Seit sieben Jahren gibt es das Reparatur-Angebot der Wunschnachbarn im Clouth-Quartier. Jetzt gab es eine Urkunde für die 1111. Besucherin und Sekt für alle.
Nachbarschaftshilfe in KölnRepair-Café im Clouth-Quartier verzeichnet 1111. Einsatz

Café-Besucherin Claudia Löffler freut sich über ihre Urkunde und ihren Sonnenschirm-Pfahl, den Armin Joachimsmeyer auf den richtigen Durchmesser gebracht hat.
Copyright: Bernd Schöneck
Bereits kurz nach Eröffnung der jüngsten Auflage des Repair-Cafés bei der Baugruppen-Hausgemeinschaft „Wunschnachbarn“ war es soweit: Als eine der ersten Gäste des Nachmittags machte Claudia Löffler mit ihrer Reparatur-Anfrage das kölsche Jubiläum voll, nämlich 1.111 zur Instandsetzung angenommene Gegenstände seit dem Start des Angebots im Oktober 2019. Die Mitstreiterin am Empfang läutete die Glocke am Tisch, Baugruppen-Mitglied Peter Heinzke brachte Sekt für alle Anwesenden und überreichte Löffler eine Urkunde, samt goldenem Schraubenschlüssel.
Was nicht passt, wird passend gemacht …
Ihr instandzusetzender Gegenstand: ein Holzpfahl für einen Sonnenschirm, der auf den passenden Durchmesser gebracht werden musste, damit die Metallhülse draufpasst, in deren andere Hälfte wiederum das Sonnenschirm-Gestell gesteckt wird. „Der alte Pfahl hatte 18 Jahre herumgestanden, Feuchtigkeit gezogen und ist verschimmelt“, erläuterte Löffler, die aus Nippes kommt und das Angebot bereits im Vorjahr genutzt hatte, zur Reparatur eines CD-Players. Zum Glück fand sie im Markt einen Ersatz-Holzpfahl, der von Höhe und Dicke ungefähr zu Schirmständer und Hülse passte – bis auf ein paar Millimeter, die es für die Hülse zu viel waren.
Dank Armin Joachimsmeyer, der das obere Ende des Pfahls in der Kellerwerkstatt des Hauses mit Schleifmaschine und Raspelfeile bearbeitete, kann sie ihren Sonnenschirm nun weiter nutzen. „Er ist besonders schön und wäre zu schade zum Wegwerfen gewesen.“ Die übrigen Gegenstände des Nachmittags waren wie immer sehr vielfältig, darunter Fahrräder, eine elektrische Zahnbürste, Staubsauger, ein Reiskocher, ein Küchen-Rührgerät, eine Heißluftfritteuse und ein Coca-Cola-Weihnachtstruck, der wieder flottgemacht werden wollte.
Einmal im Monat geöffnet – Partnerschaft mit Madagaskar
Das Repair-Café, bei dem regelmäßig sechs bis zehn Helfer anwesend sind, hat turnusmäßig jeden letzten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet, abgesehen von einer kleinen Sommer- und Winterpause. Bislang fanden rund 70 Termine statt. Das kostenlose Angebot ist ein Statement gegen herstellerseitig „geplanten“ Produktverschleiß und will helfen, Ressourcen zu sparen; Spenden für den Werkstattbetrieb und eine befreundete Werkstatt-Initiative auf Madagaskar, die den dortigen Menschen zu einer Einnahmequelle verhilft, sind gerne gesehen.
Die „Wunschnachbarn“ sind eine von zehn Baugruppen auf dem Clouth-Areal; sie haben ihr Zuhause selbst geplant, in das sie nach Fertigstellung einzogen. In der Werkstatt ist aktuell für den Bereich „Elektronik/Elektro“ Verstärkung willkommen.
