Da waren es nur noch zwei: Kurz vor der Entscheidung über die deutsche Olympia-Bewerbung zieht sich Berlin zurück.
Olympia-EntscheidungKöln-Konkurrent zieht sich zurück

Berlin nimmt von Olympia Abstand.
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Nach einer Krisensitzung will Berlin seine Bewerbung für die Austragung Olympischer Spiele zurückziehen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Nach Informationen von „Tagesspiegel“ und rbb sei diese Entscheidung nach einem Treffen des Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) gefallen.
Bei der bevorstehenden Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Baden-Baden konkurrieren somit ausschließlich München und die Region Köln/Rhein-Ruhr um das deutsche Bewerbungsticket.
Großer Ärger über Aussagen nach Berlin-Wahl
Ausschlaggebend für die Entscheidung waren mehrere Faktoren. Ein wesentlicher Punkt war der erhebliche Widerstand in der städtischen Bevölkerung. Politisch an Dynamik gewann dieser, als die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, die Bewerbung für „erledigt“ erklärte. Das berichtet „bild.de“. Ferner erhielt das Konzept der Hauptstadt von einer DOSB-Expertenkommission eine Bewertung von lediglich 74,6 von 100 möglichen Punkten, was signifikant unter den Werten von München (87 Punkte) und Köln/Rhein-Ruhr (85 Punkte) lag.
Vor allem die Kommentare von Eralp provozierten vehemente Entgegnungen. Der Geschäftsführer des Handball-Vereins Füchse Berlin, Bob Hanning, stufte die Vorgehensweise als „undemokratisch“ und „unseriös“ ein. Es sei ein „Schlag ins Gesicht“ für sämtliche Personen, die sich für die Spiele engagiert hatten. Berlins Olympia-Boss Niroomand übte ebenfalls deutliche Kritik an der Politikerin. In der rbb-Abendschau sagte er, sie habe „einen großen Schaden angerichtet“ und die Anstrengungen von anderthalb Jahren in 45 Sekunden zunichtegemacht.
Der Wettbewerb am Samstag in Baden-Baden reduziert sich somit von einem Dreikampf auf ein Duell, das zwischen München und der Region Köln/Rhein-Ruhr ausgetragen wird. Der Gewinner sichert sich jedoch nur das nationale Bewerbungsrecht und muss sich danach internationaler Konkurrenz, etwa aus Katar und Indien, stellen. Hanning äußerte die Sorge, dass die gesamtdeutschen Chancen auf die Austragung der Spiele ohne Berlin geringer geworden seien.
Im Kurhaus von Baden-Baden entscheiden am Samstag 42 olympische Sportverbände sowie das Präsidium und persönliche Mitglieder des DOSB, wer beim IOC ins Rennen geschickt wird. Die Verantwortung liegt dabei bei den Fachverbänden, die jeweils drei Stimmen besitzen und diese im Block abgeben müssen (insgesamt: 126). Jede Person aus dem DOSB-Präsidium (10) und alle anwesenden persönlichen Mitglieder (7) haben jeweils eine Stimme. Für den Sieg ist die absolute Mehrheit der maximal 143 Stimmen nötig.
Der deutsche Bewerber tritt beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in einen Wettstreit mit zahlreichen Kontrahenten ein. Die Spiele 2036 will das IOC in drei Jahren vergeben. Bislang hatten lediglich 1936 in Berlin und 1972 in München Olympische Sommerspiele auf deutschem Boden stattgefunden. (red/sid)

