Die Kaffee-Kette LAP Coffee expandiert weiter in Köln und sorgt mit einem neuen Laden am Rudolfplatz für Kritik.
Günstiger Kaffee, große DebatteLAP Coffee eröffnet fünften Laden in Köln

Außenansicht eines Ladengeschäft der Kaffee-Kette „LAP Coffee“ an der Limburger Straße. Das Unternehmen eröffnet derzeit in hohem Tempo neue Filialen in Deutschland und bietet günstigen Kaffee an.
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Die Berliner Kaffeehauskette LAP Coffee sorgt mit ihrem 2,50-Euro-Cappuccino für Diskussionen in der Gastronomiebranche. Nun baut das Unternehmen sein Engagement in Köln weiter aus: An der Hahnenstraße in direkter Nachbarschaft zum Rudolfplatz steht die Eröffnung des nächsten Geschäfts bevor. Ein genauer Termin für den Start wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Schon von außen fällt die markante blaue Fassade auf, an der das Firmenlogo bereits angebracht ist. Ein Hinweis hinter den ebenfalls blauen Fenstern verspricht mit „Scan for free coffee“ ein Gratisgetränk zur Eröffnung – eine Aktion, die LAP auch bei anderen Neueröffnungen nutzt. Im Inneren dominieren Edelstahlelemente, kugelförmige Deckenleuchten und dunkle Blautöne. Das Konzept ist klar auf schnellen Kaffeegenuss unterwegs ausgelegt, weniger auf lange Aufenthalte.
LAP Coffee expandiert in Köln
Für LAP ist der neue Laden bereits der fünfte Standort in Köln. Möglich macht die schnelle Expansion ein standardisiertes Filialkonzept: Die Geschäfte sind kompakt, die Abläufe vereinheitlicht und die Ausstattung weitgehend vorgegeben. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber EXPRESS.de: „Diese Filialen sind schnell fertig, weil relativ alles dabei ist.“ Dadurch könne die Kette ihre Kosten niedrig halten und den Cappuccino für 2,50 Euro anbieten.

LAP Coffee vor der Eröffnung am Chlodwigplatz.
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Hinter LAP Coffee steckt das Berliner Start-up Micro Retail Technologies (MRT). Gegründet wurde das Unternehmen 2023 von Ralph Hage und Tonalli Arreola. Hage, der auch als CEO fungiert, sieht in Köln einen besonders passenden Markt. Bereits vor dem Start der ersten Filiale im Mai 2026 sagte er: „Aus keiner anderen deutschen Stadt haben wir so viele Nachrichten bekommen wie aus Köln.“ Die Domstadt verfüge über eine „sehr dichte, lebendige Straßen- und Veedelkultur“ und die Menschen seien viel unterwegs. „Wir gehen dorthin, wo die Nachfrage am stärksten ist – und das war ganz klar Köln.“
Cotti Coffee als weiterer Wettbewerber
Das Konzept von LAP setzt bewusst auf kleine Verkaufsflächen und schnelle Abläufe. „Unsere Stores sind kleiner, die Abläufe sind einfacher“, erklärte Hage. Die eingesparten Kosten wolle man an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Gleichzeitig versteht er LAP nicht als Ersatz für klassische Cafés: „Wer sich zwei Stunden mit einem Buch hinsetzen möchte, sucht etwas anderes. LAP ist eher für den schnellen, hochwertigen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, zur Uni, zur Bahn oder durch die Stadt gedacht.“
LAP ist nicht der einzige Anbieter, der mit günstigen Kaffeeangeboten nach Köln drängt. Auch die chinesische Kette Cotti Coffee expandiert in der Stadt und betreibt inzwischen mehrere Standorte. Das Konzept ähnelt dem von LAP: kleine Filialen, Getränke zum Mitnehmen, digitale Bestellungen und niedrige Preise. Das Unternehmen wurde erst 2022 gegründet und wächst seitdem stark in Europa.
Für Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinker bedeutet die Entwicklung: Der Wettbewerb um das preiswerteste Heißgetränk der Stadt nimmt zu.
Kritik von etablierten Kölner Röstern
Die Expansion der günstigen Kaffeeketten sehen nicht alle positiv. Dirk Barthelmeß, Geschäftsführer der Kölner Rösterei moxxa.caffè, kritisiert das Konzept deutlich. „Kaffee ist Kulturgut, nicht Fast-Coffee“, sagte er gegenüber EXPRESS.de. Für ihn geht es bei Kaffee nicht nur um das Getränk selbst, sondern auch um Begegnung, Austausch und die Wertschätzung des Produkts.
Barthelmeß sieht bei den neuen Anbietern fehlende Nachhaltigkeit und weniger Bezug zum Produkt. Auch der niedrige Preis bereitet ihm Sorgen. Es sei unklar, wie die Ketten diese Preise dauerhaft ermöglichen könnten – „allerdings dürfte klar sein, dass dafür immer jemand gefunden werden muss, der am Ende den Preis zahlt!“
Auch der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA warnt davor, dass aggressive Einstiegspreise den Wettbewerb verzerren und langfristig die bestehende Café-Kultur unter Druck setzen könnten.
LAP weist Vorwürfe zurück
LAP-Gründer Hage widerspricht der Kritik. „Wir glauben nicht, dass eine lebendige Kaffeekultur dadurch entsteht, dass guter Kaffee teuer bleiben muss“, sagte er. Wenn mehr Menschen Zugang zu hochwertigem Kaffee bekämen, könne das langfristig sogar das Interesse an Kaffee steigern. Inhabergeführte Cafés würden seiner Ansicht nach trotzdem weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Von Unternehmensseite wird zudem betont, dass die Befürchtung, LAP verdränge massenhaft bestehende Cafés, nicht belegt sei. Als Beispiel nennt das Unternehmen einen Berliner Standort, in dessen Umfeld weitere Kaffeegeschäfte entstanden seien, ohne dass bestehende Cafés schließen mussten. (red)


