Heinz Palka und Dieter Wesseling von der SpVg Porz wollen mit der deutschen Ü70-Auswahl nach Australien. Doch für ihren Traum fehlt noch finanzielle Unterstützung.
„Auch eine Ü70 braucht Nachwuchs“Ü70‑Fußball – zwei Porzer wollen zur WM nach Australien

v.l. Heinz Palka und Dieter Wesseling, beide im Kader der Ü‑70-Nationalmannschaft, mit ihrem Trainer Fritz Reiners vom SpVg Porz.
Copyright: Inge Swolek
Mit der Botschaft „Fußball kennt kein Alter“ bereitet sich die deutsche Ü70-Fußball-Nationalmannschaft seit Januar auf die Weltmeisterschaft im Oktober in Australien vor. Trainiert wird das Team von den „Bundestrainern“ Stefan Stuckenberg (DFB-A-Lizenz) und Marek Wanik (Fußballlehrer).
Mit dabei sind zwei Kölner: Heinz Palka und Dieter Wesseling. Beide spielen in der Altherren-Mannschaft der SpVg Porz und leben ihre Fußballleidenschaft auch mit 70 Jahren weiter.
„Ich spiele seit meinem neunten Lebensjahr Fußball. Ich liebe es, hinter einem Ball herzulaufen“, erzählt Palka. Der ehemalige Stürmer spielte in seiner aktiven Zeit unter anderem beim polnischen Club Górnik Katowice. Nach seiner Ausreise nach Deutschland war er als Co-Trainer bei Viktoria Köln tätig. Seit rund zehn Jahren spielt er für die SpVg Porz.
Von der Oberliga zur WM mit der Nationalmannschaft
Auch Wesseling blickt auf eine lange Amateurfußballkarriere zurück. Er spielte unter anderem in der Oberliga bei SpVg Frechen 20 und dem SC Brühl. Seit fünf Jahren gehört er zur Porzer Altherren-Mannschaft.
Nun wartet auf beide eine besondere Herausforderung: das Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft zu tragen.

v.l. stehend die beiden Bundestrainer, fünfter von links mit der Nummer 20 Peter Siebert, Pressesprecher. Vorn kniend v.l. mit der Nummer 7 Heinz Palka und mit der Nummer 19 Dieter Wesseling.
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„Fußball ist mein Sport. Im Kader der deutschen Nationalmannschaft zu sein, ist eine Herausforderung“, sagt Wesseling. Für ihn geht es dabei nicht nur um den Titel. „Andere Länder kennenlernen, auch Gleichgesinnte in dem Alter überhaupt noch zu finden, wo man sich ein bisschen messen kann, ohne einen zu verletzen, und sich dabei wie ein 50-Jähriger zu fühlen – das treibt mich an.“
Der Traum von der WM hat allerdings seinen Preis. Palka hat bislang an allen Vorbereitungsspielen teilgenommen und dafür bereits mehr als 5000 Kilometer quer durch Deutschland zurückgelegt. Fahrtkosten und Unterkünfte bezahlte er selbst.
Mehr als 5000 Euro für die Australien-Reise
Auch die Reise nach Australien müssen die Spieler selbst finanzieren. Mehr als 5000 Euro kostet die Teilnahme pro Spieler. „Für ein Hobby ist das schon eine ordentliche Summe“, sagt Wesseling.
Die Ü70-WM gibt es seit 2017. Ins Leben gerufen wurde die Bewegung vom australischen Verband Oasis (Older And Still Into Soccer). Seitdem findet das Turnier jährlich statt. Im vergangenen Jahr wurde in Tokio gespielt, die deutsche Ü75-Auswahl holte dabei den Weltmeistertitel. Auch bei Turnieren in Dänemark und Wales erreichten deutsche Mannschaften vordere Platzierungen.
Trotz dieser Erfolge der deutschen Senioren läuft der Wettbewerb in der Öffentlichkeit weitgehend unter dem Radar.
„Der DFB hat uns wahrgenommen. Die Funktionäre sind uns gegenüber wohlwollend eingestellt“, sagt Peter Siebert, ‚Nationalspieler‘ und Pressesprecher der Mannschaft. Immerhin habe der Verband die Trikots kostenlos zur Verfügung gestellt. „Nur der letzte Schritt, die finanzielle Unterstützung, fehlt noch.“
Der Kader umfasst rund 40 Personen – Spieler, Trainer und Betreuer. Eine offizielle DFB-Nationalmannschaft ist die Ü70-Auswahl allerdings nicht. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die „German Veterans“ dennoch bereits nach Frankfurt eingeladen, um deren Einsatz für den Seniorensport zu würdigen.
Unterstützung kommt auch aus Kreisen der Fußball-Prominenz. Fußball-Ikonen wie Horst Hrubesch, Wolfgang Overath und Sepp Maier unterstützten das Projekt 'WM der Herzen' und begleiten die deutschen Kicker nach Australien.
Ich hoffe auf einen Schub. Auch eine Ü70 braucht Nachwuchs
In Porz wird man das Auftreten der beiden Nationalspieler ebenfalls verfolgen. „Wir als Verein sind natürlich sehr stolz darauf, dass zwei Spieler aus unserer Altherren-Abteilung die Bundesrepublik vertreten werden“, sagt Fritz Reiners, Trainer der Porzer Altherren. „Ich hoffe auf einen Schub. Auch eine Ü70 braucht Nachwuchs.“
Für Palka ist das Ziel in Australien klar: „Mein Ziel ist es, die WM zu gewinnen – für Köln und für Deutschland, genau in dieser Reihenfolge.“ Wesseling, der aktuell verletzt ist, ergänzt lachend: „Und wir unterscheiden nicht, ob links- oder rechtsrheinisch.“
Jetzt fehlt den beiden Kölnern nur noch die Finanzierung der Reise nach Brisbane in Australien. Sponsoren und Unterstützer könnten dazu beitragen, dass der Traum von der Ü70‑WM nicht am Geld scheitert.
