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„Verlassenen Ort mit Leben erfüllen“Verein will Fort XI in Köln-Buchheim zur Kulturstätte machen

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Blick auf eine Festungsanlage, die hinter einem verschlossenen Tor umgeben von Bäumen und Büschen liegt

Der Verein Rosarot möchte aus dem Fort XI einen Kultur- und Veranstaltungsort machen.

Das Fort XI in Buchheim soll in Zukunft ein Hort kulturellen Lebens werden, zumindest wenn es nach den Aktiven des Vereins Rosarot geht.

Open-Air-Konzerte und Theateraufführungen vor historischer Kulisse, Werkstätten und Versammlungsräume in den Katakomben – so stellen sich die Aktiven des Vereins Rosarot, die Zukunft des Forts XI an der Piccoloministraße in Buchheim vor. Sie wollen das Fort von der Stadt pachten und hier ein sozio-kulturelles Zentrum aufbauen. Bei einem Workshop stellte der Vorstand das Projekt nun der Öffentlichkeit vor.

Fort XI ist Teil des preußischen Festungsrings in Köln

Das Fort XI ist Teil des preußischen Festungsrings, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 um die Stadt gebaut wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg auf Anweisung der Alliierten geschleift, wurden in den 1920er Jahren auf den Grundstücken vieler der ehemaligen Forts und Zwischenwerke Parkanlagen angelegt. Das Fort XI wurde bis vor etwa zehn Jahren als Lagerraum genutzt. Seit deren Aufgabe steht das Gebäude leer.

„Wir haben den Verein 2021 gegründet, um diesen verlassenen Ort wieder mit Leben zu erfüllen“, erklärt Vorstandsmitglied Philip Minettos. Rosarot ist bisher als Ausrichter veganer Weihnachtsmärkte, von Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen bekannt. „Zukünftig sollen sich im Fort XI Kunst und Kultur verwirklichen können“, betonte Minettos. Das Spektrum ist dabei breit angelegt: „Wir wollen Raum schaffen für Musik, bildende Kunst, Theater sowie die Räume für Workshops, Versammlungen und Werkstätten öffnen.“

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Freizeitangebote für Jugendliche im Fort XI in Köln-Buchheim

Der Verein will auch Freizeitangebote speziell für Jugendliche schaffen. „Diese haben das Fort XI bereits für sich entdeckt und laufen aktuell häufig unbeaufsichtigt auf den zwölf Meter hohen Dächern umher“, berichtet Minettos. Beispiele für sinnvollere Betätigung seien Kinder- und Jugendzirkus, sportliche Angebote, Einführung in Musik, Film, Waldfreizeiten und historische Führungen durch das Fort XI.

Hinsichtlich der Finanzierung des Projekts, wozu auch Sanierungsarbeiten gehören, rechnen die Aktiven kaum mit größeren Summen, die als öffentliche Fördermittel fließen. Vielmehr stellen sie sich darauf ein, in hohem Maße auf Eigenleistungen und Sponsoren zu setzen. So sollen zu Beginn vor allem Open-Air-Veranstaltungen Mittel einspielen, die dann für den Innenausbau verwendet werden.

Öffentliche Ausschreibung bis zum Sommer

Rosarot reichte bereits 2021 ein erstes Konzept bei der Stadt ein. „Für eine weitere Bearbeitung hatte die Stadt die Erstellung von Gutachten wie Lärm oder Umweltschutz von uns gefordert“, berichtet das Vorstandmitglied. Diese seien eingereicht worden, dann habe man lange nichts mehr von den Behörden gehört. Minettos: „Auf Anfrage teilte uns die Stadt mit, bis zum Sommer eine öffentliche Ausschreibung zu starten.“

Allem Optimismus zum Trotz sieht Minettos das Projekt noch nicht in trockenen Tüchern: „Das Umweltamt stellt sich mit dem Argument quer, das Fort liege in einem Schutzgebiet.“ Doch dem sei nicht so: „Im Jahre 2000 hat die Stadt außerdem bereits beschlossen, dass die Verwaltung die Forts aus dem Landschaftsschutzgebiet heraus zu nehmen hat – hier hat die Verwaltung sich aber bis heute nicht daran gehalten.“

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