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Soziales MiteinanderQuartiersplatz im Wohnpark Bensberg steht kurz vor der Eröffnung

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Im Park gibt es Wege aus hellbrauner Erde und einen Holzspielplatz.

Die Wege sind im Quartierspark neu angelegt worden.

Am Sonntag (21. juni) wird der neue Quartiersplatz eröffnet. Das Gelände ist aus Mitteln des Städtebaus neugestaltet worden.

Die Hälmchen sprießen. In den vergangenen Wochen hat sich ein grüner Flaum gelegt auf die Wiesenfläche am neuen Quartiersplatz. Noch nicht davon gehört? Das Gelände hier an der Reginharstraße, wo die Hochhäuser des Wohnparks neugierig auf alle Bewegungen unten auf der Wohnstraße schauen und miteinander zu kommunizieren scheinen, hat einen neuen Mittelpunkt bekommen. Statt Quartiersplatz könnte der kleine Park in der großen Wohnanlage auch „Grünes Bockenberg“ oder „Bockenberger Mitte“ heißen. Das jedenfalls erhoffen sich die Stadtplaner von der neuen Errungenschaft: ein neues Miteinander, vielleicht auch ein intensiveres Miteinander. Und im Blick steht der Platz an der Reginharstraße.

Einweihung mit Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) und Stadtgrün-Leiter Christian Nollen und den weiteren Mitarbeitern ist am kommenden Sonntag ab 14 Uhr, es ist der festliche Abschluss des Projekts, das gespeist worden ist aus Mitteln der Städtebauförderung NRW. Als Dach liegt das Integrierte Handlungskonzept für Bensberg und Bockenberg über der neuen Gestaltung. Rund 430.000 Euro sind investiert worden.

Noch versperrt ein Bauzaun den Weg zu Sitzbänken und den Liegestühlen

Die Bockenberger haben das neue Angebot schon im Blick. „Mein Mann ist vor zwei Jahren gestorben, 30 Jahre wohne ich hier schon“, sagt eine ältere Dame, die gerade ihren Dackel ausführt. Am Bauzaun hält sie inne. „Das hier etwas entsteht, ist schon gut. Das wird auch gebraucht.“ Aber die Stadt hätte auch ein paar Spender für Hundekotbeutel aufstellen können. Die gibt es nicht im neuen grünen Mittelpunkt, wie übrigens auch in den anderen Parks der Stadt. Noch versperrt der Bauzaun den Weg zu Sitzbänken, den Liegestühlen, zu den Spielfeldern für den Nachwuchs. Interessantes ist entstanden, das kann der Beobachter bereits erkennen. Auf Balancierstangen können Kinder oder Jugendliche das Gleichgewicht halten, kleine Brettchen gibt es, auf denen die jungen Leute sich bewegen können. Ein Seitenweg, das kann man erkennen aus der Ferne, ist mit Rindenmulch ergänzt worden, mehrere Spielbretter warten aufs Mitmachen. Und es gibt Bänke, auf denen die Besucher sich künftig niederlassen können. Gespräche soll es geben, die Menschen sollen miteinander in Kontakt kommen. Das soziale Miteinander: Dies ist das Herz der neuen, grünen Anlage. Vor der Umgestaltung eilten die Menschen vorbei am kleinen Wäldchen. Die Gelder aus der Städtebauförderung ermöglichten eine neue Anlage der Wege, die Oberflächen sind neu gestaltet, das Wegesystem neu modelliert. Wohlfühlen sollen sich die Menschen, die im Quartierspark spazieren gehen.

Im Park stehen Holzhocker um einen Tisch mit Schachbrett.

Neue Sitzmöbel mit Schachbrett gibt es vor Ort.

Noch haben nicht alle im Wohnpark mitbekommen, dass es etwas Neues gibt. Mehrere Passanten laufen vorbei. Darauf angesprochen sind sie erstaunt, dass ein neues Angebot kommt. „Ja, am Sonntag ist Eröffnung? Das ist gut“, meint ein Passant. Er könne ja auch vorbeikommen und gucken.

Einige Anwohner blicken kritisch auf das Projekt der Stadt

Aber es gibt auch Stimmen, die kritisch sind. Mehrfach wird auf einige Treppenstufen hingewiesen, die im Gelände integriert worden seien, am Zugang von der südlichen Reginharstraße. Nun sei es mit Kinderwagen schwierig bis unmöglich, durch das Gelände zu kommen, sagt eine ältere Frau. „Das hätte man anders machen können“, meint sie. Diskutiert wird auch über die künftige Nutzung. „Wir haben hier unsere Schlafzimmer zur Seite“, sagt eine Anwohnerin. Falls es zu späterer Zeit Treffen auf dem Quartiersplatz gebe, könne es lauter werden als bislang, so die Sorge. Diese Situation hatte die Stadt im Vorfeld erkannt und versucht, mit den Bewohnern der Wohnanlage in mehreren Workshops zu lösen. Der Platz solle genutzt werden, hofft die Stadt. Ein ausuferndes Lärmproblem dürfe aber nicht aufkommen.

Bis zu 16 Stockwerke zählt der Wohnpark Bensberg. Einige der Hochhäuser sehen gepflegt aus, es gibt aber auch gegenteilige Fälle hier. Wohnadressen an der Reginhar- oder Giselbertstraße, der Heimat der „Langen Lulatsche“, sollen nicht auf einen möglichen sozialen Brennpunkt hindeuten. Die Stadt macht seit Jahrzehnten Angebote, mit sozialen Kontaktstellen, KiWo und ZAK sind eingeführte Anlaufstellen. Andererseits gibt es seit Jahren Leerstand in zahlreichen Bestandsimmobilien. Teile der Galeriefläche an der Reginharstraße werden gerade saniert, die Eingänge einiger Geschäfte sind zugehangen mit Plakaten. Der Boxclub macht Werbung für sein Training, früher gab es hier sogar mal einen kleinen Supermarkt und andere Geschäfte. An diesem Vormittag macht nur ein Arbeiter mit seinem Laubbläser viel Krach, die Passage ist verlassen. Schräg gegenüber wird der Eingang des Quartiersplatz sein. Die gesamte Siedlung soll profitieren vom neuen Park, so stellen es sich die Planer vor. Der Quartiersplatz ist ein neuer Baustein der sozialen Angebote.