Das wackelige Pflaster in der Buchmühlenstraße soll preisgünstig durch Asphalt ersetzt werden.
Bergisch GladbachBilliger Asphalt soll teure Steine in der Buchmühlenstraße ersetzen

Die Fotomontage zeigt, wie die Buchmühlenstraße aussehen könnte.
Copyright: Stadt Bergisch Gladbach
Das Rumpel-Pflaster in der Buchmühlenstraße soll durch Asphalt ersetzt werden. Perspektivisch könnte dies laut Stadtverwaltung auch für die komplette Fußgängerzone gelten. Die Kosten sind der eine Teil des Bauskandals, die mit den Bauarbeiten einhergehenden Einschränkungen für die Geschäftsleute der andere. Und es stellt sich die bange Frage, ob der Schloßstraße in Bensberg ein ähnliches Drama drohen könnte?
„Mehrfach haben wir auf die gefährlichen Stolperfallen in der Gladbacher Fußgängerzone für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, hingewiesen“, sagt Martin Derda vom Seniorenbeirat in der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen am Dienstagabend. Besonders gravierend sind die Schäden wie berichtet in der Buchmühlenstraße in der Passage, die zur Volkshochschule führt.
Den Geschäftsleuten in der Innenstadt soll lange Bauzeit erspart bleiben
Auch aus Sicht der Stadtverwaltung besteht dort dringender Handlungsbedarf, um die Verkehrssicherheit aufrecht zu halten. „Das sieht ja aus wie ein Mäuseklavier und klappert auch so“, sagt Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter. Die Verwaltung schlägt vor, das Pflaster der Fahrbahn einschließlich der Bettung zu entfernen und in Asphaltbauweise zu erneuern. Nur die weniger beanspruchten Ränder sollen noch repariert werden. „Das ist die schnellste, nachhaltigste und kostengünstigste Option“, betont Migenda.
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Die Existenznöte der Händler in Bensberg durch die lange Bauzeit in der Schloßstraße sollten den Geschäftsleuten in der Innenstadt erspart bleiben. „Deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht, die in einem engen Zeitfenster umgesetzt werden kann“, wirbt Migenda für die Idee der Verwaltung. Die Oberfläche könne mit farbigem Asphalt ausgeführt werden. Zur Auswahl stehen außer Schwarz sogar Orange, aber auch dezentere Farbtöne wie Sandgelb, Schwefelgelb oder Sandgrau. Einen vergleichbaren Belag gibt es bereits im Stadtgebiet in einem ockerfarbigen Ton: in Herrenstrunden zwischen dem Torbogen Strunder Delle und der Burg Zweiffel.
Pflaster wurde schon häufig punktuell reguliert und verfugt
Dieses pragmatische Verfahren – will die Stadtverwaltung nun konkret für die Buchmühlenstraße ausarbeiten. „Das könnte auch eine Lösung für die Fußgängerzone sein“, meint Migenda. Bewähre sich das Modell in der Praxis, könne diese Konzeption auf die Hauptstraße übertragen werden.
Die gravierenden Pflasterschäden dort sind ebenfalls „auf Planungs- und Ausführungsfehler zurückzuführen“, bestätigt die Verwaltung. In den vergangenen Jahren wurde das Pflaster zwar immer wieder punktuell neu reguliert und verfugt, doch leider ohne langfristige Haltbarkeit. „Das Obermaterial der Tragschicht ist nicht wasserdurchlässig“, erläutert Martin Hardt, Abteilungsleiter städtische Verkehrsflächen, „so läuft das Wasser durch die Fugen und sammelt sich unter den Steinplatten, so dass diese sich lockern.“ Das Ergebnis: eine hässliche Flickschusterei. Einzelne Pflastersteine werden inzwischen nicht mehr aufgenommen und neu verlegt, sondern durch Asphalt ersetzt.
Das Vorzeigepflaster wurde erst 2013 für rund 3,5 Millionen Euro verlegt
Dabei ist das Vorzeigepflaster erst 2013 als ein Projekt der Regionale 2010 für rund 3,5 Millionen Euro verlegt worden. Der Rechtsstreit der Stadt Bergisch Gladbach mit den ausführenden Unternehmen auf Schadensersatz läuft seit Jahren. Für die Baumaßnahme auf der Hauptstraße wurde ein aufwendiges Beweissicherungsverfahren angestrengt, das bis heute noch nicht abgeschlossen ist. „Wir hoffen, dass sich die Versicherungen doch noch einigen“, sagt Hardt.
Oliver Schillings (CDU) fragt, ob ein ähnliches Desaster der gerade neu sanierten Schloßstraße drohen könnte? Dies schließt Migenda aus: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich in Bensberg in zehn Jahren ein anderes Bild bieten wird“. Es gebe dort einen anderen Stein und einen anderen Unterbau, der die Wassersituation berücksichtige, versuchte er die Gemüter zu beruhigen.
In Bensberg bemüht sich die Stadt, das wilde Parken in den Griff zu bekommen
Aktuell ist die Stadt damit befasst, das wilde Parken auf der Bensberger Geschäftsstraße in den Griff zu bekommen. Am vergangenen Sonntag hat die Stadt nachträglich Bodenmarkierungen angebracht, um deutlich erkennbar zu machen, dass nur auf der südlichen Seite, in Fahrtrichtung rechts, geparkt werden darf. Die Buchten sind mit weißen Ecken markiert, ein Schild ist aufgestellt mit dem Hinweis, dass Autos nur in gekennzeichneten Buchten abgestellt werden dürfen. Jonathan Ufer (Grüne) fordert, die Stadtverwaltung auf, für regelmäßige Kontrollen zu sorgen.
Am Mittwochmorgen ignorierten oder übersahen noch viele Autofahrer den Hinweis „Zonenhalteverbot“ und parkten auch auf der rechten Straßenseite. Die Ordnungshüter, die dort unterwegs waren, gaben ihnen noch eine Schonfrist. Statt eines Knöllchens steckte ein Zettel an der Frontscheibe. Heute habe man noch davon abgesehen, ein Verwarnungsgeld zu erheben. „Ich möchte Sie jedoch bitten, künftig die Parkregelungen der Straßenverkehrsordnung zu beachten“, gab es als Hinweis.

