Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

RadverkehrErste „Protected Bike Lane“ im Bezirk Nippes entsteht an Scheibenstraße

2 min
Radfahrende auf den Kölner Ringen. Dort ist eine ehemalige Autospur für Radfahrer freigegeben, ohne bauliche Abtrennung vom Autoverkehr.

Radfahrende auf den Kölner Ringen. Dort ist bereits eine ehemalige Autospur für Radfahrer freigegeben, ohne bauliche Abtrennung vom Autoverkehr. (Archivbild)

Entlang der Pferderennbahn erhalten Radler beidseitig eine geschützte Fahrspur. Die BV Nippes entschied sich für die „große“ Variante.

Der Stadtbezirk Nippes bekommt seine erste „Protected Bike Lane“: Auf der Scheibenstraße zwischen Weidenpesch und Niehl soll auf knapp 800 Metern, zwischen Neusser Straße und Lipizzanerstraße, eine komfortable, 2,50 Meter breite beidseitige Rad-Fahrspur entstehen. Die Spuren auf der Nordseite der Pferderennbahn wären durch dicke Doppellinien von der Fahrbahn für den motorisierten Verkehr getrennt, zusätzliche physische Abtrennungen sind möglich. An sensiblen Stellen, wie an der Einmündung der Rennbahnstraße, ist die Radspur rot markiert. Vergleichbare Radspuren gibt es auf den Kölner Ringen, etwa am Sachsenring.

Neue Radspur: 104 Gratisparkplätze fallen weg, 20 kommen hinzu

Um die beidseitige Radspur anzulegen, fallen laut Berechnung der Verwaltung jedoch 104 der derzeit ungefähr 138 kostenlosen Pkw-Stellplätze in diesem Bereich weg. Nur 14 der Plätze blieben im Bestand erhalten, 20 Stellplätze sollen zwischen Auto-Fahrbahn und Bike-Lane östlich der Rennbahnstraße neu angelegt werden. Sie sind laut einer Untersuchung normalerweise nur zu einem Viertel belegt, an Renntagen jedoch zu 100 Prozent.

Gegen die Stimmen der SPD, bei Enthaltung der FDP, beschloss die Bezirksvertretung Nippes für die Vorlage zur Planung und Umsetzung der neuen Radfahrspuren. Damit votierte sie zugleich für die größere von zwei Alternativen: Die zweite Variante hätte eine „Protected Bike Lane“ in lediglich einer Fahrtrichtung bedeutet, in der anderen wäre ein simpler, gestrichelter Fahrrad-Schutzstreifen entstanden. Mit dem großen Votum folgte das Stadtbezirks-Parlament zugleich der Empfehlung des Amtes für nachhaltige Mobilitätsentwicklung.

Bereits 2021 hatte sich die Bezirksvertretung im Grundsatz für eine solche gesicherte Fahrradspur auf der Scheibenstraße ausgesprochen; 2022 beschloss sie zudem das Radverkehrs-Hauptnetz für den Stadtbezirk. In dieser ist die Scheibenstraße eine „gelbe“ Verbindung – sie wird häufig von Radlern genutzt, zugleich herrscht jedoch starker motorisierter Verkehr. Deshalb ist auf solchen Straßen das Ziel, Rad- und Autoverkehr zu trennen – im Gegensatz zu den „grünen“ Routen, auf denen sich Motor- und Radverkehr die Fahrbahn teilen.

„Wir freuen uns auf die erste Protected Bike Lane im Bezirk“, gratulierte Michael Breiman (Grüne) der Verwaltung für ihre Arbeit. Die Ursache für die starke Belegung an Renntagen sei, dass die Stellplätze gratis seien. „Wir können der Verwaltung nicht folgen, schon gar nicht mit der großen Variante“, so dagegen SPD-Fraktionschef Ulrich Müller. Der Parkplatz-Wegfall betreffe zudem die zwei Kleingarten-Vereine entlang der Scheibenstraße.