Die beiden alten Gebäude an der Schillerstraße im Zentrum Opladens sind definitiv nicht denkmalschutzwürdig.
GründerzeitvillenGemeinnütziger Bauverein Opladen darf Häuser in der Schillerstraße abreißen

Diese beiden Gründerzeitvillen an der Schillerstraße werden nicht unter Denkmalschutz gestellt.
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Die Debatte über Erhalt oder Abriss der beiden Villen aus der Gründerzeit an der Schillerstraße ist beendet. Die Stadt hat den vorläufigen Denkmalschutz für die beiden alten Wohnhäuser im Opladener Zentrum vor etwa einem Monat widerrufen, wie die städtische Pressestelle dem „Leverkusener Anzeiger“ auf Anfrage mitteilte. „Dem angezeigten Abbruch der Gebäude stehen nunmehr keine denkmalrechtlichen Bedenken mehr entgegen“, so die städtische Pressesprecherin Kathrin Rehse. Der Abriss ist jetzt eine Frage von Tagen. „Wir werden in naher Zukunft loslegen“, sagten Meral Tosun, kaufmännische Leiterin des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO), und Alexander Dederichs, technischer GBO-Leiter, auf Anfrage dieser Zeitung. Dem GBO gehören die Häuser Schillerstraße 4 und 6.
Nachdem Fachleute der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) die beiden leer stehenden Gebäude im Sommer begangen und ihre Bausubstanz und Innenräume aus denkmalpflegerischer Sicht bewertet hatten, folgte die Stadt mit dem Widerruf der Empfehlung des LVR. Die Stadtverwaltung habe den GBO über diesen Schritt informiert, so Rehse. Die Denkmalschützer bestätigen mit dieser neuen Empfehlung die Haltung ihrer Kollegen aus den 1980er-Jahren. 1982 war die Frage, ob die beiden Häuser Baudenkmäler sind, von Experten schon einmal mit Nein beantwortet worden.
Der GBO hatte der Stadt bereits am 13. Mai die Abbruchanzeige geschickt. Innerhalb der Frist von einem Monat, die ein Eigentümer nach Abgabe einer solchen Anzeige abwarten muss, bevor die Abrissbagger anrücken dürfen, ließ die Stadt die beiden Häuser jedoch vorläufig unter Denkmalschutz stellen, auf Anregung von Bürgern und aus der Politik, wie sie im Juni betonte.
Dieses Vorgehen hatte beim Technischen Direktor des GBO, Alexander Dederichs, für erhebliche Verstimmung gesorgt. Der GBO will auf dem Gelände der beiden Altbauten und angrenzenden Grundstücken, die alle der Genossenschaft gehören, ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus mit 70 Wohnungen bauen. „Wir sind in den konkreten Vorbereitungen für den Abriss“, so Dederichs. Die Häuser selbst sollen Mitte September niedergelegt werden. Er betonte, dass es dem GBO keine Freude bereite, alte Gebäude abzureißen, aber: „Wir freuen uns, dass wir der Realisierung unseres Projektes einen Schritt näherkommen.“
Der Bauverein habe über die vergangenen zehn Jahre hinweg auf dem Gelände Schillerstraße/Hederichsfeld bereits eine siebenstellige Summe investiert, unter anderem für den Kauf von Grundstücken von acht Eigentümern. Der Bauverein wartet für die nächsten Schritte auf die Offenlage des Bebauungsplans für das gesamte Areal. Die Stadt hatte die Offenlage für den Spätsommer angekündigt. Wenn das Bebauungsplanverfahren ohne weitere Verzögerungen durchläuft, könnte der GBO 2027 den Bauantrag stellen. Mehr als 50 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich geförderter Wohnraum werden.
