In den öffentlich zugänglichen Verwaltungsgebäuden, Schwimmbädern in Rodenkirchen und Zollstock und der Stadtteilbibliothek im Stadtbezirk Rodenkirchen, sollen kostenfreie Menstruationsartikel zur Notfallversorgung bereitgestellt werden. Die Bezirksvertretung (BV) Rodenkirchen stimmte in ihrer letzten Sitzung einem entsprechenden Antrag der Volt-Einzelmandatsträgerin Lucia Hinsen zu. Die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, die SPD, die FDP/KSG-Fraktion und die Einzelmandatsträgerin von Linke, baten um zugestimmten Beitritt.
Es wurde festgehalten, dass das Bürgeramt in Rodenkirchen die nötigen Anschaffungen in die Wege leiten wird. Außerdem wurden die Stadtteilbibliothek und die Köln-Bäder kontaktiert. Die Maßnahme startet zunächst als einjähriges Testprojekt. Ziel dieser Pilotphase ist es, den tatsächlichen Bedarf, den Verbrauch, sowie den logistischen Aufwand für die Nachbestückung unter realistischen Bedingungen zu ermitteln. Um Missbrauch vorzubeugen und die laufenden Kosten für die Verwaltung gering zu halten, soll die Ausgabe über einfache, mechanische Spendersysteme oder im Zuge der regulären Gebäudebewirtschaftung erfolgen.
Periodenprodukte als Daseinsvorsorge
In Hinsens Antragsbegründung wird die Ausstattung öffentlicher Sanitäranlagen mit Periodenprodukten als Standard moderner Daseinsvorsorge bezeichnet. Während Seife, Handtücher und Toilettenpapier in städtischen Gebäuden selbstverständlich kostenlos zur Verfügung stehen, führe das unvorhergesehene Einsetzen der Menstruation unterwegs oft zu organisatorischen Problemen. Da Periodenprodukte keine Kosmetika, sondern Artikel zur Infektionsprophylaxe seien, diene die niederschwellige Bereitstellung auch dem aktiven Gesundheitsschutz. Sie soll verhindern, dass Betroffene in Notlagen auf ungeeignete Behelfslösungen wie Toilettenpapier ausweichen, die bakterielle Infektionen und Hautreizungen begünstigen können.
Bei der Umsetzung kann die Verwaltung auf bestehende Strukturen aufbauen. In Köln gibt es beim Thema Periodenprodukte bereits einen politischen Konsens: Erste Initiativen wurden 2021 von der SPD angestoßen und 2022 durch ein Bündnis aus Grünen, CDU, Volt und FDP weiter gefestigt. „Der Bezirk Rodenkirchen greift somit auf bereits erprobte Beschaffungswege und Logistikstrukturen zurück, was den administrativen Aufwand minimiert“, begründet Hinsen. Nach Ablauf des einjährigen Testlaufs sollen die exakten Betriebskosten evaluiert werden, bevor über eine dauerhafte Einführung der Spendersysteme entschieden wird. (sam/Foto: Milden)

