Im Lindenthaler Tierpark gibt es Nachwuchs. Zwei Soay-Schafe haben Lämmer bekommen. Ansonsten fahren die Verantwortlichen eine strikte Geburtenkontrolle.
Nachwuchs in LindenthalSoay-Lämmer bezaubern Besucher im Tierpark

Eines der beiden neugeboren Lämmer mit seiner Mutter.
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Ein bisschen Angst vor der weiten Welt merkt man den flauschigen Vierbeinern noch an. Sie sind erst einige Tage alt, noch etwas wackelig auf den Beinen und hängen quasi am Fellzipfel ihrer Mütter. Doch bald werden die neugeborenen Soay-Lämmer die Stars im Lindenthaler Tierpark sein. Denn dieses Jahr haben sie keine Konkurrenz. Eigentlich waren sie zu dritt. „Eins der beiden Mutterschafe hatte zwei Lämmer“, erzählt ein Parkmitarbeiter, „aber eines ist gestorben.“ Warum wisse man nicht. Vielleicht habe es die erste Biestmilch nicht getrunken. Sie sei für die neugeborenen Lämmer überlebenswichtig, weil sie Antikörper gegen diverse Krankheitserreger enthalte. Und so gibt es in diesem Jahr nur zwei Lämmer, mehr nicht.
Geburtenkontrolle im Lindenthaler Tierpark
Unkontrollierter Geschlechtsverkehr findet bei den tierischen Tierparkbewohnern nicht mehr statt, denn die Folgen liefen aus dem Ruder. „Wir hatten jedes Jahr 30 bis 40 Lämmer“, erzählt der erfahrene Mitarbeiter. „Die konnten wir nicht alle behalten“ Und so mussten die halbstarken Tiere dann von ihren Müttern getrennt und einem Züchter übergeben werden. „Das war nicht schön“, erinnert sich der Mann. Das Tierpark-Team sorgt jetzt lieber vor: Der Schafbock Strolch ist mittlerweile kastriert. Die neuen Lämmer stammen von zwei Auen, die es bereits vor Monaten trächtig erworben hat.

Ein Mitarbeiter hat die drei schottischen Hochlandrinder Mariechen, Lotta und Lilly mit Möhren angelockt.
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Auch kleine Zicklein wird es in diesem Jahr nicht geben. „Wir machen eine Pause“, sagt der Parkmitarbeiter. Der Bock Balou trieb es im Ziegengehege zu wild. „Er hat ständig alle Ziegen gedeckt“, schildert der Mann. Abgesehen von der Zahl der Nachkommen, sei das auch aus einem anderen Grund ungünstig: Inzucht macht Tiere bekanntermaßen krankheitsanfällig. So wurde Balou in ein entferntes Gehege zu den Schafen verbannt – die er dann allerdings auch bedrängte. Nun ist er kastriert und der Tierpark verfolgt auch im Hinblick auf die Ziegenpopulation die neue Strategie: Künftig wird es Zicklein auch nur noch von Ziegen geben, die bereits trächtig gekauft werden.
Die drei schottischen Hochlandkühe Mariechen, Lotta und Lilly, stehen derweil verlässlich graskauend wie immer auf ihrer Weide – nicht ganz. Als ein Parkmitarbeiter einige Möhren zückt, trabt Lotta ungewöhnlich stürmisch heran und lässt sich beim Verspeisen der Möhre gerne streicheln. Sie ist offensichtlich nicht mehr die alte. „Wir mussten ihre Vorgängerin im vergangenen Jahr leider alters- und krankheitsbedingt einschläfern“, erläutert der Mitarbeiter. Lotta wurde daher durch ein ebenso schwarzes Tier ersetzt, das nun den gleichen Namen trägt, aber viel zutraulicher ist als ihre Artgenossen im Gehege.
