Hollywood-Feeling in PorzKölner Berufsschüler drehen Horrorfilm – Premiere im Filmpalast

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Bei den Dreharbeiten zum Filmprojekt „Die Ballerina“ vom Joseph-DuMont-Berufskolleg.

Bei den Dreharbeiten zum Filmprojekt „Die Ballerina“ des Joseph-DuMont-Berufskollegs in Urbach.

Sieben Drehtage haben Berufsschüler aus Bilderstöckchen hinter sich. Nun ist ihr Horrorfilm „Die Ballerina“ fertig. Premiere ist Donnerstag.

Viel Arbeit und wenig Schlaf stehen Fleiß und Engagement gegenüber. Und letztere lassen einen Zwölf- oder 15-Stunden-Tag schon einmal vergessen. So viel Zeit investieren die Schülerinnen und Schüler des Joseph-DuMont-Berufkollegs in Bilderstöckchen in ihr Abschlussprojekt, ein Horrorfilm mit dem Titel „Die Ballerina“.

Sieben Drehtage haben die angehenden Kaufleute für audiovisuelle Medien dafür eingeplant. Dafür sind sie immer wieder woanders. Eine Dachstuhlszene wird in Erftstadt auf einem Erdbeerhof gedreht, eine Szene im Wartebereich eines Gefängnisses bei einer Produktionsfirma.

Rund 50 Menschen helfen den Berufsschülern an den Drehtagen

Die Szenen in einer Tanzschule werden im Kupfersaal in Urbach gedreht, der den älteren Porzer Bürgerinnen und Bürgern als Zaß’sche Saal mehr sagt. „Wir wollten nicht einfach eine normale Tanzschule nehmen“, sagt Anouk Kämmerling. Sie ist eine der 25 Schülerinnen und Schüler, die später in Berufsfeldern im Bereich der Fernsehproduktion, Regie oder Set-Aufnahmeleitung Fuß fassen wollen.

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Am Drehtag selbst sind allerdings mehr Menschen vor Ort. Etwa 50 Leute seien es, sagt Kämmerling. Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs sind Komparsen, Bekannte, Freunde helfen bei Licht, Ton und oder Kamera.

Bei den Dreharbeiten zum Filmprojekt „Die Ballerina“ vom Joseph-DuMont-Berufskolleg.

Die Dreharbeiten wurden professionell aufgezogen.

Mit dem Film könnten die Schülerinnen und Schüler ihre Noten verbessern, erklären die Leiter des Bildungsgangs, Gunter Hartleb und Thomas Küstner. Doch mit dem Dreh allein ist es nicht getan. Bis dahin haben die jungen Männer und Frauen im Alter von 21 bis 26 Jahren viel zu tun gehabt.

Seit Oktober 2022 arbeiten die Schülerinnen und Schüler an dem Projekt. Vom Drehbuch über Casting, Drehorte, Spendenakquise bis hin zum Equipment haben sie alles selbst besorgt. Bei kleinem Budget kein leichtes Unterfangen.

Die Filme vorher waren mir teilweise zu brav
Thomas Küstner, Leiter des Bildungsgangs

Da alle Berufsschülerinnen und -schüler Auszubildende in Medienunternehmen sind, war der Punkt Ausrüstung nicht so das Problem. „Dahingehend sind wir toll unterstützt worden“, sagt Anouk Kämmerling. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen ist sie seit 2020 am Berufskolleg. Im April steht die Abschlussprüfung an.

Bei den Dreharbeiten zum Filmprojekt „Die Ballerina“ vom Joseph-DuMont-Berufskolleg. Schauspielerinnen v.l. Nayara Yanervi Schneider und Judith Döker.

Der Horrorfilm feiert im Filmpalast Köln Premiere.

Anders als die Jahrgänge vor ihnen wurde dieses Mal das Thema vorgegeben. „Die Filme vorher waren mir teilweise zu brav“, sagt Thomas Küstner. Deswegen habe man das Thema Horrorfilm festgelegt. Das tat den Ideen der Schülerinnen und Schüler aber keinen Abbruch. „Wir hatten so tolle Ideen, aus jeder hätte man einen Film machen können“, sagt Gunter Hartleb.

Horrorfilm „Die Ballerina“ soll Kölner in eine düstere Vergangenheit führen

Letztlich hat es „Die Ballerina“ geschafft. Eine Geschichte um Mia, gespielt von Judith Döker, die die Zuschauerinnen und Zuschauer in eine ziemlich düstere Vergangenheit führt.

Im Kupfersaal nimmt Kameramann Max Tsui von den Regisseuren Elias Förderer und Paul Wacker letzte Instruktionen an. Judith Döker, die die Mutter der kleinen Ballerina Lilly spielt, und Nayara Yanervi Schneider (Lilly) gehen auf ihre Plätze. Das Licht steht. Ton ab, Kamera läuft – Action.

Die Szene wird ein paar Mal wiederholt, auch aus anderen Blickwinkeln. Ballettschülerinnen vom Tanzstudio The Dance-Floor ziehen sich in den kurzen Pausen dicke Jacken an, wärmen sich mit Tee und an einer Heizung. Die Regie ist mit der Szene zufrieden. Die nächste Einstellung kann gedreht werden. Doch der Tag ist lang.

Mit dem knapp 15-minütigen Film wollen sich die Berufsschülerinnen und -schüler später auf Kurzfilmfestivals empfehlen. Premiere feiert der Film „Die Ballerina“ am Donnerstag, 9. März, 18 Uhr im Filmpalast Köln, Karten kosten 7 Euro, Einlass ist um 17 Uhr.

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