Leonie Reusch hat in Bensberg ein Café eröffnet, das besonders kleinen Gästen Freude bringt.
FreizeitEin Café speziell für kleine Gäste

Leonie Reusch betreibt seit einem halben Jahr ein Café, das besonders kinderfreundlich gestaltet ist.
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Einen ganz besonderen Ort für Kinder hat Leonie Reusch geschaffen mit „Feli’s Sonnencafé“. „Ein Paradies für Kinder, eine Pause für Dich“ lautet der Slogan des Kindercafés auf der Grenze zwischen Bergisch Gladbach und Bensberg, wo das ganze Jahr die Sonne scheint.
Namensgeberin des Cafés ist Reuschs dreijähriges Töchterchen Feli. „Sie ist meine Sonne“, so die einfache, aber plausible Begründung der 24-jährigen Inhaberin, die das Symbol auch unter der Haut trägt, vor allem aber im Herzen, denn während der Mai sprichwörtlich alles neu macht, macht Reusch das ganze Jahr davon Gebrauch: von den Spielsachen bis zur Speisekarte oder Kurse, ständig gibt es etwas auszutesten und die Impulse gehen ihr dabei nie aus. Jetzt, wo es richtig warm wird, erwartet die kleinen Besucher ein Planschbecken und künftig soll es einen „Hüpfburgtag“ geben. Ob Familienfeier, Flohmarkt, Kinderturnen, Vorträge, „Walk and Talk“, Frühstücksbuffet, der „Mampf-Mittwoch“ mit einem speziellen Gericht im Fokus, immer wieder verwandelt sich das Café passend für den jeweiligen Anlass. Dabei bezieht die Inhaberin stets ihre Follower in den Sozialen Medien mit ein.
Viel zu tun im Café
Reuschs erster Gedanke morgens: „Boah, hab ich viel zu tun.“ Dann geht es schon los und die 24-Jährige „darf Menschen schon mit Frühstück glücklich machen“. „Das ist gar nicht so einfach, Feli, Service und Gäste unter einen Hut zu bringen und allem gerecht zu werden“, gibt sie zu. Zwei Teilzeitkräfte unterstützen sie jedoch tatkräftig dabei und bringen die frisch zubereiteten Speisen und Getränke an die Tische zwischen all den kleinen Kletterern, Turnern, Konstrukteuren, Malern oder Leseratten vom Babyalter bis hin zum Ende der Grundschule.
Die Idee kam Reusch 2025: „Ich habe vorher im Schloss Bensberg gearbeitet, aber angestellt sein mit Kind ist gar nicht so einfach. Ständig hatte ich den Gedanken: Zu welcher Arbeit könnte ich mein Kind mitnehmen?“ Zunächst teilte sie ihre Vision vom Kindercafé mit Wohnzimmerfeeling, wo es auch mal laut sein darf und es gesunde Alternativen bei Essen und Getränken gibt, mit einer Geschäftspartnerin, begann den Aufbau in einer anderen Räumlichkeit in der Bensberger Schloßstraße. Dann kam alles anders, gemeinsam fanden sie eine alternative Räumlichkeit in der Helene-Stöcker-Straße, die Wege der Geschäftspartnerinnen trennten sich, aber Reusch sieht die Entwicklungen positiv: „Hier in der Helene-Stöcker-Straße habe ich Parkplätze, kann ausbauen und kann Dinge auch spontan ändern, wie ich es möchte, beispielsweise das Angebot auf der Speisekarte“, so Reusch.
Spielsachen werden geklaut oder zerstört
Dennoch geschieht das nicht immer freiwillig. „Ich nehme keinen Eintritt für das Café, allerdings jetzt eine Spielzeugpauschale. Man will es nicht glauben, aber es wurde schon so viel geklaut oder zerstört. Im Büro liegt ein Spielzeugfriedhof“, berichtet die Inhaberin ein wenig traurig. Trotzdem wandelt sie das Negative schnell wieder in Positives: „Die Pauschale wird separat abgerechnet und es gibt immer ein Spielzeug der Woche“, schafft sie vor allem für ihre kleinen Gäste neue Anreize, aber auch die Mamas kommen nicht zu kurz.
„Manche Gäste sind von Anfang an entspannt, manche erst gestresst und werden es dann, manche sind einfach müde. Ich habe kleine Motivationszettel hergestellt und sie verteilt, die Mamas hatten Tränen in den Augen“, erlebt Reusch immer wieder ganz besondere und intime Momente mit ihrer Kundschaft. Der Austausch ist ihr wichtig. „Ich selbst hätte mich oft gefreut, wenn sich jemand dafür interessiert hätte. Manche Dinge über Gäste, die mir besonders wichtig sind, schreibe ich mir sogar auf“, verrät sie augenzwinkernd. Kathrin, André und der dreijährige Jannis schätzen diese Aufmerksamkeit. „Wenn wir kommen, fragt Leonie direkt: Wie immer? Ich denke, wenn man sich an uns erinnert, dann gilt man als Stammgast“, fühlen sich die drei im Kindercafé willkommen. Sie verbinden es mit Entspannung und Gelassenheit. „Jannis kann hier selbstständig spielen ohne, dass wir uns Sorgen machen müssen. Das Café ist eine gute Investition für Gladbach, weil hier nicht in Vergessenheit gerät, dass es Kinder gibt“, so der Tenor der Familie.

Sophie (links) und Amelie kommen gerne mit ihrem Nachwuchs in „Feli’s Sonnencafé“, wegen des kinderfreundlichen Konzepts.
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Auch Natalie und Sarah entscheiden sich immer wieder für „Felis Sonnencafé“. „Es gibt in anderen Cafés Kinderecken, die sind aber oft ziemlich lieblos. Unsere Zukunft wird wenig respektiert. Das hier ist für uns alle ein Wohlfühlort. Man kann sich mit den Kindern frei bewegen und wird nicht blöd angeguckt, wenn sie laut sind“, so die Mütter, die extra aus Köln kommen.
Sophia und Amelie besuchten das Café zum ersten Mal und schauten sich mindestens so interessiert um, wie ihr Nachwuchs: „Das ist in der Umgebung der einzige Ort, wo man sich mit Babys treffen kann außer zu Hause, da muss man allerdings den Kaffee selber machen“, waren sie zufrieden.
Schon nach einem halben Jahr als Selbstständige hat Reusch ein solides Fundament gegossen und setzt nun weitere Ideen um: Das Café wächst und Kurse wie Events, auch nur für Erwachsene, werden künftig im zusätzlichen und separaten Nebenraum in der Helene-Stöcker-Straße stattfinden. Der großzügige Außenbereich ist fertig und lädt ein zum Verweilen bei gutem Wetter. Anfang Juni eröffnet sie in Rösrath-Hoffnungsthal das Mondcafé mit einem anderen Konzept. „Es wird kein Kinder-, aber ein kinderfreundliches Café“, macht sie neugierig.
