Das 1976 als „Jugendfilmclub Köln“ gegründete jfc-Medienzentrum feiert sein 50-jähriges Bestehen. Hierzu ist eine Ausstellung im Bezirksrathaus Nippes zu sehen.
Medienzentrum in Nippes50 Jahre mediale Jugendarbeit – von Filmrollen bis KI

Im Foyer des Bezirksrathauses Nippes ist noch bis Mitte eine Ausstellung über die Geschichte des jfc-Medienzentrums zu sehen.
Copyright: Hieronymus Rönneper
Wenn sich auch die technischen Rahmenbedingungen innerhalb von 50 Jahren völlig gewandelt haben, so ist das Ziel geblieben: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fit für die Medienwelt zu machen, und zum eigenen Gestalten statt zum Nur-Konsumieren von Medien-Angeboten zu motivieren. „Es geht uns immer darum, ins Tun zu kommen“, betont Patricia Gläfcke. Seit 2023 ist sie Leiterin des jfc-Medienzentrums, die auf ihre langjährige, in den Ruhestand gegangene Vorgängerin Gerda Sieben folgte. „Beim Machen reden wir darüber, was es für Risiken gibt. Wir arbeiten kreativ und kritisch.“ Eine aktuelle Herausforderung angesichts des KI-Booms sei es, Fehl- und Desinformationen im Netz zu erkennen und „Deep Fakes“ auszumachen, etwa gefälschte Bilder und sogar Videos.

Ein Motiv der Ausstellung: Kinder und Jugendliche des jfc bei Dreharbeiten in den 1980er-Jahren am Heumarkt.
Copyright: Repro: Schöneck
Die heutigen medialen Möglichkeiten hätten sich die damaligen Akteure wohl nicht im Geringsten vorstellen könnten, die Ende der 1960er-Jahre in Brück unter dem Dach des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) einen Filmclub ins Leben gerufen hatten, der sich 1972 offiziell gründete. Mit Filmrollen und großen Abspielgeräten zogen sie durch die verschiedenen Jugendeinrichtungen in Köln. „Irgendwann sagte man sich, dass das Angebot nicht mehr nur katholisch sein, sondern allen Jugendlichen zur Verfügung stehen soll.“ Vor fast genau 50 Jahren, am 7. April 1976, wurde der damalige „Jugendfilmclub Köln“, von dem sich das heutige Kürzel ableitet, vom Ratsausschuss als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.
Technischer Wandel als stetiger Begleiter
Auf die fünf Jahrzehnte seines Bestehens blickt die Einrichtung derzeit bei der Ausstellung „50 Jahre jfc-Medienzentrum e.V.“ im Atrium des Bezirksrathauses Nippes zurück, die vor rund 80 Gästen und einem Grußwort der Nippeser Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert eröffnete. In der vom neuen jfc-Jugendboard, eine Beteiligungsplattform des Zentrums, kuratierten Schau gibt es Einblicke in die Arbeit über die Jahrzehnte, etwa das 1979 gegründete Videomagazin „Lurens“ (kölsch für „schau mal“) und das erste Kölner Kinderfilmfest 1989, das bis heute als „Cinepänz-Festival“ stattfindet.
Die technische Weiterentwicklung war ein stetiger Begleiter, etwa das Aufkommen von erschwinglichen Heimcomputern und Videosystemen in den 1980ern, der Siegeszug des Internets ab den 1990ern sowie in jüngerer Zeit soziale Medien, virtuelle Realität und eben KI. „Schon damals war das Team am Puls der Zeit und hat sich tolle, innovative Projekte überlegt“, blickt Gläfcke zurück. Zu allen Objekten der Schau gibt es QR-Codes für Videobeiträge.
2021 fand Umzug ins Clouth-Quartier in Nippes statt
Seit dem Spätsommer 2021 hat das jfc-Medienzentrum, früher in einer beengten Büroetage am Hansaring, neue, größere und hochmoderne Räume an der Seekabelstraße 4 im Nippeser Clouth-Quartier. Diese haben dem Zentrum technisch und räumlich komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Außer Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es auch Weiterbildungen für Fachkräfte. Am Freitag, 8. Mai, wird in den neuen Räumen von 15 bis 22 Uhr das Jubiläum groß gefeiert.
Die Ausstellung „50 Jahre jfc-Medienzentrum e.V.“ ist noch bis Freitag, 15. Mai, im Bezirksrathaus Nippes, Neusser Straße 450, zu sehen – sowie online auf der Ausstellungs-Website.www.jugendfilmclub.de


