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„Riehler Heimstätten“Sozialbetriebe Köln eröffnen Therapiezentrum im alten Kasernenhaus

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Eine Gruppe steht in einem Raum, in dem Physiotherapie stattfinden soll.

Das Team des Hauses freut sich mit SBK-Geschäftsführerin Amélie Koecke (Mitte) über die neuen Räume.

Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, Anwendungen, Krafttraining, Gymnastik, Yoga, Pilates, Reha-Sport: Die Sozial-Betriebe-Köln bieten nun alles unter einem Dach.

Die neu geschaffenen Sport- und Gymnastik-Räume im Dachgeschoss des Hauses „Service 3“, dem ehemaligen Behinderten-Wohnheim „Haus Ahorn“, sind beeindruckend. Die Dachschrägen und die markanten Holzbalken-Konstruktionen sorgen für ein gemütliches Ambiente; hinzu kommt der Balkon mit Panoramablick auf die Mülheimer Brücke und das Rechtsrheinische. „Viele, die hier hochkommen, fragen, ob man hier nicht auch Hochzeiten feiern könnte“, erzählt Amélie Koecke, die Geschäftsführerin der Sozial-Betriebe-Köln (SBK) schmunzelnd. „Es ist für mich eine ganz besondere Sache, das Haus eröffnen zu können, an dessen Projekt ich in den letzten Schritten beteiligt war.“

Vor rund 30 Gästen und Beschäftigten der Einrichtung, darunter auch Koeckes Amtsvorgängerin Gabriele Patzke, die das Projekt über lange Jahre begleitete, haben die SBK nach jahrelanger Vorbereitungszeit ihr Therapiezentrum eröffnet. Das 120 Quadratmeter große Dachgeschoss in der vierten Etage beherbergt den Kursraum etwa für Gymnastik, Yoga oder Pilates. Auf weiteren 570 Quadratmetern im Erdgeschoss befinden sich Zimmer für Logopädie, Ergotherapie, ein Fitnessstudio für Cardio- und Krafttraining sowie Reha- und Schwerbehinderten-Sport, Räume für Massagen, Lymphdrainagen und ähnliche Anwendungen. Ungefähr ab Frühsommer soll „T-Rena“, ein bis zu halbjährliches Angebot für trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge starten, ein Programm der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Gesundheitsangebote richten sich nicht nur an die Bewohner des SBK-Campus und Externe, sondern auch an die Beschäftigten. „Es geht darum, im Alltag auf die eigene Gesundheit zu achten und präventiv etwas zu tun“, so Koecke. „Wir haben hier nicht nur ältere Menschen, sondern auch Jüngere, bis hin zu Kindern. Physio, Reha und Co. sind ein wachsendes Feld.“ Gerade für Logopädie und Ergotherapie gebe es in Köln enorme Nachfrage und lange Wartelisten, wie der Leiter des Therapiezentrums Marc Cadera erläutert.

Gebäude gehört zu früheren „Riehler Heimstätten“

Die Vorbereitungen für das Therapiezentrum, das eines der größten in Köln sein dürfte, starteten bereits um 2020 herum. Das 1911 errichtete Gebäude im rückwärtigen Bereich des SBK-Geländes, nahe des Übergangs Hertha-Kraus-Straße / Slabystraße und neben der kleinen Galerie im Waagehaus, gehört zu den alten Kasernenhäusern des Areals, auf dem später die damaligen „Riehler Heimstätten“ gegründet wurden; für den Umbau haben die SBK mit dem Denkmalamt zusammengearbeitet, obwohl das Ensemble nicht explizit denkmalgeschützt war. Einige bereits vorhandene Therapie-Angebote zogen aus Haus P8 hierhin um; in jenem befindet sich nach wie vor „Köln-Vital“, das Fitnessstudio der SBK speziell für Menschen ab 55 Jahren. Auf den übrigen Etagen des Service-3-Hauses befinden sich unter anderem Arztpraxen, ein Stützpunkt für die ambulante Pflege sowie Betriebsratsräume. Im Zuge des Umbaus wurden zudem Fotovoltaik-Module auf dem Dach montiert.