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Karnevalsklau in Köln-RodenkirchenJecke ließen Kneipen-Instrument mitgehen

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Im Bistro Verde treten regelmäßig Musiker auf. 

Rodenkirchen – Die Aufregung war groß, aber jetzt ist das gemopste Sousaphon wieder da. Zwei junge Männer, die das riesige Blechinstrument am Karnevalssonntag nach dem Zug wohl in einer Schnapslaune geklaut hatten, zeigten sich reumütig und gaben es zurück. Im Bistro Verde hing das 60 Jahre alte gute Stück an prominenter Stelle und war jahrelang so etwas wie das „Wahrzeichen“ des Bistros. Chefin Petra Zünkler-Walterscheidt kann es gar nicht fassen, dass das große geschwungene Blech-Instrument einfach so mitgenommen worden war. „Das ist ja schließlich keine Blockflöte“, sagt sie.

sues geklautes Sousaphon Foto Walterscheidt

Schalltrichter von 60 Zentimetern

Immerhin hat allein der Schalltrichter einen Durchmesser von mehr als 60 Zentimetern. Wer allerdings ins Instrument hinein bläst, würde sich wundern – funktionsfähig ist das Sousaphon längst nicht mehr. Für die Walterscheidts hat es jedoch großen ideellen Wert, vor allem für Vater Hans-Josef Walterscheidt. Sein Sousaphon und er waren früher Mitglieder einer Jazz-Combo; häufig seien sie aufgetreten, in Deutschland, in Holland. „Er ist sehr traurig, dass so etwas passiert“, sagt Tochter Petra. Im Bistro Verde herrschte nach dem Umzug ein ständiges Kommen und Gehen. Es befanden sich auch mehrere Trompeten, Posaunen und ein weiteres Sousaphon im Raum.

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Blechinstrumente der Guggenmusiker

Die Blechinstrumente gehören den Schweizer Guggenmusikern, die beim Zug mitmarschiert sind. Einer von ihnen sowie ein Karnevalist der Botterblömcher wollen sich im Nachhinein vage erinnern, dass ein Mann ein Sousaphon zur fortgeschrittenen Stunde hinaus getragen habe. Wegen der vielen anderen Blasinstrumente schien das wohl nicht weiter auffällig und verdächtig zu sein. In sozialen Medien war die Anteilnahme groß. Von „Fremdschämen“ war die Rede, „jämmerlich“ sei das, oder: „Das kann nur ein Streich im Suff gewesen sein.“

Rückgabe-Versuch am Rosenmontag

Das glaubt auch Petra Zünkler-Walterscheidt. Sie ist froh, dass das gute Stück zurückgebracht wurde. Zwei junge Männer hatten schon am Rosenmontag versucht, das Sousaphon beim Bistro abzugeben. „Aber da hatten wir zu“, sagt die Chefin. Letztlich lieferten sie das Instrument im nahen Restaurant Palladio am Maternusplatz ab. Die Restaurantbesitzer meldeten sich bei Petra Zünkler-Walterscheidt. Sie werde nun einen der jungen Männer anrufen – sie will ihn aber nicht zur Schnecke machen, sondern sich für deren Ehrlichkeit bedanken. Überwältigt zeigt sie sich auf von der enormen Unterstützung der Rodenkirchener, die Weise helfen wollten. „Rodenkirchen hält zusammen“, sagt sie.