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Stärke von 1.9 gemessenIn der Nähe von Terra Nova in Elsdorf bebte die Erde

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Am Aussichtspunkt Forum Terra Nova bietet sich Besuchern einen Blick in den Tagebau Hambach.

Am Aussichtspunkt Forum Terra Nova bietet sich Besuchern einen Blick in den Tagebau Hambach. In der Nähe bebte die Erde.

Experten registrierten den Ausschlag am Freitag (10. Juli). Es war eines der stärksten Beben in den vergangenen Jahren im Rheinland.

Am Ostrand des Braunkohletagebaus Hambach hat sich am Freitag (10. Juli) um 14.55 Uhr ein induziertes Erdbeben der Magnitude 1.9 ereignet. Das meldet das Portal „Erdbeben in Deutschland“ unter Berufung auf die Erdbebenstation Bensberg (Rheinisch-Bergischer Kreis). Das Epizentrum lag knapp einen Kilometer von Berrendorf-Wüllenrath (Elsdorf) entfernt, nahe des Aussichtspunktes Terra Nova 1. Mit Magnitude 1.9 sei es eines der stärksten Erdbeben im Rheinland in den vergangenen Jahren gewesen.

Da das Beben in sehr geringer Tiefe aufgetreten sei, könnte dessen Größe allerdings etwas überschätzt sein, heißt es in dem Portal. Trotzdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass es in Teilen von Elsdorf beziehungsweise am Tagebau direkt schwach verspürt worden ist.

Wolken ziehen über Bagger im Braunkohletagebau Hambach.

Wolken ziehen über Bagger im Braunkohletagebau Hambach. Dort hat die Erdbebenstation Bensberg am Freitag ein Erdbeben registriert.

Solche Erdbeben entstünden im Rheinischen Braunkohlerevier vor allem durch die Absenkung des Grundwasserspiegels sowie die Umlagerungen durch den Abbau, heißt es weiter. Dadurch veränderten sich die Druckverhältnisse im Untergrund, während sich die oberen Sedimentschichten setzen und verdichten. Weil diese Beben meist sehr oberflächennah aufträten, könnten sie bereits bei niedrigen Magnituden spürbar sein. Häufig liegen ihre Epizentren jedoch innerhalb der aktiven Tagebaue und damit außerhalb aktuell bewohnter Gebiete.

Zuletzt waren im August 2024 das Stadtzentrum von Bergheim und angrenzende Bezirke von einem Erdbeben erschüttert worden. Die Erdbebenstation Bensberg der Universität zu Köln teilte damals auf Anfrage mit, es habe den Ursprung des Bebens nördlich von Bergheim lokalisiert. Das Beben gehöre dabei zu der Kategorie „der bergbaulich induzierten Erdbeben“. Mit einer Stärke von 2,0 und einer geringen Tiefe von 1,1 Kilometern sei davon auszugehen, dass einige Menschen in der näheren Umgebung die Erschütterung verspürt haben.

In der Niederrheinischen Bucht bebt die Erde vergleichsweise deutlich häufiger als anderswo

Dutzende Bewohner der Kreisstadt hatten in Sozialen Netzwerken gepostet, dass die Erde für kurze Zeit gebebt habe. Ein Sprecher der Feuerwehr Bergheim bestätigte, dass es Anrufe gegeben habe.

Das Rheinland liegt im am stärksten von Erdbeben gefährdeten Gebiet in Deutschland. Erdbebenwissenschaftler Dr. Marco Pilz vom Deutschen „Geo Forschungs-Zentrum“ (GFZ) in Potsdam sagt: „Das Rheinland gehört zur Niederrheinischen Bucht. Die Niederrheinische Bucht, das Gebiet südlich von Leipzig bis ins Vogtland hinein und die Schwäbische Alb sind die drei größten Gebiete in Deutschland, in denen es vergleichsweise deutlich häufiger bebt“ – jedenfalls verglichen mit dem Rest des Landes.