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Abbruch Dechant-Scheben-HausLetzter Bauabschnitt auf dem Weg zum neuen Marktplatz in Porz-Mitte

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Fünf Personen stehen vor einem Bauzaun vor einem Rohbau.

Veronika Howe, Barbara Hartmann, Lutz Tempel, Andreas Dürkop und Berthold Wolff (v.l.) stehen vor dem Bauzaun, an dem das neue Logo für Porz Mitte aufgehängt ist.

Mit dem Abbruch des Dechant-Scheben-Hauses beginnt die Vollendung der Innenstadterneuerung. Schicht für Schicht wird es abgetragen.

Fünfeinhalb Tonnen. An einem Stück. Derart gewichtig sind die Herausforderungen, die beim Abbruch des Dechant-Scheben-Hauses (DSH) in Porz-Mitte zu bewältigen sind. Das massive Bauwerk aus den 1970er Jahren soll im Rahmen der Neugestaltung von Porz Mitte weichen, als letzter Bauabschnitt rund um den ehemaligen Marktplatz. Dafür kann nicht einfach ein Abrissbagger anrollen. „Inmitten der dichten Bebauung, mit Arztpraxen und einem schützenswerten Baum gleich nebenan, müssen Erschütterungen vermieden werden“, sagt Architekt Andreas Dürkop, dessen Büro von der Porzer Kirchengemeinde mit den komplexen Abbrucharbeiten betraut wurde. Von oben her wird das Gebäude Stück für Stück zersägt, die Betonteile befördert ein gewaltiger Kran zu Boden. Von dort werden sie per Lastwagen über die Bahnhofstraße zur Deponie gefahren – eben wie dieser fünfeinhalb Tonnen schwere Betonträger, der im Gebäude noch deutlich gewichtigere Artgenossen hat.

Bis Ende des Jahres soll der Abbruch des DSH über die Bühne gehen

Pfarrer Berthold Wolff und Verwaltungsleiter Andreas Kondziella von der katholischen Gemeinde, der Architekt, Bezirksbürgermeister Lutz Tempel, Abteilungsleiterin Barbara Hartmann vom Amt für Stadtentwicklung und Quartiersarchitektin Veronika Howe vom Büro Porz-Mitte erläuterten an der Baustelle jetzt die laufenden Arbeiten. Schon Ende dieses Jahres soll das direkt an die Pfarrkirche Sankt Josef angebaute Gemeinde- und Veranstaltungsgebäude Geschichte sein. Dann wird die Sakristei der Kirche, die bisher ins DSH integriert war, in einer einfachen, baulichen Lösung erneuert.

Ein Kran und schwere Betonteile stehen vor einer Kirche in der Fußgängerzone von Porz.

Tonnenschwere Bauelemente wie dieser Betonträger müssen Stück für Stück aus dem ehemaligen Gemeindegebäude gesägt und mit einem Kran zu Boden gelassen werden.

„Wenn das Haus weg ist, wird es hier richtig viel Platz geben: 1200 Quadratmeter nutzbare Fläche. Der Angstraum im dunklen Durchgang zwischen Bahnhofstraße und der neuen Porzer Mitte wird verschwinden“, sagt Architekt Andreas Dürkop. Barbara Hartmann kündigt an, dass die Erneuerung der Fußgängerzone Bahnhofstraße sich anschließen und den Förderrichtlinien zufolge bis 2032 abgeschlossen sein soll. Für diese Komplettierung der Innenstadtsanierung als Bestandteil des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Porz Mitte (ISEK) sollen im kommenden Jahr Bürgerbeteiligungen stattfinden. Die Skulptur von „Strandbads Marie“, die auf dem abgeräumten Karnevalsplätzchen neben der Kirche stand, ist bis zur Neugestaltung sicher eingelagert.

Bezirksbürgermeister wünscht sich einen attraktiven Markt für Porz

Lutz Tempel wünscht sich einen attraktiven Markt auf der neu entstehenden Fläche, und zwar bitte mit allen notwendigen Installationen für Licht und Strom, die bei der Stadtmöblierung in der benachbarten Neuen Mitte nicht bedacht wurden. Gemeinsam mit der Neugestaltung der Brücke zum Rheinufer, die dasselbe Planungsbüro verantwortet, solle die Porzer Innenstadt dann wieder zu einem echten Mittelpunkt auch für Menschen aus den benachbarten Stadtteilen werden.

Die Pfarrkirche Sankt Josef ist von den Abbrucharbeiten derzeit noch nicht stark betroffen. Sie ist weiter zugänglich, auch über eine Rampe von der Hauptstraße her. Im kommenden Winter können dort aber keine Gottesdienste stattfinden, denn die Luftheizung des Sakralbaus saugt die zu erwärmende Luft aus einem Bereich an, der von den Abbrucharbeiten betroffen ist. Die Lufteinlässe müssen während der Arbeiten geschlossen werden. Erst im folgenden Jahr kann die Heizung wieder laufen, erläutert Pastor Wolff.

Der sichtbare Fortschritt bei den Rückbauarbeiten kommt nach den Erfahrungen von Veronika Howe bei Geschäftsleuten und Bewohnern von Porz-Mitte gut an. Die meisten freuten sich, dass es jetzt spürbar vorangeht, sagt die Quartiersarchitektin, die sich im ISEK-Auftrag um die Porzer Weiterentwicklung kümmert. Immerhin hatte das Beharren der Deutschen Bank auf dem Mietvertrag für ihre Räume im DSH den geplanten Abbruch um Jahre verzögert.

Die katholische Gemeinde hat in ihrem neuen Gemeindezentrum „Mittendrin“ längst einen Ort, an dem ehrenamtliches Engagement und Aktivitäten für Menschen jeder Herkunft ihren Platz finden können. Das gute Miteinander in Porz verdeutlicht ein neues Logo, das auf Initiative des Büros Porz-Mitte entwickelt und am Bauzaun angebracht wurde: Es zeigt den Rheinbogen sowie stilisierte bunte Glassplitter, die an die Glas-Historie von Porz erinnern und zur Vielfalt ermuntern. Der Aufruf des Logos lautet: „Porz Mitte machen wir zusammen.“