Mehr Mülleimer bringen nicht nur was für die Umwelt, sondern auch für das Sicherheitsempfinden. Denn Orte, die sauberer sind, werden häufig auch als sicher wahrgenommen. Das ist die Meinung einiger Kinder und Jugendlicher in Porz. Die machen sich aber auch Sorgen darum, wie sich der Sparplan der Stadt und die damit verbundenen Mittelkürzungen auf die Jugendeinrichtungen im Bezirk auswirken. Aber auch über zugewachsene Fußwege, Verkehr oder Einkaufsmöglichkeiten machen sie sich Gedanken.
Illustrator Pavo Ivković hat alle Hände voll zu tun im Jugend- und Gemeinschaftszentrum Glashütte in Porz. Auf einer großen Leinwand schreibt er Themen auf und illustriert sie anschaulich. Am Ende der Veranstaltung steht eine anschauliche Art von Protokoll mit einer Sammlung von Anregungen, Wünschen, Sorgen und Ideen von Kindern und Jugendlichen.
Hey Porz – Check mit uns dein Veedel
Die haben sich in den vergangenen Monaten ihren Stadtbezirk oder ihren Stadtteil, in dem sie leben, ganz genau angeschaut. Unter dem Titel „Hey Porz – Check mit uns dein Veedel“ waren im Sommer Anica Latzer-Schulte und Melanie Druckhammer von der Stadt in den Veedeln unterwegs. Gleichzeitig hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich online zu beteiligen. Und das haben sie rege getan.
Um zu erfahren, was die Wünsche, Sorgen und Anregungen der jungen Menschen in den Stadtbezirken sind, hat die Stadtverwaltung den sogenannten Veedels-Check ins Leben gerufen. Ein Beteiligungsformat für Kinder und Jugendliche, bei dem sie die Porzer Stadtteile unter die Lupe nehmen sollten und sich aktiv an der Stadtgestaltung beteiligen.

Illustrator Pavo Ivković führt ein anschauliches „Protokoll“ zu den Themen, die auf der Veedels-Konfernez zur Sprache kommen.
Copyright: René Denzer
Nun ist die Kinder- und Jugendbeteiligung in Porz in die nächste Runde gegangen. Im Jugend- und Gemeinschaftszentrum Glashütte startete mit einer Veedelskonferenz die zweite Phase des Checks. Auf der Konferenz wurden die Ergebnisse der Veedels-Spaziergänge vorgestellt, ausgewertet und weiterbearbeitet. Bei den Spaziergängen, die im Juni in den Porzer Veedeln stattgefunden haben, hatten Kinder und Jugendliche ihre Wünsche, Ideen und Anliegen für ihr Veedel gesammelt.
Sauberkeit, Sport und Freizeit sind wichtigste Themen in Porz
Insgesamt gab es 343 Beiträge und 106 Kommentare, die zeigen, welche Themen für die jungen Menschen in Porz besonders wichtig sind. Die fünf am häufigsten genannten Themenbereiche sind Sauberkeit (28,6 Prozent), Spiel, Sport und Freizeit (21,8 Prozent), Jugend und Gemeinschaft (14,3 Prozent), Verkehr (11,8 Prozent) sowie Einzelhandel & Versorgung (6,4 Prozent). Weitere Themen, die angesprochen werden, sind unter anderem Stadtgrün und Umwelt, Schule und Bildung sowie Stadtentwicklung.
Kölns Jugenddezernent Robert Voigtsberger zeigt sich beeindruckt. „Der Austausch auf der Veedels-Konferenz ist gelebte Partizipation und bietet die Chance, Anliegen zu diskutieren und gemeinsam nächste Schritte zu konkretisieren. Ich freue mich sehr über das Engagement der jungen Menschen in dieser Stadt.“ Die Veedelskonferenz markiert gleichzeitig die Halbzeit der sogenannten 100-Tage-Challenge. Bis zu deren Ende, will die Verwaltung die eingereichten Beiträge beantworten und transparent aufzeigen, welche Anliegen kurz-, mittel- oder langfristig umsetzbar sind. Aber auch, wo Grenzen liegen oder warum eine Umsetzung nicht möglich ist. Träume der Kinder und Jugendlichen dürfen dabei nicht fehlen, auch wenn der Wunsch nach einem Kino in Porz sich wohl schwer realisieren lässt. Die Rückmeldungen an die Kinder und Jugendlichen sollen Zusammenhänge verdeutlichen und zeigen, dass ihre Beteiligung ernst genommen wird. Der gesamte Projektverlauf, die Beiträge und Zwischenergebnisse können auf dem Beteiligungsportal der Stadt Köln eingesehen werden.
Der Veedels-Check selbst ist Teil des Aktionsplans „Kinder- und jugendfreundliches Köln 2022–2025“. Er wurde bereits im Jahr 2022 in Mülheim und zwei Jahre später in Nippes umgesetzt. Das Beteiligungsformat wird gemeinsam durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie, die Stabsstelle Kinderfreundliche Kommune, das Kooperative Kinder- und Jugendbüro und das Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung sowie weitere Projektpartner veranstaltet.


