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Tipps zum SparenKölner TV-Koch Mario Kotaska kocht Mittagessen für weniger als fünf Euro

Lesezeit 4 Minuten
Vier Jungen, ein Mann und eine Frau halten eine Platte mit Hackbällchen in die Kamera

Vadim, Jaydem, Youssef, Yurii und Mario Kotaska (v. l.) präsentieren die fertigen Hackbällchen.

TV-Promi Mario Kotaska kocht normalerweise im ZDF. In Köln zeigte er Jugendlichen, wie man günstig und gesund kocht.

 „Wir kochen heute einen Eintopf mit Hackbällchen. Du schneidest die Möhren, du schälst die Kartoffeln, du die Zwiebeln und du kümmerst dich um das Hackfleisch“, sagt der Koch. Sein Küchenpersonal schärft die Messer und legt los. Alltag in Großküchen, soweit nichts Spektakuläres. Doch die Koch-Aktion in der Küche des Vereines „Himmel un Ääd“ ist spektakulärer. Der Chef am Herd ist der Kölner Sternekoch Mario Kotaska. Sein Küchenpersonal sind vier Jungs zwischen zwölf und 15 Jahren. Yurii, Vadim, Jaydem und Youssef.

Die vier gehören zu den 90 Kindern, die regelmäßig zum kostenlosen Mittagessen in die soziale Einrichtung in der Beethovenstraße in der Innenstadt kommen. „In den Familien der meisten Kinder, die hier hinkommen, wird selten gekocht. Ich möchte den Jungs heute zeigen, dass man mit wenigen Zutaten schnell, günstig und gesund eine warme Mahlzeit zubereiten kann“, sagt ZDF-Promikoch Mario Kotaska, der sich in Köln schon lange für Kinder aus sozial schwachen Familien engagiert und dabei oft mit dem Verein „Himmel un Ääd“ zusammenarbeitet.

„Ich freue mich immer wieder, wenn Mario in seiner lockeren Art mit den Kids den Kochlöffel schwingt und ihnen spielerisch zeigt, dass es auch etwas anderes als Burger und Fritten gibt“, sagt Gabriele Gérard-Post, die Gründerin des Vereins. „Ihr schneidet bitte die Zutaten in gleich große Würfel. Die sollen nicht zu klein sein, aber sie dürfen auch nicht vom Suppenlöffel fallen, weil sie zu groß sind. Nur die Zwiebeln bitte besonders klein hacken“, erklärt der Sternekoch seinen Helfern und schaut besorgt auf die großen Messer in den kleinen Kinderhänden.

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Dann geht es in die Küche der sozialen Einrichtung, in der die Töpfe bereitstehen. Die Jungs beobachten den Profikoch, wie er mit Leichtigkeit und viel Humor die gewürfelten Zutaten nach und nach in einem großen Topf zusammenrührt. Frikadellen haben alle schon einmal gegessen. Aber was da alles hineinkommt und wie aus der unförmigen Fleischmasse diese kleinen runden Dinger entstehen, da gibt es schon auch erstaunte Blicke.

„Fünf Euro für eine Mahlzeit ist auf jeden Fall realistisch. Die Butter wird zurzeit wieder günstiger und wenn man gemischtes Hack statt Rinderhack nimmt, dann kommt man auch nahe an die vier Euro pro Portion. Lagergemüse wie Wirsing, Weiß- oder Rotkohl, damit kann man immer ein tolles Gericht kochen. Die Kartoffel ist eine Knolle, die generell total unterschätzt wird. Sie ist eine Vitaminbombe, sie liefert jede Menge Vitamin C“, betont Kotaska, der nicht versteht, dass so viele Sachen im Kühlschrank vergammeln.

Er sei ein Riesenfan des sogenannten Kettenkochens. So könne man beispielsweise die fünf Kartoffeln vom Vortag wunderbar mit ein paar Zwiebeln und einem Ei zu einem neuen Gericht machen. Außerdem würden die meisten Leute ohne Plan einkaufen. Das sei fatal, denn häufig werden dann Sachen gekauft, die zunächst im Kühlschrank herumstehen und irgendwann in der Tonne landen. Familien mit wenig Budget könnten sich auch Erdbeeren und Spargel leisten, aber nur in der Saison, wenn die Sachen in unserer Region auf den Feldern wachsen.

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„Es muss ja beim Spargel nicht immer Handelsklasse 1 sein, man kann auch Bruch kaufen und daraus ein wunderbares Gericht machen. In der Hochsaison bekommt man den Bruch für zwei Euro das Kilo, da wird er einem fast nachgeschmissen“, so Kotaska. „Ob die vier Jungs sich alle diese Tipps wirklich gemerkt haben, das ist mir nicht so wichtig. Es wäre aber toll, wenn ich bei ihnen mit dieser Kochaktion etwas angestoßen habe.“

„Wenn die gleich zu Hause sagen: ‚Mama, Papa, ich habe da heute was gekocht, das müssen wir auch unbedingt machen. Und es ist überhaupt nicht teuer, aber total lecker‘, dann war alles richtig“, sagt der TV-Koch. Bevor die Teller angerichtet sind und die Jungköche endlich ihr selbst gekochtes Essen genießen können, müssen sie zunächst einmal die Putzlappen benutzen, denn Sauberkeit am Arbeitsplatz ist wichtig. Das möchte der Rondorfer den Jungs noch mit auf den Weg geben.

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