Widdersdorf – Einmal Prinz zu sein – ist das Ziel vieler kölscher Jungs. In Widdersdorf war es nun allerdings eine junge Frau, die einen ganz ähnlichen Traum verwirklicht hat. Bianca Salomon wollte schon lange Prinzenführerin sein. Beim Widdersdorfer Veedelszug am Karnevalssonntag äußerte sie ihren Wunsch. Er wurde prompt erfüllt. „Wenn Du das möchtest, dann machen wir das doch“, sagte Sascha Gerlach. Und schon hatte Widdersdorf auch einen Karnevalsprinzen – den ersten seit 15 Jahren.
Damals hatte das Viertel eine Session lang bereits ein Dreigestirn gehabt. Dabei blieb es jedoch. Dieses Jahr ist es endlich wieder soweit. Und somit hat der Kölner Westen auch wieder ein eigenes erwachsenes Dreigestirn. Prinz Sascha Gerlach fand schnell passende Begleitung: Bauer Andreas Könen und Jungfrau Andreas Schenk.
Hoheiten sind im Viertel bekannt
Das frisch gebackene Widdersdorfer Trifolium wurde den Viertelsbewohnern jetzt bereits beim Tanz in den Mai vorgestellt – und euphorisch empfangen.
Die drei Hoheiten sind im Viertel bekannt: Gerlach ist als Sicherheitstechniker selbstständig, Könen als Kälteanlagenbauer und Schenk als Bauschreiner. Bauer Andreas ist zudem bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und langjähriges Mitglied der Karnevalsgesellschaft Seiner Tollität Luftflotte. Die beiden anderen Tollitäten gehören keiner Karnevalsgesellschaft an.
Für ihre Amtszeit haben sich die drei etwas Besonderes vorgenommen: „Wir sind sehr volksnah“, sagt Prinz Sascha. „Wir möchten ein Dreigestirn zum Anfassen sein und nicht die großen Säle besuchen, sondern lieber soziale Einrichtungen, Kitas, Schulen und Seniorenheime.“ Besonders die Kinder liegen dem Trio am Herzen – und die Zukunft des Karnevals. „Wir möchten, dass sie schon in der Jugend Karneval leben können und ihnen so die Tradition nahe bringen“, so Sascha Gerlach.
Bevor die drei nebst Prinzenführerin Salomon durch die Kitas ziehen, stehen r noch einige Treffen in der „Hofburg“, der Kneipe „Em Övvje“ an. Und die nächste Session muss endlich beginnen. (se)