Gutes Wetter, ein buntes und lokales Bühnenprogramm und ein breites kulinarisches Angebot hat die Besucher in Scharen gelockt.
FreizeitBensberger Schlossstadtfest punktet mit entspannter Atmosphäre

Einfach mal nur sitzen, die Sonne genießen und sich das kulinarische Angebot schmecken lassen, konnten die Besucher des Schlossstadtfestes.
Copyright: Christoph Konkulewski
Samstag, 16 Uhr: Wo sonst Autos gemächlich durch Bensberg rollen, breitet sich plötzlich eine Atmosphäre befreiter Gelassenheit aus. Das geliebte Blech bleibt weitgehend draußen, zumindest für dieses Wochenende. Denn das Schlossstadtfest lädt zum Müßiggang, und die Bürger folgen diesem Ruf in Scharen. Sie erobern die frisch gestaltete Schlosstreppe, bewaffnet mit Flammkuchen und kühlen Getränken, und tun das, was der Rheinländer im Sommer am besten kann: das Leben und die Abendsonne genießen. Die Stadt entfaltet ihren ganz eigenen Charme.
Das Programm auf der kleinen Bühne setzt auf lokale Größe statt auf fernen Prunk. Den Auftakt machten die „Schokolächer“. Mit einer Überdosis Spaß und Leidenschaft schmetterten sie ihre kölschen Lieder in die Menge. Ihnen folgte Multitalent Hans Konnerth, der nicht nur die Tasten seines Keyboards beherrschte, sondern zwischendurch mit eleganter Lässigkeit zum Tenorsaxophon griff, ein fliegender Wechsel, der das Publikum in Staunen versetzte.
Gratis Abkühlung
Ein paar Meter weiter bewies das Bergische Wetter echten Humor. Vor dem neuen Brunnen drehte sich das rasante Kinderkarussell, als starke Windstöße die Fontänen erfassten. Das Ergebnis: Ein feiner Sprühregen verwandelte die Fahrt in eine erfrischende Dusche – eine gratis Abkühlung für die kleinen Fahrgäste und deren Eltern, die mit gezücktem Handy ihre Erinnerungen für den Nachwuchs festhielten.
Wer noch höher hinauswollte, zog weiter zum Bungee-Trampolin. Hier lernten die Pänz die alte Dachdecker-Weisheit, dass die Luft zwar keine Balken hat, man auf ihr aber dennoch fabelhafte Saltos schlagen kann. Die Belohnung für den Mut: Ein exklusiver Blick auf die Schlossstraße von oben. Direkt daneben bot die erste Fußballschule der Stadt ein kleines physikalisches Wunder: Kinder tobten sich in luftgefüllten Plastikbällen auf dem Wasser aus, ohne auch nur einen Tropfen abzubekommen. Ein Traum für jede elterliche Waschküche daheim. Am Eingang rundeten das klassische Dosenwerfen – von der Jugend der Großen Bensberger organisiert – und ein gemütliches Karussell für die ganz Kleinen das Familienparadies ab.

Viel los war auf der Schlossstraße während des Schlossstadtfestes.
Copyright: Christoph Konkulewski
Kein Fest ohne feste und flüssige Nahrung. Das kulinarische Epizentrum pulsierte direkt vor der Bühne. Die Speisekarte las sich wie eine Europa-Reise des Fast-Foods: Thüringer Bratwurst traf auf holländische Pommes, feiner Kibbeling auf elsässischen Flammkuchen. Und natürlich die lokalen Klassiker: Am traditionellen Stand der Großen Bensberger KG gab es das fein schmeckende Kölsch. Und die „Löstige Stäänefleejer“ brachten dazu die goldbraunen Reibekuchen frisch auf die Hand.
Hinter den Kulissen zieht Henning Schmitz von der Agentur XDREAM die Fäden. Er hat eine Mission. „Wir möchten das Schlossstadtfest wieder groß werden lassen“, erklärt er mit festem Blick. Die vergangenen Jahre waren kein Zuckerschlecken. Die langwierige Bauzeit auf der Schlossstraße verlangte den Händlern alles ab. Schmitz verbrachte Monate damit, die Standbetreiber zu motivieren, trotz Baustellen-Tristesse weiterzumachen. Jetzt, da der Staub sich legt, hat er wieder die magische Marke von 15.000 Besuchern im Blick.
Der Sonntag gehörte traditionell den Vereinen und dem ganz großen Ansturm. Als die Geschäfte der Schlossstraße ihre Türen zum verkaufsoffenen Sonntag öffneten, verwandelte sich die Meile endgültig in das pulsierende Herz Bensbergs. Auf der Bühne zeigten dann die lokalen Kräfte, was in ihnen steckt: Drei Tanzschulen, die Rhönradakrobaten des TV Bensberg, die „Sandstürmer“, die „Schlossstadtpänz“, der TV Hoffnungsthal und der Krea Jugendclub präsentierten ihr Können. Bensberg feiert, ganz ohne Blech.

