„Der Abbruch wird kein Zuckerschlecken“Bunker in Flittard wird ab Montag abgebrochen

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Ein teilweise mit Graffiti besprühter weißer Betonklotz steht an einer Straße.

Der Bunker an der Pützlachstraße wird ab 13. März abgebrochen.

Für die Anwohner rund um die Pützlachstraße wird es ab Montag laut. Bei einer Infoveranstaltung gab der Bauträger Auskunft über das Prozedere.

Am kommenden Montag, 13. März, beginnen die Abbrucharbeiten am Hochbunker in Flittard. Auf Einladung des Flittarder Bürgervereins informierte das Unternehmen „Markus-Bau“ am Mittwoch in der Schützenhalle Anwohner über den Zeitplan für die Beseitigung des massiven Betonobjekts aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem engumbauten Grundstück will das Bochumer Bauträger-Unternehmen im kommenden Jahr Eigentumswohnungen mit einer Tiefgarage errichten.

Laut „Markus Bau“-Geschäftsführer Karsten Koch dauert der Abbruch voraussichtlich vier bis fünf Monate. Eine Zeit, in der die Nachbarn einiges auszuhalten haben werden. „Der Abbruch wird kein Zuckerschlecken“, so Koch. Die Belastungen würden jedoch so gering wie möglich gehalten. An der Miltzstraße und an der Pützlachstraße werde der Bunker ab Mitte April mit einem elf Meter hohen Schutzgerüst eingehaust, das Lärm und Staub abhalten soll.

1500 Tonnen Beton müssen in Köln-Flittard abgetragen werden

Die Miltzstraße muss dafür für den Verkehr gesperrt werden. Gestapelte Schiffscontainer sollen die Bewohner der Nachbargrundstücke an der Pützlachstzraße 61 und 63 schützen. Der L-förmige Bunker wurde zwischen 1941 und 1943 errichtet und zuletzt von Bands und Künstlern genutzt. „Markus-Bau“ hatte die marode und nicht denkmalgeschützte Immobilie 2021 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Eigentlich sollte der Abbruch bereits 2022 beginnen, bei den Vorarbeiten kam es jedoch zu Verzögerungen.

Insgesamt gelte es nun, rund 1500 Tonnen Beton abzutragen, so Markus Gewers vom beauftragten Abbruchunternehmen. Er hoffe, dass nicht allzu viel Stahl verbaut worden sei. Ab dem 13. März bekommt der Bunker mithilfe einer Seilsäge zunächst einen 30 Zentimeter breiten Schnitt verpasst, um ihn von dem direkt angrenzenden Wohnhaus an der Pützlachstraße 61 zu trennen. An dieser Stelle wird später eine Einfahrt für Baufahrzeuge entstehen.

Um Betonteile abzuheben, wird am 28. März ein großer Raupenkran angeliefert, wozu Teile der Pützlachstraße für mehrere Stunden gesperrt werden müssen. Später kommen Abbruchbagger zum Einsatz, die den Beton – ausgehend vom Innenhof des Bunkers – nach und nach weg meißeln. Das Material wird vor Ort zerkleinert, um es für den Neubau wiederzuverwenden beziehungsweise mit Lkw abzutransportieren.

Anwohner fürchten bevorstehende Lärmentwicklung

Viele kritische Fragen zum Ablauf der Großbaustelle galt es zu beantworten. Ein Teilnehmer nannte die bevorstehende Lärmentwicklung „skandalös“, das Projekt hätte zumindest im Herbst oder Winter anstatt in der wärmeren Jahreszeit umgesetzt werden müssen. Laut Karsten Koch habe es dazu keine Möglichkeit gegeben. Lärm werde nicht zu vermeiden sein: „Wir stellen aber das Gerüst auf, dazu sind wir überhaupt nicht verpflichtet.“ Es werde zudem nur montags bis freitags zwischen sieben und 16 Uhr gearbeitet.

Die Einbahnstraßenregelung der Pützlachstraße wird während des Abbruchs zwischen der Kirche St. Hubertus und dem Bunker aufgehoben, Verkehrsbehinderungen sind vor allem beim An- und Abtransport der schweren Baugeräte zu erwarten. Markus Gewers rechnet gegen Ende der Abbrucharbeiten zudem mit rund 500 Lkw-Fuhren voller Schutt. Die Parkplätze direkt am Bunker fallen vorübergehend weg, für sie will das Bauträger-Unternehmen auf dem Gelände des Schützenvereins Ersatz schaffen. Zumindest dafür gab es verhaltenen Applaus.

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