In seiner Amtszeit will der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester alle Kölner Stadtviertel besuchen und sich mit deren Besonderheiten vertraut machen. Der kleinste Stadtteil Kölns, zudem der südlichste im Rechtsrheinischen, ist Libur. Dort wurde Burmeister jetzt vom Vorstand des örtlichen Bürgervereins und Lokalpolitikern begrüßt. Helmut Marti, der Vorsitzende des Bürgervereins, lud zum Rundgang durch das „Dorf“, denn als dörfliche Gemeinschaft sehen sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils.
Libur ist immer noch geprägt von Landwirtschaft. Das verdeutlichten Gespräche mit Landwirten, die das Stadtoberhaupt unterwegs traf. Dörflich ist auch der Zusammenhalt der Menschen, die sich gemeinschaftlich um diverse Aufgaben in Libur kümmern, wie Helmut Marti betonte. In Libur gibt es regelmäßig verbindende Aktionen wie den „Längsten Tisch“ und Karnevalsvergnügen für Kinder. Gemeinsam werden Mai- und Weihnachtsbäume aufgestellt. Zufällig war am Tag vor Burmesters Besuch eine neue Ruhebank auf Initiative von Freiwilligen installiert worden, die konnten Burmester und Marti gleich einweihen.
Problemzonen gibt es in Köln-Libur keine
Im Vergleich zu anderen Stadtteilen hat Libur keine auffälligen „Problemzonen“, wie in den Gesprächen deutlich wurde. Den Bürgerverein beschäftigen Themen wie Wünsche zu einer besseren Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr oder Autos, die im Durchgangsverkehr zu schnell durch den Ortsteil fahren. Besorgt sind die Menschen in Libur auch wegen der Planung für einen Fahrradweg nach Ranzel. Bei Verwirklichung der aktuellen Pläne würden auf Kölner Gebiet Schulkinder beim Passieren eines Kreisverkehrs gefährdet, hieß es. Der Oberbürgermeister lernte beim Besuch die leistungsfähige Löschgruppe Libur der Freiwilligen Feuerwehr kennen, die mit zwei Rüstwagen vor Ort ist. Höhepunkt war der Besuch der Biogasanlage, die Landwirt Bernd Bulich betreibt.
Bulich erläuterte, wie die Anlage aus Biomasse Strom und Wärme erzeugt, und stellte sie als Teil der nationalen Stromreserve vor. Darauf kann zurückgegriffen werden, wenn in Spitzenzeiten viel Strom gebraucht wird. Den Abschluss fand der Besuch des Oberbürgermeisters im „Landgasthaus Helfer“ bei einer Zusammenkunft mit weiteren Nachbarn aus dem Ort. Torsten Burmester bedankte sich für das Engagement der ehrenamtlich Tätigen. Im Namen des Bürgervereins verlieh Helmut Marti seiner Hoffnung Ausdruck, dass örtliche Projekte durch den Besuch des Oberbürgermeisters und sein persönliches Kennenlernen des kleinsten Stadtteils angeschoben werden könnten.

