27 junge Designer aus NRW zeigen bei der idd cologne im Wasserschloss Weißhaus in Sülz Möbel und Objekte. Elf von ihnen kommen aus Köln.
Möbelmesse in KölnWasserschloss in Sülz wird zum Schauplatz für zeitgenössisches Design

Das Wasserschloss Weißhaus in Sülz
Copyright: Inge Swolek
Vom 27. bis 31. Oktober steht Köln wieder ganz im Zeichen des zeitgenössischen Designs. Im Rahmen der idd cologne öffnen verschiedene Orte ihre Türen – darunter die Design Post in Deutz, das WallStudio in der Südstadt und das Machwerkhaus in Kalk.
Neu als Location ist das Wasserschloss Weißhaus in Sülz. Hinter dem großen eisernen Tor und der hohen Mauer ist die denkmalgeschützte Anlage aus dem 14. Jahrhundert, einst Sommerresidenz der Benediktinerabtei St. Pantaleon und heute im Privatbesitz, direkt an der Luxemburger Straße kaum zu erahnen.

v.l. Peter Otto Vosding (Industrie-Design), Christian Heufelder (Kurator), Marc Röbbecke (Heimatdesign), Nina Ruthe (Designerin), Alexander von Dombois (Designer).
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Mehr als 100 Designarbeiten in Schloss, Kapelle und Park
„Die komplette Schlossanlage ist ein wunderbares Setting und ein toller Kontrast für die Präsentation. Mehr als 100 Arbeiten werden im Schloss, in der Kapelle und im Park gezeigt. Die Kölner Designer sind im ehemaligen, vollständig entkernten Poolhaus zu sehen“, sagt Kurator Christian Heufelder.
Einer der ausgestellten Entwürfe ist der Stuhl „Koebes“ von Alexander von Dombois. Der Stuhl aus Buchenholz entstand ursprünglich für die Möbelmesse in Mailand. „Ich wollte einen Stuhl machen, der nicht schreit, der nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er ist klassisch und zeitlos.“ Der Name „Koebes“ sei ein Versuch, „diese bodenständige kölsche Mentalität in ein Möbelstück zu bringen“.

Designerin Nina Ruthe hat den „Stammtisch“ entworfen.
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Weniger still ist der „Stammtisch“ von Nina Ruthe. Er hat keine Beine, wird mit einem Spanngurt an einem Baumstamm befestigt und kann so zum Gartentisch werden. In einer Holzausführung kostet er 89 Euro, eine weitere Variante aus Metall kostet 225 Euro. Produziert wird er in den Werkstätten der Alexianer in Köln-Porz.
Eine Kindheitserinnerung steckt in der filigranen Bodenvase „Leotulitus“ von Peter Otto Vosding. „Meine Oma hatte immer Bodenvasen mit großen Blumensträußen im Haus stehen. Weil die Wohnzimmer heute oft kleiner sind, habe ich eine filigrane Variante entwickelt.“ Drei hohe Aluminiumröhren bieten Platz für einzelne Blumen. Zum Ensemble gehört außerdem ein Lampenschirm für eine Kerze.
Autorendesign stärkt junge Designer in schwieriger Möbelbranche
Für die Auswahl der Arbeiten galt das Prinzip des sogenannten Autorendesigns. Die Objekte entstehen zunächst aus eigener Initiative der Designer – nicht als Auftrag eines Herstellers. Erst wenn ein Entwurf fertig ist, beginnt die Suche nach Produzenten, Händlern oder Kunden.
„Der Möbelbranche geht es derzeit nicht gut. Umso wichtiger ist es, gerade jungen Designern Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit unserem Format und diesem besonderen Ausstellungsort hier im Schloss wollen wir Kontakte zu Multiplikatoren ermöglichen“, so Christian Heufelder von DT 26.
Der 2014 von Christian Heufelder gegründete Designers Tower (DT) bietet seit über 10 Jahren jungen und etablierten Designern eine Plattform, ihre Arbeiten einem Fachpublikum zu präsentieren. Im Rahmen der idd-cologne zeigt DT 26 dieses Jahr drei kuratierte Ausstellungen – Furniture Design Dialogues, Design State NRW Contemporary Furniture und Cologne Calling. Zu den wichtigsten öffentlichen Förderern zählen seit Jahren das Wirtschaftsministerium NRW und die Stadt Köln.
Wer sich die Ausstellungen im Wasserschloss Weißhaus ansehen möchte, muss sich vorab über die Website www.designerstower.de/timeslot-buchen anmelden. Der Eintritt ist frei.
Infokasten
Die Möbelbranche befindet sich seit Jahren im Wandel. Die Erwartungen von Ausstellern und Besuchenden haben sich verändert – deshalb wurde das Konzept für die Kölner Möbelmesse neu aufgestellt.
Die imm cologne und die idd cologne bilden seither ein neues Messe-Duo: Während die imm cologne im Januar in den Kölner Messehallen stattfindet, verteilt sich die idd cologne im Herbst auf verschiedene Orte in der Stadt – darunter Galerien, Showrooms, Designhäuser und besondere historische Locations.
