Zahlreiche Gastwirte steigen in die Übertragungen zur Fußball-WM 2026 ein.
Fußball-WMGastwirte träumen vom Sommermärchen

Das war die Fußball-WM 2006: Fans in der „Südkurve" in der Gladbacher Innenstadt.
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Die Spannung steigt. Auch beim Spieler der haitianischen Fußballnationalmannschaft mit der Rückennummer 23. Josue Duverger spielt als Torwart beim FC Cosmos Koblenz in der fünftklassigen Oberliga und vertritt das mittelamerikanische Land, das erstmals seit 1974 mit dabei sein wird. Der Mann aus Koblenz ist ein Exot in der Welt der Fußball-Millionarios, die ab Donnerstag um den Titel spielen.
48 Nationen, jeweils 26 nominierte Spieler, 104 Spiele in den USA, in Mexiko und Kanada. Größer und kommerzieller geht es nicht. An dieser Weltmeisterschaft wird niemand vorbeikommen, auch nicht die Fußballmuffel. Wahrlich Gigantisches rollt da auf die Sportfreunde zu, und mittendrin ist der Bensberger Michael Tonscheck.
Das ist der Mann vom „Bistro am Schloss“ in der Schloßstraße. Tonscheck baut in seinem oberen Biergarten eine „Playa de Bensberg“ auf, eine Wohlfühloase für die vielen Fußballfans der Region. Im unteren Biergarten des Bistros steht bald eine weitere Großbildleinwand und auch im Bistro selbst laufen Übertragungen. Da hatten sich manche tatsächlich schon Sorgen gemacht, dass die oft nächtlichen Spiele (aufgrund der Zeitverschiebung) nicht gezeigt werden.
Auf die Wirte ist Verlass
Aber auf die Gastronomen ist Verlass, zu den Fußballturnieren laufen sie zu Höchstform auf. Tonschek überträgt alle Spiele der deutschen Mannschaft, alle weiteren Spiele des Turniers, je nach Anstoßzeit, auch draußen, sonst drinnen im Bistro. Der Gastronom hat auch die Nachtspiele im Blick, also jene Partien, die um 2, 3 oder 4 Uhr morgens deutscher Zeit beginnen.
„Nach Reservierung“ sei auch das möglich, meint er. „Wenn bei mir auf einmal 30 Türken das Spiel ihrer Mannschaft sehen wollen, mache ich auch mitten der Nacht auf.“ Das könnte so kommen: Alle drei Vorrundenspiele der türkischen Mannschaft laufen zur Nachtzeit im Bezahlfernsehen. Zwei Uhr, vier Uhr, das spielt für den Gastronomen keine Rolle. Tonschecks Motto: „Gemeinsam. Mitfiebern. Genießen.“
Schlafentzug durch die Spiele
Schlafen ist dann wirklich nicht, auch nicht für den Bensberger Gastwirt. Das erste Spiel der deutschen Kicker wird Tonscheck auf großen Fernsehern zeigen, ab dem zweiten hat er eine Großbildleinwand in seiner „Playa“ stehen. Tonscheck selbst ist fußballbegeistert und überträgt ansonsten die Bundesligaspiele. Diesmal hat er Lizenzen von Magenta TV und Sky in der Tasche. Theoretisch, sagt er, könne er alle 104 Spiel des Turniers zeigen.
Nächsten Sonntag um 19 Uhr, zum Spiel gegen Fußballzwerg Curacao, gebe es ja auch das Schlossstadtfest noch. „Bei mir ist alles ohne Reservierung“, erklärt er. Wenn bei ihm 300 Leute vor der Türe stehen, könne er keine Reservierungen verlangen. Vom Bensberger Süden aus werden weitere Fans mitfiebern. Im Biergarten der Gaststätte Klausmann an der Kölner Straße werden alle deutschen Spiele gezeigt.
Das sind mindestens drei, mit Sechzehntel-Finale, Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie Finale/Siel um Platz drei dann acht. Auch im Klausmann wird in diesen Tagen die Technik hochgefahren, damit alles passt zum ersten Anstoß. Wenn es regnet, gucken die Fans drinnen, berichten die Gastronomen auf ihrer Website. Und die übrigen Spiele, von England über Frankreich und Holland bis nach Spanien, gerne auf Nachfrage.
Hoffen auf Zuschauer
Da kommt es dann drauf, an, dass sich genügend Fußballbegeisterte zusammen finden. „Fußball-WM: Wir sind bereit“, heißt es im „Klausmann“. Notfalls machen die Fans, wie im „Bistro am Schloß“, die Nacht zum Tag und fluten nach einem Sieg der Deutschen den Stadtteil. In die Quere komme sich die Gastronomen nicht, das „Bistro am Schloß“ deckt die Bensberger City ab, „Klausmann“ den Bensberger Süden mit Frankenforst, Kippekaufen und auch Refrath.
Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt, haben der „Klausmann“ und das „Bistro am Schloss“ wegen einer Beschallungserlaubnis angefragt. Diese Erlaubnis ist wichtig, um auch draußen die WM zeigen zu können. Das Land hat sich in der Fußballsache ebenfalls nachsichtig gezeigt und mit Blick auf die Spielzeiten Sonderregelungen erlassen. Falls mal nachts gejubelt werden sollte, hat das dann seine Richtigkeit.
Kirche im Fußballfieber
Fürs Fußballfieber in Bensberg will auch die Evangelische Kirchengemeinde sorgen. Am Sonntag ab 18 Uhr, vor dem Kick gegen Karibikinsel Curacao, gibt es Barbecue und Getränke, ab 19 Uhr wird das Spiel gezeigt. Eintritt frei, Zutritt nur mit Karten möglich – die gibt es vorab im Café Amelie, Schloßstraße 7. „Von allen Plätzen kann man die Spiele bei uns sehen“, heißt es im Quirl’s, der Anlaufstelle in der Gladbacher Stadtmitte. Großbildleinwand und auch Fernsehen werden im Innern des Gaststätte aufgefahren, um die Fans zu den Übertragungen zu locken. Der Blick liegt auch hier auf Deutschland.
Auch Angebot in Overath
Die Gruppenspiele und dann alle weiteren Spiele der deutschen Mannschaft werden gezeigt, außerdem Halbfinals und Finals, und alle weiteren Kicks während der Öffnungszeiten. Sollten am Quirl’s die Fußballfans ebenfalls nächtliche Übertragungen wünschen, sei dies möglich.
Das kann durchaus sein, denn im freien TV laufen nur 60 der 104 Spiele. Mit dem „Postillion“, der Kneipe in der Poststraße, hängt sich eine weitere Gaststätte in die WM ein. Alle deutschen Spiele werden hier präsentiert. Es ist angerichtet, der Ball kann rollen. Auf „König Fußball“ setzt in diesen Tagen auch das Restaurant „Bergwerk“ am Golfclub am Lüderich in Overath-Steinenbrück.
Alle Spiele der deutschen Mannschaft werden auf einer großen Leinwand übertragen. „Beste Plätze jetzt reservieren“ empfehlen die Gastronomen. Gastwirte und Gastwirtinnen, die ebenfalls die WM-Spiele zeigen, können sich in der Redaktion melden. Wir aktualisieren die Berichterstattung regelmäßig. redaktion.rhein-berg@ksta-kr.de
