Schweres Gerät und LärmIn Köln-Lind werden alte Lagerhäuser für Wohnungen abgebrochen

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LagerLind3 LAMPE

Die Fledermaus-Häuser thronen jetzt über den Schuttbergen.

  1. Im sogenannten Lager Lind am Mauspfad müssen alte Lagerhäuser der Wehrmacht Platz machen für neue Wohngebäude
  2. Inzwischen sind die oberirdischen Gebäude inklusive der Keller entfernt.
  3. Die Abbrucharbeiten sind mit großem Lärm verbunden – eine Nervenprobe für die Anwohner.

Lind – Die großen Lagerhäuser, die entlang des Mauspfads im sogenannten Lager Lind standen, waren vor dem Zweiten Weltkrieg aus besonders stabilen Materialien gebaut worden. Dort, wo die damalige Wehrmacht unter anderem das Getreide für die kaserneninterne Bäckerei und zahlreiche weitere wichtige Versorgungsgüter für die am Schießplatz Wahn stationierten Truppen lagerte, sollte selbst ein Bombardement keinen großen Schaden anrichten können.

Stahlverstärkte Wände

75 Jahre nach Kriegsende leisten die wuchtigen Gebäude auch beim Abbruch noch zähen Widerstand. Das Abbruchunternehmen, das auf dem früheren Bundeswehrgelände Platz für ein großes, neues Wohnviertel schaffen soll, musste schweres Gerät einsetzen, um die stahlverstärkten Wände, Decken und Dächer kleinzukriegen. Die Geduld der Nachbarschaft wurde durch den damit verbundenen Lärm schon oft strapaziert, zuletzt bei der Entfernung der massiven Bodenplatte.

Inzwischen sind die oberirdischen Gebäude inklusive der Keller entfernt, teilt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf Anfrage mit. Derzeit laufen die Aufräumarbeiten, zum Beispiel werden Kellerräume verfüllt und der Bauschutt abtransportiert. Im Zuge der Aufräumarbeiten würden auf dem Gelände derzeit noch Stahlbetonbauteile zerkleinert. Dies führe leider zu unvermeidbaren Geräuschentwicklungen.

Wenn die Abbrucharbeiten zum Jahresende wie geplant beendet sind, folgt die Entsiegelung des ehemaligen Militärgeländes. Danach sollen auf dem Gelände voraussichtlich 800 neue Wohnungen entstehen.

Für das Projekt haben die Stadt Köln und die Bima einen Wohnungsbaupakt geschlossen. Er soll sicherstellen, dass möglichst schnell Planungsrecht für das neue Wohnquartier geschaffen wird. Die beiden Partner stehen deswegen in stetigem Austausch, konkrete Planungen auch hinsichtlich einer möglichen Verkehrsführung liegen aber noch nicht vor.

Eine frühe Beteiligung gerade an den Verkehrserschließungsplänen fordern viele Anwohner und auch der Bürgerverein, um den ohnehin verkehrsbelasteten Ortsteil nicht in den Kollaps geführt zu sehen. Wie die Bima mitteilt, gibt es diesbezüglich aktuell keine neuen Entwicklungen oder Gesprächsergebnisse, die eine Diskussionsgrundlage sein könnten. Nach aller Erfahrung dauert es auch wenigstens anderthalb Jahre, ehe überhaupt ein Bebauungsplan steht. Daran anschließend muss ein für Wohnquartiere dieser Größe vorgeschriebener städtebaulicher Wettbewerb stattfinden, ehe die Neubauarbeiten vergeben und begonnen werden können. Die Bima plant am Lager Lind außer einer Kindertagesstätte, Spielplätzen, Grünflächen und möglicherweise sogar einer Schule für die Kinder der vielen neuen und alten Linder und weitere Infrastruktur wie beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten.

Bei all dem soll aber der Naturschutz nicht zu kurz kommen. Das zum DLR hin gelegene Wäldchen und ausgedehnte Magerrasenflächen sind geschützt und mit Zäunen abgetrennt, hier darf weder gebaut noch das Gelände bei den Abbrucharbeiten tangiert werden.

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