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Schwangere misshandelt?Mitangeklagte äußert sich vor Kölner Landgericht zu Vorwürfen

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Das Kölner Landgericht.

Köln – „Haben Sie nicht an das Schicksal des ungeborenen Kindes gedacht?“, fragte der Anwalt der Nebenklägerin die Angeklagte. „Ich habe es ganz ausgeblendet“, sagt Mona T., die zuvor beteuert hatte, sie bereue „zutiefst“, was sie der Schwangeren angetan habe.

Am Montag sagte die 21-Jährige in Saal 2 des Kölner Landgerichts aus. Ihr wird vorgeworfen, am 6. November 2021 zusammen mit dem mitangeklagten Milan D. (26, Namen geändert) dessen damalige Freundin, die von ihm schwanger war, in Deutz abgepasst und gegen ihren Willen in einem Wagen in die Nähe der belgischen Grenze gebracht zu haben. Auf der Fahrt sollen beide Angeklagte die Frau geschlagen haben; zudem soll sie bedroht und beleidigt worden sein

Bedroht, beraubt und eingesperrt

An einem Waldstück, wo alle ausgestiegen seien, hätten Mona T. und Milan D. die Frau, die bis auf die Socken ausgezogen worden sei, abermals geschlagen. Zurück im Auto, habe der Angeklagte sie erneut bedroht und verlangt, sie solle die Anzeige zurückziehen, die sie im September erstattet hatte.

Diese bezog sich auf einen Vorfall, der allein Milan D. zur Last gelegt wird. Der Anklage zufolge suchte er die Frau, mit der er seit 2018 neben seiner Ehe eine Beziehung führte, in deren Wohnung im 25. Obergeschoss eines Hochhauses in Meschenich auf, schlug und trat sie, nahm ihr das Handy und 600 Euro ab und sperrte sie ein. Am folgenden Tag habe er ihr lediglich 70 Euro zurückgebracht und sie freigelassen.

Täterin habe sich provoziert gefühlt

Mona T. schilderte das Geschehen so, als sei sie hineingezogen worden. Auf seinen Wunsch habe sie Milan D. im Mercedes ihres Vaters in die Nähe der Deutzer Freiheit gebracht, wo er mit der Freundin verabredet gewesen sei, und eine Weile am Wagen gewartet. Dann seien sie zu dritt eingestiegen, und Milan D. habe sich ans Steuer gesetzt.

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Zu ihrer Überraschung habe er auf der folgenden Fahrt im Navi eine Route Richtung Aachen „markiert“. Sie gab zu, dass auch sie die Frau im Auto geschlagen habe, denn sie habe sich von deren Beleidigungen „provoziert“ gefühlt. Auch am Waldstück nahe Belgien habe sie „ein-, zweimal“ zugeschlagen, teils aus Angst vor Milan D., der zur Aggression neige, „wenn er seinen Willen nicht bekommt", teils aus Wut auf das Opfer.

Prozess geht weiter

Ob der Angeklagte seine Freundin ausgezogen oder diese sich selber entkleidet habe, könne sie nicht sagen. Mona T.s Geständnis kam einer Belastung des 26-Jährigen gleich, der bisher zu den Vorwürfen geschwiegen hat und ihre Aussage ungehalten verfolgte. Unter anderem sagte sie, im Wagen habe er der Frau gedroht, ihr das Baby „abzunehmen“, wenn sie die Anzeige nicht zurückziehe.

Seine Verteidiger kündigten an, er werde sich am nächsten Prozesstag zur Sache einlassen. Dann soll auch seine frühere Freundin dazu gehört werden, was im September und November 2021 geschah.