umsetzung. Ein Prozess, der immer sehr viel Zeit in Anspruch nahm und letztlich die von allen Seiten gewollten Stolpersteine kompliziert machte. Seit kurzem, nach einem einstimmigen Beschluss im Kulturausschuss der Stadt, braucht der Verwaltungsweg nicht mehr beschritten zu werden. Mit den Lebensdaten
Die Ausschussmitglieder trafen einstimmig einen Grundsatzbeschluss, dass die Stolpersteine verlegt werden dürfen. Eine Debatte blieb im politischen Gremium aus, lediglich der Vertreter der in Teilen rechtsextremistischen Partei „Alternative für Deutschland“ betonte, dass die Fraktion „selbstverständlich“ das Anliegen unterstütze.
Acht Gedenksteine
In den vergangenen Jahren sind in Bergisch Gladbach acht Stolpersteine verlegt worden. Immer geschah dies mit Begleitung der Verwaltung, mit einem Behördenakt. „Da kann ich mich noch an die Anfänge der Stolpersteine erinnern“, berichtet in der Diskussion der Beigeordnete Stephan Dekker.
Nach den Unterlagen war es im August 2006, als sich der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden erstmals mit diesem Erinnerungsprojekt beschäftigt hatte. Hilfe gibt die Stadt Bergisch Gladbach seitdem bei der Datenbeschaffung über das Stadtarchiv und auch gegebenenfalls beim Einsetzen der Gedenksteine. Die Messingplatten enthalten stets den Namen des Opfers, die Lebensdaten, verlegt werden die Platten immer am letzten freiwillig gewählten Wohnort.
Aktion am 12. Juni
In Bergisch Gladbach gibt es Stolpersteine für Henriette Zimmermann (Standort Ahornweg 9), Dr. Erich Deutsch (Altenberger-Dom-Straße 128), Reinhold und Elise Joschkowitz (An der Tent 2), Gertrud Stockhausen (Bärbroich 17), Erna Kahn und Ernst Danzig (Bensberger Straße 188a) und Harry Freimuth (Hüttenstraße 40).
Am 12. Juni wird Demnig drei weitere Stolpersteine verlegen, für die Zwangsarbeiter Walerij Winogradow und Konstantin Wladimirnow sowie die Refrather Bürgerin Maria Herbrand.
Für die Schüler des Geschichtskurses am Bensberger Otto-Hahn-Gymnasium ist die Stolperstein-Aktion der Abschluss ihres Projektes. Für ihre Forschungen zur Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Bensberg hatten sie den Bergisch Gladbacher Heimatpreis des Jahres 2025 erhalten.
