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Oase für InsektenEine Kölnerin hat ihren Garten zum Biotop gemacht

3 min
Eine Frau sitzt in einer Hängeschaukel in ihrem Garten.

Bei Christa Limbach im Garten summt und brummt es.

Gartenbesitzerin Christa Limbach hat sich im Selbststudium zur Artenvielfalts-Expertin weitergebildet und ihren Garten entsprechend umgestaltet. 

Eigentlich hat ihre Umwelt Christa Limbach schon immer inspiriert. Die Liebe zur Natur kam in den vergangenen Jahren dazu. Vor allem eine Frage hat die Gartenbesitzerin aus Meschenich nicht mehr in Ruhe gelassen: „Was passiert mit den Menschen, wenn es keine Insekten mehr gibt?“ Dabei war sich Limbach jahrelang sicher, dass ein optisch schöner Garten mit Edelrosen, Bauernhortensien, Forsythien, Geranien oder Petunien, auch den Insekten hilft. „Eigentlich kann man sich dann genauso gut Plastikblumen in den Garten stellen. Die müsste man dann nicht einmal gießen“, sagt sie.

Vor anderthalb Jahren hat Limbach angefangen, ihren Garten rigoros umzugestalten. Das Buch „Mein Artenretter-Garten“ ist ihr Almanach geworden. „Das war wie eine inspirierende Doktorarbeit.“ Auch einige Apps haben sich als hilfreich erwiesen. Ihre Lieblings-App ist „natura db“. Hier kann der Anwender nicht nur nach Pflanzennamen suchen und filtern, sondern auch die Pflanzenart und den Standort bestimmen. Beete anlegen und planen, aber vor allem den ökologischen Nutzen erkennen. Erklärt wird der Vorteil für Insekten und Vögel. Außerdem werden Informationen zum regionalen Bezug vermittelt.

Wilder Flieder musste weichen

„Offen gesagt war mir früher nicht klar, dass es einen Unterschied zwischen Pollen und Nektar gibt“, verrät sie und erklärt, dass alle Insekten den Nektar mögen, aber der Pollen für den Nachwuchs benötigt wird. Früher hat sie die Schmetterlinge auf dem Flieder beobachtet und gedacht, sie täte etwas Gutes. „Dabei versuchen die Insekten nur meist vergeblich, an die süße Frucht zu gelangen, und vergeuden viel Energie.“ Also musste der wilde Flieder den Garten verlassen. Zudem sei er invasiv, also nicht heimisch, breite sich über Samen aus und verdränge die heimische Flora.

Blick in einen blühenden Garten mit gelbem Sonnenschirm

Christa Limbach setzt auf heimische Pflanzen und Artenvielfalt.

Den ersten Schwung Pflanzen, wie Huflattich, kriechendem Günsel, Wasserdost, Nachtviole, die nachts blüht und Nachtfalter anzieht, Blutweiderich, Lungenkraut und Echinacea, hat sie im Internet bestellt. Ein Teich, Hochbeete für Gemüse, ein Sandarium, ein künstlich angelegter Nistplatz für bodenbrütende Wildbienen, Hummeln und andere wärmeliebende Insekten, waren schon vorhanden.

Manche Bienen sind auf nur eine bestimmte Blumensorte gepolt

Seit der Umgestaltung ist Limbach mit Stift und Papier unterwegs. Sie notiert alle ihre Besucher akribisch. Wenn es nicht gerade regnet, gehören Pfauenauge, Zitronenfalter, Bläulinge, die blaue Holzbiene, Baum- und Steinhummeln, Rosenkäfer und verschiedene Wildbienenarten zu ihren Stammgästen. Dazu gesellen sich diverse Käfer-, Fliegen- und Wespenarten. Der ganze Garten summt und brummt. Limbachs Wissen geht dabei immer mehr ins Detail: „Wenn man keine Glockenblumenscheren hat, dann gibt es keine Glockenblumenscherenbiene mehr, eine streng auf diese Pflanze spezialisierte, solitäre Wildbiene.“

Im kommenden Jahr werden alle Gartengäste wieder gezählt. Bereits im ersten Jahr waren 18 verschiedene Schmetterlinge, zehn verschiedene Käfer, 17 Bienen- und fünf Libellenarten zu Gast, der Teich wird außer von Insekten auch von Kröten und Igeln frequentiert. „Wenn viele umdenken, dann können die Insekten von Garten zu Garten oder von Balkon zu Balkon springen. Eine sinnvolle Bepflanzung, das ist wie ökologische Trittsteine für Insekten“, meint Limbach. Mit ihrer Gartenumgestaltung ist sie noch lange nicht fertig. Als Nächstes wird ein Käferkeller für Käfer und Lurche gebaut. „Ein wenig Laub, Holz und alte Holzstämme. Das reicht schon“, sagt sie und vermittelt einem das Gefühl, gleich losrennen zu wollen, um heimische Wildkräuter und Pflanzen zu kaufen.