Seit Juni ist die Mönchsgasse zum Teil eine Fahrradstraße, auf der Radler Vorrechte haben. Manch ein Anwohner freut sich nicht darüber.
Köln-WeidenpeschKritik an neuer Fahrradstraße auf Mönchsgasse

Rund 210 Meter umfasst der neue Fahrradstraßen-Abschnitt auf der Mönchsgasse.
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Für den neuen Fahrradstraßen-Abschnitt vor seiner Haustür hat der Leser nur wenig übrig. „Hier fahren täglich rund 1.500 Autos her, und nur 50 Radler“, schätzt er. Seit Anfang Juni hat die Stadt den Abschnitt der Mönchsgasse im Weidenpescher Westen, zwischen Jesuitengasse und der Einfahrt zum Rewe-Parkplatz einerseits sowie der KVB-Bahnwerkstatt und der Einmündung Simonskaul andererseits, zur Fahrradstraße gemacht. Sie umfasst rund 210 Meter, darunter auch einige Meter der Jesuitengasse, die sich südlich anschließt.
Seitdem sind an beiden Fahrbahnrändern rot-weiß gestrichelte Sicherheits-Trennstreifen abmarkiert und das Fahrradstraßen-Schild aufgestellt. Eine Zusatz-Infotafel informiert über die Regeln einer solchen Straße: Maximal Tempo 30 ist erlaubt; Räder dürfen nebeneinander fahren und bestimmen den Verkehrsfluss, der motorisierte Verkehr (der hier per Zusatzschild erlaubt ist) muss sich nach ihnen richten. In den Monaten zuvor wurde die Straße saniert und der Asphalt erneuert.
Einige Verbindungsfunktionen
Der Leser verweist darauf, dass die Mönchsgasse keine unbedeutende Seitenstraße sei, sondern wichtige Funktionen erfülle: etwa als Durchfahrtsroute von Longerich über den Simonskaul stadteinwärts, als Zufahrt zum Rewe-Parkplatz sowie als Route zur Feuerwehrzentrale, der Rennbahn und der Bezirkssportanlage, auf der sich belebte Kreuzungen entlang der Neusser Straße umgehen ließen. Außerdem seien die Markierungen irritierend. „Ich habe schon mehrfach miterlebt, dass sich Autofahrer ihre Außenspiegel abgefahren haben, weil der zwischen den Linien verbleibende Raum nur noch 4,33 Meter ist.“ Auch in den sozialen Medien wurde rege über die neue Fahrradstraße diskutiert.
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Bislang gibt es im Stadtbezirk Nippes eine Fahrradstraße entlang der Etzelstraße zwischen Weidenpesch und Longerich, sowie auf der Etzelstraße weiter südlich, in Höhe der Mauenheimer Nibelungensiedlung. Im Laufe der nächsten Jahre sollen bezirksweit 59 Abschnitte hinzukommen.
Gestrichelte Linien dürfen überfahren werden
Die Stadt reagiert auf die Kritik des Lesers. So dürften die gestrichelten rot-weißen Trennstreifen sehr wohl überfahren werden. Sie dienten lediglich als Orientierungshilfe zum Parken, um Unfällen mit Radlern durch sich plötzlich öffnende Autotüren, die sogenannten „Dooring-Unfälle“, vorzubeugen, so Stadt-Sprecherin Jutta Doppke-Metz. Zudem sei die rote Begleitlinie ein Wiedererkennungsmerkmal und Visualisierung der Fahrradstraße, was die intuitive Fahrrad-Routenführung unterstütze.
„Die Linien dürfen bei Begegnungsverkehr überfahren werden. Der Leitfaden wurde durch die AGFS [Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Anm. d.Red.] erarbeitet, geprüft und veröffentlicht und steht somit jeder Kommune zur Umsetzung zur Verfügung.“ Zudem betrage die Breite für den Kraftverkehr mehr als 4,50 Meter und böte somit ausreichend Platz für Begegnungen. Nicht zuletzt handele es sich bei dem Abschnitt der Mönchsgasse um einen Teil des beschlossenen Radverkehrshauptnetzes sowie des Fahrradstraßennetzes.

