Viele Autofahrer übersehen in der neu gestalteten Schloßstraße offenbar die Regeln und wundern sich über Strafzettel – Ordnungsamt im Einsatz.
Autofahrer verwirrtKnöllchenregen entlang der Bensberger Schloßstraße

Das Ordnungsamt kontrolliert Falschparken in der neu gestalteten Schloßstraße. Viele Autofahrer aber verstehen die Parkregelung (noch) nicht.
Copyright: Guido Wagner
Erstaunt schaut der Familienvater auf den Strafzettel unter seinem Scheibenwischer, dann auf das Parkticket hinter seiner Windschutzscheibe: „Aber das ist doch noch gültig.“ Der Mittvierziger kratzt sich am Kopf, lässt seinen Sohn schon mal einsteigen. Was er falsch gemacht hat, versteht er zunächst nicht.

Oben rechts steht's an der Einfahrt zur neugestalteten Schloßstraße, aber viele übersehen offenbar den Hinweis, dass nur in den markierten Flächen geparkt werden darf – und kassieren Strafzettel.
Copyright: Guido Wagner
Tatsächlich hat er die weißen Ecken nicht beachtet, mit denen die Stadtverwaltung wie berichtet vor einigen Wochen markiert hat, wo in den neugestalteten Bensberger Schloßstraße nur noch geparkt werden darf. Nämlich auf der rechten Seite. Auf der linken Seite der nun auf weiter Strecke als Einbahnstraße ausgewiesenen Einkaufsmeile ist Parken verboten.
Ein Knöllchen-Auto hinter dem anderen auf der linken Straßenseite
Das hat aber am Montagmorgen nicht nur der Familienvater mit dem Kölner Kennzeichen nicht verstanden. Eine ganze Reihe weiterer Fahrzeuge stehen vor ihm. Allesamt mit Knöllchen an der Windschutzscheibe.

Mit solchen weißen „Ecken“ sind die erlaubten Parkplätze markiert.
Copyright: Guido Wagner
„Das Schild an der Ecke vorne, an der man hier in die Straße einbiegt, ist aber auch kaum zu sehen“, sagt ein Passant, der zu Fuß unterwegs ist. „Viel zu hoch und direkt an der Kreuzung. Da muss man als Autofahrer auf anderes achten“, sagt der Fußgänger.
Passant schlägt Papp-Ordnungshüter mit auffälligem Hinweis vor
Ein anderer Passant hat einen Vorschlag: „Einfach nach der Einfahrt auf die linke Seite der Straße einen Papp-Polizisten oder eine andere Ordnungshüter-Figur mit einem Schild hinstellen, das besagt, dass das Parken nur auf der rechten Seite der Straße erlaubt ist“, schlägt er vor: „Das würde auffallen.“ Seinen Namen möchte der Senior nicht unbedingt in der Zeitung lesen: „Ich war früher selbst mal bei der Stadt beschäftigt.“

Knöllchen hagelt's derzeit reichlich in der Schloßstraße.
Copyright: Guido Wagner
Ohne solch einen deutlicheren Hinweis rangiert bereits der nächste Autofahrer hinter die parkenden Autos am Emilienbrunnen und eilt zum Parkautomaten, bevor ihn wohlmeinende Zeitgenossen ansprechen, dass er seinen Wagen dort nicht stehen lassen dürfe. Die Kontrolleure des städtischen Ordnungsamts sind an diesem Morgen im Großeinsatz, haben extra an der Schloßtreppe – gut sichtbar für alle Verkehrsteilnehmer in der Schloßstraße – einen ihrer blau-gelben Einsatzwagen platziert. Direkt daneben: ein Streifenwagen der Polizei.
Auch vis-à-vis der Ordnungshüter wird verbotswidrig geparkt
Allein: Es hilft nichts. Direkt gegenüber stellt eine Autofahrerin ihren Wagen direkt vor dem Kino ab – weit entfernt von den nächsten Parkmarkierungen. „Die braucht man hier?“, fragt sie verunsichert auf den Einwand hin, dass dort, wo sie stehe, das Parken verboten sei. Dann schüttelt sie ungläubig den Kopf und eilt in die Passage: „Muss nur eben Geld abheben“, ist noch zu hören. Immerhin ist sie zurück an ihrem Wagen, bevor ihn die Kontrolleure des Ordnungsamts erreicht haben – ein Knöllchen weniger.

Auch direkt vis-à-vis der Ordnungshüter wird verbotswidrig geparkt.
Copyright: Guido Wagner
Derweil kommt es in der Einbahnstraße ein paar Meter entfernt zu einer brenzligen Situation, als ein Autofahrer mit Westerwälder Kennzeichen – wie früher in der „alten“ Schloßstraße – wendet und zurück Richtung Schloßberg fahren will. Er kommt nicht weit: Eine entgegenkommende Autofahrerin macht ihm gestikulierend klar, dass er sich in einer Einbahnstraße befindet – und erneut wenden muss.
„Im Zuge der Neugestaltung der Schloßstraße in Bensberg ist es in der Bevölkerung zu Unsicherheiten darüber gekommen, in welchen Bereichen das Parken zulässig ist und wo nicht“, hatte die Stadtverwaltung vor mehr als zwei Wochen festgestellt und darauf „mit zusätzlichen, klarstellenden Markierungsarbeiten“ reagiert.
So richtig angekommen zu sein, scheinen die am Montagmorgen dieser Woche noch längst nicht bei allen Verkehrsteilnehmenden in der Schloßstraße – manche verstehen nicht einmal, warum sie den Strafzettel bekommen haben.

