Trotz Erkältung, Schulterproblemen und Gewitter überzeugte Naya Daruwala aus Porz bei der Kanu-Freestyle-EM in Finnland.
EM in FinnlandPorzer Sportlerin holt Edelmetall nach Hause

Naya Daruwala mit einem Loop in der Bootsklasse K1 bei der Europameisterschaft in Finnland.
Copyright: Sylvia Daruwala
Neitikoski in Finnland ist schon eine Reise wert, besonders wenn es dort Edelmetall zu holen gibt. Dafür muss Naya Daruwala ins Wasser. Nicht mit einer Goldwaschpfanne, sondern mit einem Boot, genauer gesagt mit zwei Booten. Denn die 21-jährige Lehramtsstudentin vom Kanu-Club Zugvogel aus Porz-Zündorf hat sich in gleich zwei Bootsklassen für die Kanu-Freestyle-Europameisterschaft qualifiziert.
Die Voraussetzungen waren allerdings nicht gerade berauschend. Wegen einer Erkältung musste Daruwala noch eine Pause vor dem Nationentraining einlegen. „Ich habe auch kurzzeitig überlegt, den Start im C1 zu streichen“, sagt die Porzer Sportlerin. Den Fokus hatte sie im Training auf die Klasse K1 gesetzt. In der sitzen die Sportlerinnen und haben ein Doppelpaddel zur Hand. Im C1 ist kniend mit dem Stechpaddel angesagt. Letztlich entschied sie sich, doch auch in dieser Bootsklasse zu starten. Was am Ende eine gute Entscheidung sein sollte.
Trainingsrückstand durch Erkältung
Der Austragungsort in Finnland „hat keinen klaren Charakter für Kanu-Freestyle“, sagt Sylvia Daruwala. Sie ist Vorstandsmitglied des Kanu-Clubs, zuständig für den Leistungssport, und Mutter von Naya. „Je nach Wasserstand ist der Spot eine Welle oder eine Walze. Davon ist abhängig, welche Tricks gefahren werden können.“ Für deutsche Athletinnen und Athleten sind Wellen in der Regel nicht so leicht, da es in Deutschland keine Stelle für Wellentraining gibt. Auch im näheren Ausland ist Wellentraining nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich.
Dennoch stellte Naya Daruwala bereits beim Training vor Ort fest, dass ihr diese Form mit dem K1 gut lag. Viele Tricks gelangen ihr bei unterschiedlichen Wasserständen. Trotz der Trainingspause von vier Tagen startete sie zuversichtlich in den Wettkampf.
Beste deutsche Kanutin in der Bootsklasse K1
In dem können sich nach dem neuen Regelwerk im Kanu Freestyle nur noch zehn Frauen für das Halbfinale qualifizieren. Bei drei Läufen werden die Punkte der besten zwei Läufe addiert. Naya Daruwala war am Ende ihrer Läufe als Siebte bereits sicher für das Semi-Finale qualifiziert und als einzige deutsche Starterin eine Runde weiter. Für die 21-Jährige war dies bereits ein großer Erfolg. Am Ende sollte es der achte Platz bei der Europameisterschaft sein. Anfangs konnte sie sich darüber nicht so freuen. „Ich hätte mich schon gerne im K1-Finale gesehen“, sagt die Kanutin.
Ins Finale schaffte es die Porzerin dafür in der anderen Bootsklasse. Und hier waren die Bedingungen schwierig. „Ein Gewitter und Starkregen in der Nacht zuvor ließen die Wassermassen noch gewaltiger erscheinen“, sagt Nayas Mutter Sylvia. Alle Teilnehmerinnen hatten Schwierigkeiten, „ihre Kraft so einzusetzen, dass sie Tricks zeigen konnten“. Im ersten Lauf konnte Naya Daruwala keine guten Tricks platzieren und stand auf dem fünften Platz.
Schulterverletzung im Finale
Im Finale wird nur der beste Lauf gewertet. Daher galt es, im zweiten Lauf noch eine Schippe draufzulegen. Und der zweite von drei Läufen klappte dann auch besser. Die Kampfrichter erkannten verschiedene Tricks an. Die Punkte reichten, um sich auf Platz 2 einzureihen.

Die Silbermedaille in der Bootsklasse C1 bei der Europameisterschaft im Kanu Freestyle in Finnland bringt Naya Daruwala mit nach Porz.
Copyright: Sylvia Daruwala
Doch alle Finalistinnen hatten noch einen Lauf übrig. Alles konnte sich noch einmal ändern. Zudem hatte sich die Kanutin aus Zündorf im zweiten Lauf an der linken Schulter verletzt. So ging es mit Schmerzen in den dritten Lauf. In dem hatte Naya Daruwala das Glück auf ihrer Seite. Keine der Finalistinnen schaffte es, sie von ihrem zweiten Platz zu stoßen. Mit dem Titel der Vizeeuropameisterin und der Silbermedaille im Gepäck war Neitikoski in Finnland auf jeden Fall eine Reise wert.

