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Gescheiterte UmnutzungWas passiert mit dem ehemaligen Praktiker-Gelände in Porz?

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Das ehemalige Praktiker-Gelände in Porz-Eil

Das ehemalige Praktiker-Gelände in Porz-Eil

Die Porzer Politik fordert einen aktuellen Sachstandsbericht zur Entwicklung des Geländes des ehemaligen Praktiker-Baumarktes in Porz-Eil.

Der ehemalige Praktiker-Baumarkt nebst Bürogebäude in Porz-Eil sind verkauft. An dem Standort ist eine riesige Waschanlage geplant. Doch getan hat sich auf dem Gelände an der Friedrich-Naumann-Straße seit dem äußerlich nichts.

Für die Porzer Politik Grund, nachzufragen. „Wir haben in der Bezirksvertretung gefordert, dass die Verwaltung uns hier einen aktuellen Sachstand vorträgt“, sagt Werner Marx, Fraktionschef der CDU in der Bezirksvertretung (BV) Porz. Dabei soll auch geklärt werden, was bei einer Entwicklung des Geländes mit der Parkfläche für die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW passiert. Dafür wird nämlich derzeit ein Teil des Praktiker-Geländes genutzt. „Der Parkdruck darf bei einem Wegfall der Stellplatzfläche nicht in die umliegenden Straßen verlagert werden“, betont Marx.

Ehemaliger Praktiker diente als Flüchtlingsunterkunft

Das Gelände, das auch von der Frankfurter Straße und der Theodor-Heuss-Straße flankiert wird, ist nun 12.500 Quadratmeter groß. Die Stadt hatte es vor einigen Jahren bei einer Zwangsversteigerung für knapp vier Millionen Euro erworben. Auf dem Gelände befindet sich neben einem mehrstöckigen Bürogebäude der ehemalige Praktiker-Baumarkt. Den hatte die Stadt für rund 1,47 Millionen Euro hergerichtet und bis September 2018 drei Jahre als Notunterkunft für Menschen, die aus anderen Ländern geflüchtet waren, genutzt. Rund 200 Menschen wurden dort untergebracht. Pläne, das Bürogebäude zu einem späteren Zeitpunkt vollständig zu einer Unterkunft umzubauen, damit die Menschen aus der Baumarkthalle dorthin verlegt werden können, wurden zu den Akten gelegt.

Seit Sommer 2018 steht das Gebäude leer. Bis auf Metall- und Kabeldiebe schien sich keiner mehr für das Gebäude zu interessieren. Es gab nach Angaben der Stadt auch Vandalismus. Aufgrund des schlechten Zustands wurden Vorschläge der Grünen in der Bezirksvertretung Porz, den ehemaligen Baumarkt als Winterquartier für Obdachlose oder im Frühjahr 2022 erneut kurzfristig für eine Unterbringung von geflüchteten Menschen zu nutzen, abgelehnt. Der Grund für die Ablehnung: Der Zustand des Gebäudes.

„Mittlerweile ist es mir ja fast peinlich, dass wir das vorgeschlagen haben“, hatte Dieter Redlin, damaliger Fraktionschef der Grünen, im Jahr 2022 gesagt. Und das nicht, weil ein zur Notunterkunft umgebauter Baumarkt nicht wirklich eine tolle Bleibe ist, sondern weil das Gebäude innerhalb weniger Jahre mehr denn je „einem Rohbau“ ähnelt, sagte Redlin. Fehlender Brandschutz, fehlende Stromleitungen, ein undichtes Dach, Schimmel an Wänden und Boden – als Redlin Fotos aus dem Innern des Gebäudes gesehen hatte, konnte er es kaum fassen. „Ich war geschockt, als ich die Bilder sah.“ Die Antwort der Verwaltung, dass eine Sanierung aus „erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand“ abgelehnt wird, war da verständlich.

Dann sollte das Grundstück verkauft werden – für 2,4 Millionen Euro. Weit weniger als die Stadt ursprünglich bezahlt hatte. Mit der Durchführung des Bewerbungsverfahrens wurde die Kölnbusiness Wirtschaftsförderung beauftragt. Bis September 2023 konnten sich Interessenten bewerben. Eine Bewertungskommission hatte dem Stadtrat Empfehlungen zu potenziellen Käufern vorlegt. Den Zuschlag hat die Waschstraße bekommen. Wann die kommen wird, welche Genehmigungen es eventuell noch braucht, dazu soll die Stadtverwaltung Stellung beziehen, so die Forderung der Porzer Politik.