Abo

Baugenehmigung beanstandetVerwaltungsgericht bremst Skatepark in Bensberg aus

3 min
Jugendliche skaten am Skaterpark Bergisch Gladbach Saaler Mühle hinter dem Otto Hahn Schulzentrum.

Die ramponierten Sprungelemente des Skateparks an der Saaler Mühle dienen nur noch als Treffpunkt, nicht als Sportanlage.

Verwaltungsgericht Köln stoppt Planungen für Freizeitanlage in Bensberg wegen eines formalen Fehlers.

Rechtlich fühlte sich die Stadtverwaltung bei den Planungen für den Skatepark sowie eines Multi-Courts bisher auf der absolut sicheren Seite. Jetzt erhält sie einen Dämpfer. Das Verwaltungsgericht Köln hat die Baugenehmigung für die Freizeitanlage im Naherholungsgebiet an der Saaler Mühle aus formellen Gründen beanstandet. Damit verzögert sich die Umsetzung des Projekts auf unbestimmte Zeit.

„Aufgrund des gerichtlichen Verfahrens haben wir die bereits erteilte Baugenehmigung zurückgenommen“, berichtet Dezernent Thore Eggert zu Beginn der Sitzung des Infrastrukturausschusses am Dienstagabend. Aktuell arbeite die Verwaltung gemeinsam mit den beteiligten Fachplanern an der Aktualisierung der erforderlichen Unterlagen. Wie berichtet, fordert die Bürgergemeinschaft Alt-Frankenforst das Aus für die Sportanlage und begründete ihre Klage vor Gericht mit dem Umweltschutz.

Das Projekt ist nicht inhaltlich geprüft worden.
Thore Eggert, Kämmerer und Dezernent der Stadt Bergisch Gladbach

An der geplanten Modernisierung der in die Jahre gekommenen Skateanlage will die Stadt trotz des Rückschlags festhalten. „Das Projekt ist nicht inhaltlich geprüft worden“, betont Eggert auf Nachfrage dieser Zeitung. Das Verwaltungsgericht habe die Baugenehmigung wegen einer Formalie für nicht rechtskonform eingestuft.

Dabei gehe um ein naturschutzrechtliches Detail: So habe die Naturschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises zwar eine Ausnahmegenehmigung für den Umbau der Anlage erteilt, aber die Maßnahme nicht für „sofort vollziehbar“ erklärt, so Eggert. Die Folge: Die Baugenehmigung vom Oktober 2025 ist unwirksam.

Stadt bemüht sich, die erforderlichen Unterlagen rasch zu aktualisieren

Die Stadtverwaltung sei jetzt dabei, die erforderlichen Unterlagen zu aktualisieren. „Anschließend werden wir sie erneut zur Genehmigung vorlegen“, kündigt Eggert an. Ziel sei es, die vollständigen Antragsunterlagen bis zu Beginn der Sommerferien erneut einzureichen. Einen konkreten Termin für die Realisierung des Freizeitprojekts für Kinder, Jugendliche und Erwachsene könne die Stadt derzeit nicht nennen – wegen des laufenden Genehmigungsverfahrens, aber auch weil weitere juristische Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen seien.

„Die gerichtliche Entscheidung respektieren wir selbstverständlich“, meldet sich auch Bürgermeister Marcel Kreutz zu Wort, „aber wer möchte, dass junge Menschen ihre Freizeit sinnvoll gestalten können, muss ihnen auch die passenden Orte dafür bieten.“ Genau dafür stehe die Modernisierung des Skateparks. Er betont, dass das Projekt gemeinsam mit den späteren Nutzern entwickelt worden sei. Die bestehende Halfpipe plus einigen kleineren Sprungelementen ist schon sein vielen Jahren dermaßen ramponiert, dass sie nicht mehr genutzt werden – zu groß ist das Verletzungsrisiko.

Planungen für die neue 1,2 Millionen Euro teure neue Sportanlage laufen seit fast fünf Jahren

Seit fast fünf Jahren laufen die Planungen für die neue 1,2 Millionen Euro teure neue Sportanlage – begleitet von Protesten und Sorgen der Nachbarschaft im benachbarten Wohnviertel Frankenforst. Unterschriftenaktionen und Petitionen wurden auf den Weg gebracht. Die Bürgergemeinschaft Alt-Frankenforst betonte in ihren bisherigen Pressemitteilungen immer, dass sie es grundsätzlich sehr begrüße, dass Jugendlichen Sportmöglichkeiten im Stadtgebiet geboten würden.

Das Hauptproblem sieht die Bürgergemeinschaft im abgelegenen Standort. Befürchtet wird, dass der Park nicht als Sportanlage wahrgenommen werde, sondern sich zu einer nächtlichen Feierstätte verwandeln könnte. Angebote für Breitensport mit einem geringeren Eingriff in die Natur seien eine bessere Alternative, lautet die Argumentation.