Köln – Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) hat den früheren Verdi-Funktionär und Betriebsratsvorsitzenden der Kölner Verkehrs-Betriebe, Peter Densborn, zum neuen Personalvorstand gewählt. Der 45-jährige Betriebsschlosser wird seinen Posten im Juni 2013 antreten. Er übernimmt die mit rund 250 000 Euro Grundgehalt vergütete Stelle des Arbeitsdirektors von Kuno Weber; dieser hatte ebenfalls den Aufstieg vom Betriebsratsvorsitzenden in den Vorstand des Unternehmens geschafft.
Auf der Bilanzpressekonferenz am vorigen Donnerstag vermeldete das städtische Verkehrsunternehmen viel Positives. Von einem Fahrgastrekord war die Rede, von einer wachsenden Zahl an Stammkunden und steigenden Erlösen. Der Jahresverlust sei auf 73 Millionen Euro gesunken, das beste Ergebnis seit 20 Jahren, hieß es zufrieden. Über den beschlossenen Wechsel im Vorstand der Aktiengesellschaft wurde allerdings nicht gesprochen – womöglich, weil man sich nicht der Kritik des Postenschachers aussetzen wollte.
Der Posten des Arbeitsdirektors darf laut Aktiengesetz nicht gegen den Willen der zehn Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat besetzt werden. Bei der KVB hat die Regelung dazu geführt, dass der Betriebsratsvorsitzende früher oder später zum Personalvorstand befördert wird. Ursprünglich hatten die Arbeitnehmervertreter Densborn bereits 2010 in die Unternehmensspitze wählen wollen. Denn der jetzige Arbeitsdirektor Weber hatte sich mit dem Betriebsrat überworfen. Das jedoch lehnten die Vertreter des Stadtrats im Aufsichtsrat ab; nicht zuletzt deshalb, weil Weber, damals gerade Mitte 50, allzu zeitig Anspruch auf üppige Pensionszahlungen gehabt hätte. Der Kompromiss: Webers Vertrag wurde um drei Jahre verlängert, Densborn sollte sich derweil weiter qualifizieren. Das hat er offenbar getan. Er verließ den Betriebsrat und übernahm im Unternehmen eine Funktion als Projektleiter. Zudem nahm er an Qualifizierungsmaßnahmen für Führungskräfte teil.
Eine weitere Bedingung der Politiker: Die KVB müsse einen externen Personalberater mit der Vorauswahl beauftragen. Auch das ist geschehen. Wie zu erfahren war, ist Densborn in dem bundesweiten Auswahlverfahren als alleiniger Bewerber übrig geblieben.
